50 Jahre Vertrauen, Austausch und Partnerschaft: Der FHR Verbund feiert Jubiläum
Mit einer eindrucksvollen Jubiläumsveranstaltung im Technik Museum Speyer hat der Fachhandelsring (FHR) sein 50‑jähriges Bestehen gefeiert. Am 21. und 22. April kamen Mitglieder, Lieferanten, Branchenvertreter und Fachpresse zusammen, um nicht nur ein halbes Jahrhundert Verbandsgeschichte zu würdigen, sondern auch den Blick in die Zukunft zu richten. Die Location war bewusst gewählt: Zwischen Raumfahrtausstellung und technikhistorischen Exponaten wurde deutlich, wofür der Fachhandelsring seit 1976 steht – für Beständigkeit, Weiterentwicklung und partnerschaftliches Unternehmertum.
Gegründet wurde der FHR im Jahr 1976 von Kurt Reichelt als Zusammenschluss selbstständiger Bodenleger und Raumausstatter. Ziel war von Beginn an, die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Betriebe zu sichern und zugleich die Vorteile gemeinschaftlicher Marktstärke zu nutzen. Aus den Anfängen hat sich in fünf Jahrzehnten eine bundesweit etablierte Verbundgruppe entwickelt, die heute mehrere hundert Fachhandels- und Handwerksbetriebe unterstützt. Der Grundgedanke ist dabei bis heute unverändert: Kooperation ohne Verlust unternehmerischer Freiheit.
Messe, Vorträge und Austausch auf Augenhöhe
Kernstück der Jubiläumsfeier war die FHR-Jubiläumsmesse im Technik Museum Speyer. Mehr als 70 Aussteller präsentierten ihre Neuheiten und Dienstleistungen. Teilnehmer lobten insbesondere die kompakte Struktur der Messe und die hohe Qualität der fachlichen Gespräche. Der intensive persönliche Austausch unterstrich den Anspruch des Verbunds, Plattform und Impulsgeber zugleich zu sein. Begleitet von den am Vortag stattgefundenen Arbeitskreisen zu den Themen Fußbodentechnik, Marketingpraxis und betrieblicher Weiterentwicklung war die Veranstaltung ein voller Erfolg.
Der Vortrag »Macht unser Handwerk noch Spaß?« von Ronald Schenk beleuchtete die aktuellen Herausforderungen im Bodenlegerhandwerk zwischen Termindruck, steigenden Herstellervorgaben und wachsendem Haftungsrisiko. Dabei wurde deutlich, dass die handwerkliche Qualität in der Praxis häufig nicht das Problem ist, sondern vielmehr die schwierigen Rahmenbedingungen auf den Baustellen. Der von Boris Ignatzi geleitete Arbeitskreis »Marketing-Praxis für FHR-Partner« machte deutlich, wie wichtig gezielte Sichtbarkeit für Raumausstatter und Bodenbelagsbetriebe ist, da Kunden heute über verschiedene Kanäle wie Google Maps, Instagram oder Branchenportale nach Anbietern suchen. Umso relevanter ist es, zu verstehen, wo potenzielle Kunden suchen und welche Informationen sie erwarten. Im Fokus stand hierbei ein konsistenter Unternehmensauftritt und die klare Wiedererkennbarkeit eines Betriebs.

Feierlicher Abschluss in besonderer Kulisse
Der emotionale Höhepunkt der FHR-Jubiläumstage war die Abendveranstaltung in der Raumfahrthalle des Technik Museums in Speyer. In außergewöhnlicher Atmosphäre wurde gefeiert und rege genetzwerkt. In ihren Ansprachen betonten die beiden FHR-Geschäftsführerinnen Sabine Theisohn und Ann‑Kathrin Schmidt die Bedeutung von Ausdauer, Vertrauen und gemeinsamer Lernbereitschaft in einer Branche, die sich immer schneller verändert. Sabine Theisohn: »Als wir uns entschieden haben, dieses Jubiläum zu feiern, war schnell klar: Wenn man 50 Jahre feiert, dann an einem Ort, der zeigt, was möglich ist. Denn wenn man sich hier im Technik Museum Speyer umschaut, zwischen der Raumfahrt und großen Momenten der Technikgeschichte, wird eines sehr deutlich: Große Entwicklungen entstehen nicht über Nacht, sie brauchen eine Idee, sie brauchen Ausdauer und Menschen, die bereit sind, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Und dafür steht der FHR-Verbund seit nunmehr 50 Jahren.« Märkte, Kundenansprüche und technische Anforderungen stellen den Fachhandel vor neue Aufgaben – umso wichtiger sei ein Verbund, der Orientierung gebe und individuelle Stärken fördere. »Was damals begann, hat sich über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt – mit neuen Themen, neuen Herausforderungen, aber auch neuen Anforderungen an uns alle. Heute bewegen wir uns in einer Zeit, in der sich Märkte schneller verändern als jemals zuvor. Und wenn ich hier in diesen Raum schaue, sehe ich Menschen, die diesen Weg mitgegangen sind, die ihn geprägt haben und ihn auch in Zukunft weiter gestalten werden«, ergänzte Ann-Kathrin Schmidt.
Auch Firmengründer Kurt Reichelt ließ es sich nicht nehmen, die Entwicklung des Fachhandelsrings persönlich Revue passieren zu lassen. Der FHR wurde 1976 von ihm gegründet aus der klaren Überzeugung heraus, dass der selbstständige Fachhandel im bestehenden Marktsystem strukturell benachteiligt war. Als damaliger Verkaufsleiter der DLW und Betriebsberater erlebte Reichelt täglich, wie Marken durch den Großhandel blockiert wurden und der Fachhandel unter geringen Margen sowie fehlender Unterstützung litt. Aus zahlreichen Gesprächen mit Unternehmern entstand die Idee einer freien, unabhängigen Verbundgruppe, die den direkten Einkauf mit umfassenden Service- und Beratungsleistungen verbindet. Mit großem persönlichem Einsatz, bescheidenen Anfängen im eigenen Keller und damals getragen von wenigen engagierten Unternehmern setzte Reichelt diese Idee in die Praxis um. Ziel war es von Anfang an, dem Fachhandel wirtschaftliche Stärke, unternehmerische Freiheit und echte Partnerschaft auf Augenhöhe zu ermöglichen. Diese Grundidee wurde zum Fundament des FHR und prägte seinen Weg über fünf Jahrzehnte hinweg.
Mehr als Einkaufsvorteile: Das heutige Leistungsportfolio
Längst versteht sich der FHR nicht mehr nur als Einkaufskooperation. Das heutige Leistungsportfolio reicht von Schulungen und Weiterbildungen, technischer Beratung, Marketing- und Online-Services bis hin zu Unternehmens- und Rechtsberatung. Mit eigenen Marken wie »werkhaus« und »bodecor« sowie zertifizierten Qualifizierungsangeboten – etwa im Bereich Raumakustik – reagiert der Verbund gezielt auf neue Marktanforderungen. Kern des Konzepts bleibt dabei die Wahlfreiheit der Partnerbetriebe, die Leistungen nach individuellem Bedarf nutzen können.
Die auf der Messe für die Marke »bodecor« präsentierten Teppichfliesen- und Teppichboden-Kollektionen »TEXWORK«, »ORIGINS« und »EDEN@HOME« werden ab Sommer dieses Jahres erhältlich sein. Ab diesem Zeitpunkt sind auch die für die Marke »werkhaus« präsentierten Teppichboden-Kollektionen »ELEMENTS« und »Oasis@Home« sowie die Laminatboden-Kollektion »Avanto« verfügbar.
Gemeinschaft als Zukunftsmodell
Zum 50-jährigen Bestehen präsentiert sich der FHR-Verbund als wirtschaftlich stabiles, thematisch breit aufgestelltes Netzwerk mit klarer Zukunftsorientierung. In einer Zeit strukturellen Wandels im Fachhandel setzt der Verbund auf Nähe zu den Betrieben, praxisnahe Unterstützung und partnerschaftliches Miteinander. Das Jubiläum in Speyer war damit mehr als ein Rückblick – es war ein sichtbares Bekenntnis zur gemeinsamen Weiterentwicklung einer ganzen Branche.
Sabine Langanke




