Alligator: Vom Klotz zum Kleinod
Schmucke Altbauten mit pastellfarbenen Fassaden, kunstvollem Fachwerk und schiefergedeckten Dächern prägen den historischen Marktplatz in der sächsischen Bergstadt Zwönitz. Nur ein Gebäude tanzte bis vor kurzem optisch aus der Reihe: In den späten 60er Jahren hatte man an dieser Stelle ein Haus aus dem 16. Jahrhundert abgerissen und durch einen nüchternen DDR-Zweckbau ersetzt. Der Klotz mit seiner sattgelben Front sorgte für einen Knacks in der Ästhetik des schönen Marktplatzes.
Es war schnell klar: »Da das Gebäude sowieso wärmegedämmt werden musste, konnte auch gleich was an der Optik verändert werden«, erzählt Tim Schneider, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Zwönitz eG. »Ziel war nicht, dass das Haus besonders herausstechen sollte, im Gegenteil: Es sollte sich etwas zurücknehmen und sich besser in die Umgebung einfügen.« Schneider las sich in die Geschichte des ursprünglichen Hauses ein, besah alte Fotografien und orientierte sich bei seinen Überlegungen auch an einem benachbarten Altbau. Gemeinsam mit Bauingenieur Michael Göckert entwickelte er peu à peu eine Idee davon, wie die Fassade aussehen sollte. »Wir wollten dem Haus seine Massivität nehmen und haben deshalb Elemente gewählt, die sie unterteilen und kleinteiliger wirken lassen«, erklärt Göckert.
Bei der Neugestaltung der Fassade kamen verschiedene Produkte von Alligator zum Einsatz. So wurde erst die Fassade mit dem Wärmedämmverbundsystem 140 mm von Alligator energetisch saniert, ehe es dann an die eigentliche Gestaltung der Fassade ging. Dafür wurden die Ecken zunächst abgesetzt, Bänder in die Fassade hineingezogen, Simskanten gefertigt und Fensterfaschen farblich abgesetzt und erhaben ausgebildet. Mithilfe der Dämmung konnten außerdem verschiedene Ebenen auf der Fassade erzielt und ihr Mittelteil etwas nach vorne gezogen werden. Heute unterteilen profilierte Zierbänder die Fassade ebenso wie abgesetzte Gesimse an den Fenstern. Auch die Dachrinnen wurden bewusst mittig über die Hausfront gezogen, statt sie dezent an der Seite unterzubringen. Abgerundet wird der neue Look des Hauses durch eine prägnante, mit Schiefer gedeckte Mansarde, die sich jetzt bis über das vierte Obergeschoss zieht und dem Stil der umliegenden Gebäude entspricht. Das gesamte Dach wurde mit Schiefer neu gedeckt, die alten Fenster gegen schöne, neue Sprossenfenster getauscht.
Mineralischer Systemgedanke
Um die Auswahl des richtigen Farbtons für die Fassade zu erleichtern, stellte Alligator drei verschiedene Farbkonzepte vor. Die Wahl fiel schließlich auf ein sanftes Blau-Grau, das perfekt mit den zartweißen Bändern und dem dunklen Schiefer harmoniert. »Sowohl Putz als auch Anstrich wurden mit Produkten auf Silikatbasis ausgeführt – so zum Beispiel unserer ›Kieselit‹-Fassadenfarbe –, um den mineralischen Systemgedanken beizubehalten«, erläutert Fachberater Ralf Viehweger, der das Projekt von Alligator-Seite aus begleitet hat.
»Kieselit« eignet sich für eine Verwendung auf mineralischen, organischen und kalkhaltigen Untergründen und kommt oft auch an denkmalgeschützten Objekten zum Einsatz. Die Begeisterung über das Ergebnis ist Schneider anzumerken: »Das Haus passt sich heute wunderbar in die Umgebung des historischen Marktplatzes ein. Dafür bekommen wir viel positiven Zuspruch sowohl von den Bewohnern als auch von Passanten.«

