»BAU 2025«: Stimmung besser als erwartet
Als Hoffnungsträger der Branche in Zeiten großer Herausforderungen und Unsicherheiten in der Bauwirtschaft hat sich die »BAU«, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, die vom 13. bis 17. Januar stattfand, gezeigt. Statt der erwarteten 200 000 kamen zwar nur rund 180 000 Besucher (2023: 190 000) zur Messe, allerdings war sie auch um einen Tag kürzer als die Vorveranstaltungen. Von den 2230 Ausstellern (2023: 2260) kamen zum ersten Mal über die Hälfte (52 Prozent) aus dem Ausland. Auch das Publikum war mit einem Anteil von 44 Prozent internationaler als bei der letzten »BAU«.
Im Mittelpunkt der »BAU 2025« standen die Leitthemen »Resilientes, klimagerechtes Bauen«, »Transformationen Stadt/Land/Quartier«, »Ressourceneffizienz«, »Modular, seriell, produktiv« sowie »Wirtschaftlich Bauen«. »Die Erwartungen an die ›BAU 2025‹ waren zu Beginn wegen des konjunkturellen Umfeldes gedämpft. Die Resonanz der ›BAU‹ bei Ausstellern und Besuchern ist aber eindeutig positiv. Die Messe gibt gerade in dieser Zeit Mut und Zuversicht«, sagt Messe-München-Geschäftsführer Dr. Reinhard Pfeiffer. Dieter Schäfer, Fachbeiratsvorsitzender der »BAU«, zieht ebenfalls ein positives Fazit: »Die ›BAU 2025‹ war ein starkes Zeichen für die Bauwirtschaft. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen zeigt die Branche mit Innovation, Veränderung und Tatkraft ihre Zukunftsfähigkeit. Die Messe setzt neue Impulse und stärkt den Austausch, der für nachhaltiges Wachstum und Fortschritt entscheidend ist. Gemeinsam gestalten wir die Bauwelt von morgen.«
Mehr internationale Aussteller
Zum ersten Mal in der über 60-jährigen Geschichte der Messe lag der Anteil internationaler Unternehmen mit 52 Prozent bei mehr als der Hälfte. Auf Besucherseite setzte sich der Trend zur hohen Internationalität aus dem Jahr 2023 fort: Gegenüber damals 40 Prozent waren es in diesem Jahr fast 44 Prozent. Zu den Top-Besucherländern zählten neben Deutschland Österreich, Italien, die Schweiz, Polen, Türkei, Rumänien, China, Tschechien, Spanien und Kroatien.
Das erfolgreiche Messeergebnis zeigt sich auch in der Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut Gelszus. Dort bewerteten 95 Prozent der Aussteller die Messe mit ausgezeichnet bis gut. Ihr Leitmessecharakter wird von 91 Prozent anerkannt. 94 Prozent der Aussteller erteilten Bestnoten für die Qualität, 91 Prozent für die Internationalität der Besucher. Sie gaben der »BAU 2025« erneut Bestnoten. So bewerteten 97 Prozent der Befragten die »BAU« mit ausgezeichnet bis gut.
Aussteller zeigten sich meist zufrieden
Im Vorfeld der Messe hatte es einige Ausstellerabsagen gegeben und so war die allgemeine Erwartungshaltung äußerst zurückhaltend. Doch die Stimmung und Gespräche in den Hallen waren gut. Von schlechten Konjunkturdaten und dem wirtschaftlich schwierigen Umfeld war nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil: »Wir bedauern es sehr, dass wir uns gegen die ›BAU‹ entschieden haben und nicht Aussteller sind«, waren die Aussagen von einigen Herstellern, die als Besucher vor Ort waren.
Martin J. Hörmann, Gesellschafter bei Hörmann, wurde im offiziellen Schlussbericht der Messe wie folgt zitiert: »Wir sind äußerst zufrieden mit dem Messeverlauf. Angesichts der allgemeinen Lage der Baubranche hatten wir uns zuvor gefragt, was dies für die ›BAU 2025‹ bedeuten würde. Doch wir wurden positiv überrascht: Die Treffen und die persönlichen Gespräche auf der Messe haben uns gezeigt, wieviel Energie und Zuversicht vorhanden sind. Das nehmen wir als wichtigen Impuls mit.« Und genau das ist es, was die Aussteller in den für OBJEKT relevanten Messehallen uns immer wieder gesagt haben.
Auch wenn sich die Messelandschaft in den vergangenen Jahren verändert hat und die Atmosphäre sowie Stimmung nicht zu vergleichen ist mit den Jahren vor Corona, war die Messe »BAU« in München nach Angaben vieler Aussteller für sie ein voller Erfolg.
Manche bemängelten jedoch, dass man unzufrieden mit der Anzahl der Besucher aus dem Inland sei. Und wenn man auf der Messe mit dem ein oder anderen Fachbesucher oder Handwerker ins Gespräch kam und sich einmal in deren Lage versetzt, so versteht man dann auch die Aussage: »Ich habe mich zwar auf den Weg nach München gemacht, doch einen Marktüberblick kann ich mir hier aufgrund der fehlenden Aussteller/Marktführer nicht verschaffen.« Es muss sich also dringend etwas ändern, damit die Messen für Fachbe-sucher auch weiterhin attraktiv bleiben.
Doch wer letztendlich auf der »BAU« war, konnte sich wieder optisch und haptisch von den dort gezeigten Produkten inspirieren lassen und sich ein eigenes Bild verschaffen. Denn Messen leben von Emotionen, und diese emotionalen Produktinszenierungen gefallen auch den Fachbesuchern.
Als »Branchen-Treffpunkt« kann man die Messe »BAU« aber auf jeden Fall bezeichnen, denn ob Aussteller oder nicht, getroffen hat man hier fast alle!
Die nächste »BAU« findet vom 11. bis 15. Januar 2027 in München statt.

