Baumit / Sakret / Diessner: Synergien nutzen
Auf einer Pressekonferenz Ende Juli am Produktionsstandort des Farben- und Lackherstellers Diessner in Berlin wurden gleich mehrere gewichtige Themen vorgestellt: die Übernahme der Sakret GmbH und der Diessner GmbH & Co. KG durch die Baumit GmbH, die Stellschrauben bzw. -Handlungsprinzipien des »Baumit Go2morrow«-Konzepts zur weiteren Einsparung von Energie und schließlich die Erweiterung des Baumit-Portfolios um moderne Rezepturen, die neben Effizienz auf der Baustelle auch vermehrt Nachhaltigkeit und Wohngesundheit in den Fokus stellen.
Im Juni erfolgte die Zustimmung der Kartellbehörden zur Akquisition. Auf der Pressekonferenz gaben die drei Unternehmen nun erste Details zur geplanten Zusammenarbeit bekannt. Für Baumit-Geschäftsführer Heiko Werf steht die Branche vor großen Herausforderungen wie den aktuellen Preissteigerungen und dem Fachkräftemangel. Ein dichtes Distributionsnetz und ein hochwertiges Produktprogramm für Effizienz auf der Baustelle seien da wichtiger denn je. In beiden Punkten profitiere Baumit von der Zusammenarbeit mit Sakret und Diessner. »Wir erhöhen unsere Warenverfügbarkeit, verringern die Transportwege und stärken unser Programm, insbesondere im Bereich der Betonsanierung, der Boden- und Fliesentechnik, aber auch im Bereich der Farben und pastösen Putze«, ergänzte Co-Geschäftsführer Peter Sarantis.
Neben dem Produktaustausch ergäben sich für die drei Unternehmen diverse Synergien, die es nun herauszuarbeiten gelte, meinte Sakret-Geschäftsführer Thomas Ehlebracht. Hierfür haben Integrations-Teams mit Beteiligten aller Unternehmen ihre Arbeit aufgenommen, um zu prüfen, welche Aktivitäten zusammengelegt werden können. Ein gemeinsames Verständnis herrscht auch hinsichtlich der Fortführung der beiden übernommenen Marken. So werden »Sakret« und »Diessner« auch in Zukunft geführt und behalten ihre Positionierung bei. Die Kunden profitieren dadurch von den gewohnten Ansprechpartnern. Hier sehen alle Beteiligten die Möglichkeit, gemeinsam Marktanteile auszubauen. »Wir haben großes Vertrauen in unseren neuen Gesellschafter Baumit, in die Pläne und Ideen«, fasste Diessner-Geschäftsführer Bernd Kanand die positive und konstruktive Atmosphäre zusammen, die sich auch bereits auf der ersten Roadshow gezeigt habe. Dort hatte sich die Geschäftsführung von Baumit den Mitarbeitern von Sakret und Diessner in mehreren Standorten bereits vorgestellt.
Nachhaltigkeit als Ziel
Umwelt- und ressourcenschonend und damit nachhaltig mit Rohstoffen und Energie umzugehen hat für das Familienunternehmen Baumit schon lange Tradition. Entsprechend wurde allen Ländergesellschaften der Baumit-Gruppe nachhaltiges Handeln nach dem Motto »Go2morrow« als Ziel vorgegeben.
In Berlin wurden elf konkrete Beispiele genannt, wie sich das Unternehmen für Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz engagiert: Dies geschieht mithilfe modernster Produktionstechnik zur Einsparung und Rückgewinnung von Energie, durch ein Millionen-Invest in den weiteren Ausbau der Kreislaufwirtschaft, durch thermische Sanierung als wichtigem Baustein, den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, durch Müllvermeidung, die Fokussierung auf Multiprodukte für effizientere Baustellenlogistik, die Forschung an Produkt-Weiterentwicklungen für das Bauen und Wohnen der Zukunft, durch ein Energie- und Umweltmanagement von Energiebeauftragten an den einzelnen Unternehmensstandorten, zertifizierte Lieferanten für mehr Transparenz bei der Öko-Bilanz, ein dichtes Distributionsnetz für kurze Wege und schließlich durch innovative Rezeptur-Technologien.
Erweiterte Produktpalette
Das Thema innovative Rezepturen der Baumit-Palette wurde als dritter Punkt auf der Agenda vertieft. Neben Effizienz auf der Baustelle steht dabei vermehrt der Nachhaltigkeitsgedanke sowie das gesündere Wohnen im Fokus. Genauer vorgestellt wurde etwa »Gala 44 All in«. Bei dem Produkt befindet sich alles für frostsichere, hochfeste und dauerhafte Fundamente fertig im Sack, sodass nur noch Wasser dazugegeben und das Material inklusive Papiersack gemischt werden kann. Das spart Entsorgung und Arbeitszeit und verursacht weniger Staub beim Anrühren.
Das »KlimaMono Filz« ist durch die »Combined Mineral Phase (CMP)-Technology« besonders effizient und sorgt durch die Kombination von Mineralphasen in ausgewählten Bindemitteln dafür, dass bestimmte Parameter gezielter ausgesteuert werden können. Wie mit einem »Mischpult« für Produkteigenschaften wurde beim wohngesunden »KlimaMono Filz« der Schiebregler für die Erhärtungsgeschwindigkeit des Putzes stark »nach vorn geschoben«. Das Produkt erhärtet fast 70 Prozent schneller, ohne die leichte Verarbeitbarkeit zu beeinträchtigen. Die Oberfläche kann direkt gefilzt werden. Ein zusätzlicher Effekt ist die hohe Anwendungssicherheit, da die Aushärtung so gleichmäßig ist, dass Überraschungen bei der Weiterbearbeitung vermieden werden.
Weiter ging es mit »Baumit Ionit« als einzigem funktionalen Wandbeschichtungssystem, das auch dünnschichtig die Konzentration natürlicher Luftionen in Innenräumen erhöht und zugleich aktiv Feuchtigkeit in der Raumluft reguliert. »Ionit« reinigt die Luft von Pollen und Feinstaub, reduziert aktiv Aerosole und erhöht damit das Wohlbefinden in geschlossenen Räumen.
Fehlende Zeit- und Personalkapazitäten kann der Handwerker schließlich durch den Einsatz von »Allround-Produkten« kompensieren. Zahlreiche Anwendungsbereiche können mit einer übersichtlichen Anzahl von Produkten abgedeckt werden mit dem Ziel, die Abläufe auf den Baustellen zu erleichtern bzw. zu beschleunigen und so Bauabschnitte in kürzerer Zeit abzuwickeln.

