Bauwerk: Begehbare Poesie
Etwa die Hälfte seines Lebens wohnte der bedeutende Dichter Friedrich Hölderlin (1770 bis 1843) in dem heute nach ihm benannten Hölderlinturm in Tübingen. Nun wurde das denkmalgeschützte Gebäude behutsam saniert und die neue, dreigeschossige Dauerausstellung zu einem multimedialen, interaktiven Ort, an dem Sprache mit allen Sinnen erfahren werden kann. Bei den umfangreichen Umbaumaßnahmen setzten die Planer auch beim Fußboden auf viel Holz. Zum Einsatz kam die Landhausdiele »Villapark« von Bauwerk, die mit ihrem großzügigen Format als ruhiger Untergrund die Exponate zur Geltung bringt.
Wie ein roter Faden zieht sich die Sichtbarmachung von Hölderlins Spracharbeit durch das ganze Haus. So werden im Hauptraum des Erdgeschosses seine Experimente mit Silben, Wörtern und Versen audiovisuell sowie taktil erfahrbar: Während auf eine mit Holzschindeln verkleidete Wand das Gedicht »Die Linien des Lebens« projiziert wird, können die Museumsgäste zeitgleich durch Auflegen ihrer Hand auf einer separaten Schindel das Versmaß erspüren – ermöglicht durch einen Körperschallwandler, der digital mit den Hebungen des vertonten Textes verknüpft ist. Im Obergeschoss widmet sich die Ausstellung ebenfalls der interaktiven Literaturvermittlung und bietet verschiedene Hör- und Medienstationen sowie Hands-on-Exponate. Im Zentrum stehen auf dieser Ebene jedoch Hölderlins amphitheatralisches Turmzimmer sowie sein hölzernes Pult, auf das er schlug, »wenn er Streit gehabt – mit seinen Gedanken«. Im angrenzenden Sprachlabor können die Museumsgäste schließlich selbst mit Silben, Wörtern und Versen experimentieren, um Hölderlins Arbeit an der Sprache nachzuvollziehen. Spielerisch können Interessierte zudem als Hölderlin-Avatar in ein »Jump ’n’ Run«-Spiel eintauchen und »Sprach-Hindernisse« per Drum-Pad im richtigen Takt meistern.
Haptisch erleben
Dass die haptische Wahrnehmung eine zentrale Rolle spielt, zeigt sich nicht nur im taktilen Einsatz der Schindeln, sondern generell im Umgang mit Holz. So war es den Planern wichtig, dass das Material Eiche als verbindendes Element im gesamten Museum spürbar ist. Entsprechend sollte auch der Bodenbelag, der auf 185 m² neu verlegt wurde, in einem homogenen Eichenton gehalten sein. Dabei fiel die Wahl auf Bauwerk-Parkett in der Farbe »Eiche Farina«, welche mit der Farbe der Holzschindeln harmoniert. Die gebürstete Oberfläche des wohngesunden und ressourcenschonend hergestellten Parkettbodens ist nicht nur optisch, sondern auch haptisch erlebbar und wird durch die innovative Versiegelung »B-Protect« nicht beeinträchtigt. Der Fußboden bleibt vielmehr strapazierfähig, pflegeleicht sowie UV-stabil und lässt trotzdem die einzigartige Natürlichkeit durchscheinen. Nicht zuletzt wirkt die Landhausdiele »Villapark« mit ihrem großzügigen Format von 2100 x 190 mm sehr ruhig und bringt dadurch vor allem die Exponate zur Geltung. So ist der Hölderlinturm selbst schon das erste Ausstellungsstück, bei dem der Boden nicht historisiert, sondern vielmehr zur harmonisch-zurückhaltenden Bühne für die neue Dauerausstellung wird.

