Bayern stoppt Holzbauförderung: Branche kritisiert verpasstes Signal
Der Freistaat Bayern stellt das Holzbauförderprogramm »BayF Holz« zum Jahresende ein und hat bereits jetzt die Annahme neuer Anträge gestoppt. Diese Entscheidung sorgt im Holzbau- und Holzhandelssektor für deutliche Irritation. Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) zeigt sich enttäuscht über das Aus eines Förderinstruments, das als wirksamer Baustein der bayerischen Klimastrategie galt.
»BayF Holz« war vor vier Jahren gestartet worden und förderte kommunale Einrichtungen ebenso wie mehrgeschossige Holzgebäude der Gebäudeklassen 3, 4 und 5. Grundlage der Förderung war die im Holzbau gespeicherte Kohlenstoffmenge: Pro Tonne CO₂-Äquivalent wurden 500 Euro gewährt, maximal 200.000 Euro pro Bauvorhaben. Rund 510 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 58 Mio. Euro wurden bewilligt – ein deutliches Signal für die Attraktivität des Programms.
Verlust eines wichtigen Lenkungsinstruments
Aus Sicht des GD Holz geht mit dem Förderstopp ein zentrales Element der klimapolitischen und wirtschaftlichen Anreizstruktur verloren. Insbesondere im Mehrfamilienhausbau hatte die durchschnittliche Förderhöhe von rund 100.000 Euro starke Impulse gesetzt. Sie wirkte als Motivation, ressourcenintensive, oft rohölbasierte Dämmstoffe durch klimafreundliche Holzbau- und Dämmstoffe aus heimischen Wäldern zu ersetzen.
Ein falsches Signal zur Unzeit
Der Vorsitzende des GD Holz, Maximilian Habisreutinger, kritisiert die Entscheidung deutlich: »Bayern hätte mit diesem Programm ein Vorbild für eine bundesweit wirksame und pragmatische Holzbauförderung sein können. Das abrupt gestoppte Programm lässt ungenutztes Potenzial und aufbauende Entwicklungen liegen. Gleichzeitig sinkt die Investitionsbereitschaft, weil Planungssicherheit wegfällt – ein falsches Signal zu einem Zeitpunkt, der eigentlich als Wegmarke für die Ankurbelung der Bauwirtschaft gesetzt ist.«
Die Bayerische Staatsregierung plant, die bislang für »BayF Holz« vorgesehenen Gelder künftig stärker sozialpolitisch auszurichten. Aus Sicht des GD Holz geht damit ein wichtiges Förderinstrument verloren, das bereits nachweislich positive wirtschaftliche wie ökologische Effekte erzielt hat.

