10.06.2016 | Boden / Zubehör Seite 56-58 in Ausgabe 6-7/2016

Bonas neue ­Leidenschaft

Der Profi und Systemanbieter für Holzfußböden erweitert sein Angebotsspektrum und präsentiert mit dem »Bona Elastic System« ein innovatives Spezialsystem zur Renovierung aller elastischen Bodenbeläge sowie aller Arten von Kautschukbelägen.

Starkes Quartett: Marketing Manager Rüdiger Weil, Christian Löher, Geschäftsführer und Sales Manager Central Europe der Bona Vertriebsgesellschaft mbH, Michael Laudien, Sales and Market Manager Region EMEA/APAC, und ­Systemtechniker Alexander Dolschenko (von links).Wenn Christian Löher über das neue »Bona Elastic ­System« spricht, ist sein Opti­mismus hinsichtlich des Potenzials und der Chancen im Markt sofort spürbar. »Wir haben uns zum ersten Mal getraut, über den Tellerrand des ­Holzfußbodens hinauszuschauen und haben nun mit der Erweiterung unseres Angebots Großes vor«, sagt der Geschäftsführer und Sales Manager Central Europe der Bona Vertriebs­gesellschaft mbH voller Überzeugung. Dabei darf der Umstand, dass sich der jahrelang erprobte Systemanbieter für Holzfußböden mit dem »Bona Elastic System« nun auch an die elastischen Bodenbeläge sowie Kautschukbeläge heranwagt, durchaus als Meilenstein gesehen werden. »Wir haben das Glück, dass wir in unserem Kern­geschäft in den vergangenen acht Jahren regelmäßig deutliche Umsatzzuwächse hatten«, sagt Löher. Allerdings habe man sich vor dem Hintergrund, dass der Parkettverbrauch ­zu­letzt insgesamt immer weiter zurückgegangen sei, mit Blick in die Zukunft etwas einfallen lassen (müssen). »Wir haben überlegt, was wir tun können, um uns breiter aufzustellen. Und da sind wir über unsere Hauptkompetenz – Oberflächenbeschichtungen – bei den elastischen Bodenbelägen gelandet. Denn da ist der Markt »Mit dem ›Bona Elastic System‹ ist man in der Lage, sehr viele Böden wieder in einen völlig jungfräulichen Zustand zu versetzen«, sagt Christian Löher, Geschäfts­führer und Sales Manager Central Europe der Bona Vertriebsgesellschaft mbH.vorhanden und es gibt für uns dort ein riesiges Poten­zial«, erklärt Löher.

Bei der Suche nach einem Pflege­mittelsystem für Designbeläge stießen die Bona-Verantwortlichen mit der Atra­mex AG zufällig auf ein Schweizer Unternehmen, das bereits ein System zur Renovierung aller elastischen und Kaut­schuk-Bodenbeläge entwickelt und dieses auch schon seit einigen Jahren dort auf dem natio­nalen Markt eingeführt hatte. »Dann haben wir uns die Vertriebsrechte für ganz Europa gesichert – natürlich mit Ausnahme der Schweiz«, berichtet ­Löher. Und so war das »Bona Elastic System« geboren.

Flächendeckendes Netz soll aufgebaut­ werden
In einer rund 18 Monate langen Testphase fand sich Bona immer besser auf dem neuen Terrain zurecht. »Wir haben in dieser Zeit viel gelernt. Denn für uns hat der neue Bereich auch einige neue Herausforderungen mit sich gebracht«, blickt Michael Laudien, Sales and Market Manager Region EMEA/APAC, zurück. Mittlerweile wurden in zweitägigen Seminaren etwa 120 Handwerker aus Partner-Betrieben in der Anwendung des neuen Systems geschult. »200 sollen es vorerst werden. Wir wollen in Deutschland ein ­flächendeckendes Netz an Betrieben haben, die mit unserem neuen System bestens umgehen können«, erklärt Laudien. Die Unterstützung durch die Bona-Anwendungstechniker bleibe dabei stets gewährleistet.

Martin Hunold, Geschäftsführer der Hunold Parkett- und Bodenbelags GmbH aus Bonn, gehört bereits zu Bonas »Elastic-Partnern« und ist überzeugt von den Vorzügen des »Bona Elastic Systems«.Zu den Betrieben, die bereits ein sogenannter »Elastic-Partner« sind, gehört die Hunold Parkett- und Bodenbelags GmbH aus Bonn. »Man muss bei der Vorbereitung des Untergrundes und der Ausführung sehr sorgfältig sein. Dann gibt es am Ende ein richtig gutes, beeindruckendes Ergebnis. Es gab bislang nur positive Reaktionen«, berichtet Geschäftsführer Martin Hunold, der nach eigenen Angaben »schon ein paar Objekte lang Zeit brauchte«, um sich zu 100 Prozent mit dem »Bona Elastic System« vertraut zu machen. Hunold: »Deshalb sollte dieses System auch nur von erfahrenen Fachkräften angewendet werden, die beispiels­weise auch Schleifarbeiten machen können. Die Schulungen sowie ein eigener Maschinenpark sind ebenfalls wichtig.«

Die Pfunde, mit denen die Renovierung eines Bodens durch das »Bona Elastic System« gegenüber dem Ver­legen eines komplett neuen Bodens wuchern kann, sind zahlreich und vielfältig: So ist eben kein aufwendiger ­Belagsaustausch inklusive aller damit verbundenen »Nebengeräusche« nötig, die Ausfallzeiten des betroffenen Bodens sind wesentlich kürzer und die Kosten deutlich geringer – um bis zu 50 Prozent, bei Krankenhäusern teils sogar bis zu 66 Prozent. Zudem ist eine farbige Gestaltung nach rund 2000 RAL- und NCS-Farben möglich. Die Böden verfügen nach einer sorgfältigen Sanierung inklusive Beschichtung über eine ganz neue Oberfläche. »Das System überzeugt zudem durch Kosteneinsparung und Wirtschaftlichkeit in Anwendung und Pflege. Es bietet sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile und es ist sehr anwenderfreundlich.

Mit dem System ist man in der Lage, sehr viele Böden wieder in einen völlig jungfräulichen Zustand zu versetzen«, sagt Christian Löher. Und die Ver­siegelung ist auch als präven­tive Maßnahme zur langfristigen Erhaltung der Optik neuer Beläge in stark frequentierten Objekten geeignet. Dabei umfasst die zum System gehörende­ Produktpalette spezielle Schleifmittel (»Diamond System« mit verschiedenen Körnungsgraden, Kupferschleifscheibe »Copper Disc«), Maschinen (»Flexisand + Powerdrive«, »Power Scrubber«, »Bona DCS«), Lacke (»Bona ES 200 Colour«, »Bona ES 200«, »Bona ES 200 HD«), Pflegemittel (»Bona ES 100«, »Bona ES Clean«, »Bona ES Deep Clean«) und einiges mehr in ver­schie­denen Varianten für praktisch alle ­Anforderungen. So auch für stark frequentierte Bereiche in Kranken­häu­sern, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindergärten, öffentlichen Ge­bäuden und Ämtern, Büros und Industriegebäuden, Einkaufszentren oder Handelsgeschäften.

Bona-Systemtechniker Alexander ­Dolschenko bei der Vorführung des »Bona Elastic Systems«.Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten­
»Dabei ist die Anwendung des Systems insgesamt recht simpel«, sagt Bo­na-Systemtechniker Alexander Dolschenko. Vereinfacht formuliert, funktioniert das »Bona Elastic System« wie folgt: Zunächst wird ein Reinigungsmittel aufgetragen, das nach einer ­Einwirkzeit entweder direkt über eine Schleifmaschine oder mit Wasser entfernt wird. Der entstandene »Schlamm« wird mit einem Sauger aufgenommen und die Oberfläche im Anschluss (mit Ventilatoren) getrocknet. Zum Abschluss wird die Beschichtung, be­stehend aus Farb- (bei Bedarf inklusive dekorativer Kunststoff-Chips) und Decklack, aufgebracht. Nach der Trocknung ist der Boden wie neu und voll nutzbar.
Auf diese Weise reichen die An­wendungsmöglichkeiten von farbiger Sanierung inklusive der Neugestaltung von Bodenflächen sowie komplett ­deckender Versiegelung und indivi­duellen Design, über Intarsien, bei denen fast alle Formen und Gestaltungen möglich sind, bis hin zur Treppensanierung (rutschhemmend, mehr Sicherheit aufgrund farblicher Abgrenzung).

»Das Interesse an dem System ist immens«
Bei all diesen Vorteilen, die das neue System mit sich bringt, ist das Umsatzziel, das Bona für die kommenden drei bis fünf Jahre formuliert, kaum verwunderlich. »Wir wollen mit dem ­neuen Produkt in dieser Zeit etwa 5 Mio. Euro Umsatz machen«, verrät Christian Löher. Damit neben dem Produkt auch alles Weitere entsprechend ist, wird derzeit aus eigenen Mitarbeitern und externen Handelsvertretern ein neues Vertriebsteam aufgebaut. Um das »Bona Elastic ­System« möglichst schnell zu einem bekannten Begriff zu machen, sollen verschiedene Vertriebswege begangen werden. So übernimmt Bona beispielsweise die Direkt­akquise bei Krankenhäusern und Kommunen selbst. »Wir wollen bei potenziellen Kunden direkte Aufklärungsarbeit leisten und zeigen, was man mit unserem System erreichen kann und was möglich ist. Die Aufträge geben wir dann natürlich an unsere geschulten Kooperationsbetriebe weiter«, sagt Löher, der sich jetzt schon freut: »Das Interesse an dem System ist immens – auch beim Bodenbelagsgroßhandel und im Bereich Gebäudereinigung.« Grundsätzlich seien Wille und Budget für neue Böden im Markt ohne­hin vorhanden. Lediglich die langen Ausfallzeiten bei neuen Böden können und wollen sich die wenigsten leisten. »Und genau da kommen wir mit dem ›Elastic System‹ und all seinen Vorteilen ins Spiel.«
Also: Gute Aussichten für Bona – auch auf neuem Terrain.

Niklas Frielingsdorf

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