28.03.2015 | Verlegewerkstoffe / Estrich / Technik Seite 50-53 in Ausgabe 4/2015

Bostik: Im Zeichen des Gecko

Bostik blickt auf eine 125-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Der Kleb- und Dichtstoffspezialist hat sich pünktlich zum Jubiläum ein neues, globales Erscheinungsbild gegeben, das sowohl Handel als auch Handwerk betört.

Informierten die Redaktion OBJEKT über »the new Bostik« (von links): Markus Hildner, Marketing Manager Construction, Ute Schoone, Technical & DIY Marketing Manager CE, und Olaf Memmen, Managing Director Central EuropeBostik hat eine stolze Vergangenheit, die bis ins Jahr 1889 in den USA zurückgeht. Dort nämlich erfolgte die Gründung unter dem Namen Boston Blacking Company. 1903 wurde die deutsche Tochterfirma in Oberursel/Frankfurt aus der Taufe gehoben.

In 2014 stand somit das 125-jährige Jubi­läum an – dieses wurde aber von einer Echse, genauer: einem Gecko, schon fast in den Schatten gestellt. »Wir feiern sozusagen 125 + 1 Jahr«, sagt Markus Hildner, Marketing Manager Construction. Recht hat er, denn jetzt in 2015 kann es mit Bostik und der neuen Markenpositionierung richtig losgehen. Das letzte Jahr war für die Verantwortlichen ein wahrer Kraftakt.

Man bedenke: In einer über 125-jährigen bewegten Historie kam es zu etlichen Übernahmen und Akquisitionen. Mit einher geht eine schon fast unübersichtliche Markenvielfalt – allein für den Bau- und Industriebereich kam man auf die stattliche Zahl 50. Aus diesem »Sammelsurium« wird nun eine globale Dachmarke – nämlich Bostik.
Hinzu kommt ein neues Erscheinungsbild, das sich konsequent und weltweit durch das Layout zieht – vom Gebinde über die Verpackung bis hin zu Messeständen, Firmengebäuden und Briefköpfen.

Der Gecko ist aus der Bostik-CI nicht mehr wegzudenken. Er ziert vom Briefkopf über Verpackungslayouts bis hin zum Firmengebäude alles, was zu Bostik gehört.Gecko nicht mehr wegzudenken
Schon jetzt ist er nicht mehr wegzudenken – der Gecko. Dahinter steckt ein überaus emotionales Konzept mit passender Story. Die Echsenart »klebt wie von selbst« sozusagen, er haftet auch auf glatten Untergründen und passt somit als Testimonial bestens zu einem Klebstoffhersteller. Der dazu­gehörige Slogan »smart adhesives« spiegelt die Unternehmensmission auf die Entwicklung intelligenter und innovativer Klebstofflösungen wider.

Das Konzept ist binnen kürzester Zeit voll aufgegangen. Im Vergleich zu anderen Herstellern haben Bostik-Ge­binde nun ein »Gesicht«. Mit einher gehen kecke Sprüche und Slogans, die für die Produkte sprechen. »Euphorisch wird dies vom Markt und auch von unseren Mitarbeitern aufgenommen«, berichtet Olaf Memmen. Memmen, Managing Director Central Eu­rope, erinnert sich noch gut an die ­erste Firmenveranstaltung, in welcher das Logo und die Neupositionierung vorgestellt wurden. Sogar langjährige Mitarbeiter, die traditionell mit einer anderen Marke gearbeitet haben, waren sofort begeistert.

Sensationell: Die Händler kommen auf Bostik zu mit dem Wunsch nach »Gecko-haften« Bannern oder nach anderen aufmerksamkeitsstarken POS-Materialien.Ebenso gut nehmen die Bostik-Profi-Kunden aus Baustoff-, Bodenbelagsgroß- und Malergroßhandel das neue Äußere auf. Diese bestellen sogar Banner, Beschriftungen und weitere Tools für ihr Geschäft, um mit dem Gecko auf sich aufmerksam zu machen und um ihre Ausstellung damit aufzuwerten. »Es ist sensationell«, freut sich Markus Hildner.

Nach zehnjähriger Abstinenz schlug Bostik in 2014 auch wieder auf der »Domotex« auf – dort wurde der Gecko erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Da noch etwas leiser, waren doch noch nicht alle Produkte ge­lay­outet. Auf der »Bau 2015« war es dann soweit; in München präsentierte sich Bostik komplett »Gecko-haft«! Olaf Memmen: »Wir hatten noch nie so eine hohe Frequenz wie auf der diesjährigen ›Bau‹. Unsere Marke hat einen absolut hohen Wiedererkennungseffekt und Sympathiewert.« Nun trumpft im In- sowie im Ausland der Gecko auf – mit einer einheitlichen Präsentation: egal ob auf der »Surfaces« in Las Vegas, der »MosBuild« in Moskau«, der »Domotex« in Hannover oder auf der Weigel-Hausmesse in Cloppenburg – »Bostik erkennt man nun überall!«
Besonders die Bereiche Abdichtungs- und Fliesentechnologie profitieren von der neuen Markenpositionierung. Auch die Systemprodukte der Marken Ardal und Heydi werden zukünftig unter der Marke Bostik platziert.

»Im Werk in Borgholzhausen wurde kräftig investiert«, freut sich Werksleiter Dr. Michael Nitsche. Gerade MS-Dichtstoffe (SMP) nehmen eine hohe Bedeutung ein. In Sachen hochviskoser Produkte (Parkettklebstoffe) hat man sich überproportionales Wachstum auf die Fahne geschrieben.Neue Verpackung, bewährter Inhalt
Die neue und klare Markenpolitik findet sich schon in diesem Programm wieder. Der Bereich Fliese präsentiert sich im neuen Gewand. Auch die Produkte wurden umgestaltet und haben einen neuen Namen bekommen. So neu das Äußere auch ist, so bewährt bleibt der Inhalt. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Parkettklebstoffe auf SMP-Basis unter der ­neuen ­Produktmarke »Parfix« erfolgreich eingeführt. Und das Engagement für neu­artige und originelle Klebstofflösungen geht weiter, wie die kürzlich von Bostik eingeführten Produkte belegen. Die »Axios Tri-Linking«-Polymertechnologie ist ein Durchbruch im Bereich der Parkettklebstoffe und bietet sowohl verbesserte Vernetzung als auch Schalldämmfunktionen.

Mit der »Eco+«-Range bietet Bostik zudem Produktformulierungen auf Basis nachwachsender Rohstoffe bzw. auf Basis von nachhaltigen Inhaltsstoffen in Verkaufsverpackungen mit optimierter Umweltbilanz. So bestehen einige Gebinde-Eimer aus 100 Prozent Recycling-Kunststoff. Und der vermehrte Einsatz von Alubeuteln im Bereich­ Parkettklebstoffe sowie von Papiersäcken mit »Aqua-Res«-Technologie sorgt zusätzlich für eine Optimierung der Lagerstabilität. Die Säcke sind zusätzlich mit einem Schutzlack-Finish versehen, das dauerhafte Farbechtheit garantiert. Für die Orientierung wurden die Produktbereiche zudem auch farblich differenziert: Das Sortiment für die Verlegung von textilen und elastischen Bodenbelägen wird von Grün geziert, Produkte für die Parkettverlegung erstrahlen mit orangenem Farbstreifen und so weiter.

Die drei Hauptvorteile des jeweiligen Artikels findet man auf den ersten Blick. Weitere Schlüsselinformationen erhält der Nutzer durch Piktogramme. Ein auf der Verpackung befindlicher QR-Code erlaubt einen Direktzugriff auf produktspezifische Dokumentationen.

Schulungen mit Event-Charakter
Mit so viel Fahrtwind ging Bostik in diesem Jahr auch das Thema Schu­lungen an. »Früher haben wir viel im Schulungscenter beim Werk in Borg­holz­hausen geschult, das machen wir auch nach wie vor«, erklärt Ute Schoone, Technical & DIY Marketing Manager CE. »Doch für viele Kunden ist es nicht immer machbar, hierhin zu kommen. Deswegen Bostik setzt(e) in diesem Jahr auf ­Schulungen an exklusiven Orten mit ­namhaften Referenten wie etwa Richard Kille. Eine Fortsetzung wird es auch im nächsten Jahr geben.wollten wir für 2015 das Thema Schulung ganz neu aufrollen.« Herausgekommen ist eine Veranstaltung, bei der sich Wissen und Event paaren. Um die Kunden bundesweit zu erreichen, wurden die Seminarorte in Nord, Ost, Süd und West aufgeteilt. Den Beginn machte die Allianz Arena in München, dann der Signal Iduna Park in Dortmund. In diesem Jahr geht es noch nach Leipzig ins Porsche-Werk (17. September) und abschließend ins Weser-Stadion nach Bremen (18. November). Gemeinsam mit Koopera­tions­partnern, etwa aus dem Bodenbelagsbereich, und den einschlägigen Sachverständigen werden Händler und Handwerker auf den neuesten Stand bei der Verarbeitung von Bostik-Produkten gebracht. Abgerundet wird das Ganze durch die Besichtigung dieser exklusiven Orte sowie von Vorträgen prominenter Referenten wie Ex-Werder-Bremen-Manager Willi Lemke oder Ex-Fußball-Profi Fredi Bobic. »Die Kunden haben dies äußerst positiv aufgenommen«, resümiert Ute Schoone über die ersten beiden Veranstaltungen. Managing Director Olaf Memmen stellt schon jetzt für das nächste Jahr weitere Event-Schulungen in Aussicht – auch außerhalb Deutschlands, wie etwa Niederlande und Österreich.

Bald auch des Architekten Liebling
Ehrlicherweise muss man einräumen, dass Bostik in der Vergangenheit etwas schwächer in puncto Architektenansprache aufgestellt war. Aber im Zuge der Rundum-Erneuerung wurde in dem Architekten Gregor Zienterra der neue Bostik-Teamleiter Bautechnik & Architektenberater gefunden. Fortan wird das Thema Ausschreibungen online mit aufgenommen, um den ­Planer bei der Projektertüftelung zu unterstützen. Als nächstes werden Detailzeichnungen und weitere Aspekte kommen, die letzten Endes zu einem Planungshandbuch führen, das kompetente Hilfe leistet.

Zwei, die sich mögen: Bostik und Arkema
Seit Februar 2015 gehört Bostik zum französischen Rohstofflieferanten und Produzenten Arkema. Der weltweit tätige­ Konzern generiert einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro – darunter ist Bostik mit weltweit 1,6 Milliarden Euro zu finden. Bostik ist eine eigenständige Business-Unit in Sachen Spezialchemie (Klebstoffe und Dichtstoffe) und besonders gut gelitten, wie Olaf Memmen weiß: »Immerhin machen wir etwa 22 bis 25 Prozent des Gesamtumsatzes von Arkema aus. Entsprechend ist auch die Wertschätzung Bostik gegenüber. Arkema hat sich mit Bostik in Sachen zukünftiger Entwicklung und Investitionen viel vorgenommen.« Und dass man direkt an den Rohstoffen »dran« ist, ist wohl auch nicht das Schlechteste. Man denke auch allein an die Synergien und Möglichkeiten durch die vernetzten F&E-Abteilungen.

Für Arkema sind 19 000 Menschen ­tätig, davon entfallen weltweit 4800 auf Bostik, wovon wiederum 356 bei ­Bostik Deutschland arbeiten. Bostik bekennt sich zum Profi: Ver­trieben wird zu 95 Prozent an den Fachhandel (Baustoff-, Bodenbelags- und Malergroßhandel) sowie zu 5 Prozent an Groß­objekteure. Europaweit generiert Bostik einen Umsatz von 750 Mio. Euro.

Der Hauptsitz der GmbH ist im ostwestfälischen Borgholzhausen. Dort ist neben dem Labor- und Entwicklungszentrum auch eine von drei deutschen Produktionsstätten angesiedelt.

Umsatztechnisch fußt Bostik auf drei Markt-Säulen: 48 Prozent macht der Bau-Bereich aus, 34 Prozent entfallen auf Industrie und 18 Prozent gehen in den DIY-Sektor mit der dafür speziell vorgesehenen Marke MEM.

Der Profi-Baubereich bietet ein breites Produktspektrum – vom Keller bis zum Dach – an: Montage- und Dichtklebstoffe, Verlegesortimente für textile, elastische, hölzerne und keramische Beläge, ein Wandprogramm, die Sparte »Sportfloor« sowie Abdichtungs­systeme und Kleb- und Dichtstoffe für den Dachbereich.

Interessant ist auch der industrielle Bereich: hier werden unter anderem auch Klebstoffe für den Fahrzeugbau, Etikettenklebstoffe und Klebstoffe für Hygieneartikel erstellt (bei Bostik entstand 1975 der erste elastische Befestigungsklebstoff für     Wegwerfwindeln).

Thomas Ottaviano

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