Caparol: 22. Caparol-Werkstofftag – auf der Agenda: Quo vadis, Handwerk?
Die Technisierung des Handwerks, der Trend zur Vorfertigung immer komplexerer Bauelemente sowie der absehbare Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) bei der Planung und Herstellung von Gebäuden aller Art gaben beim 22. Caparol-Werkstofftag Anlass zu vielstimmiger Diskussion.
In hörenswerten Vorträgen wurde deutlich, dass die Fortentwicklung traditioneller Applikationstechniken ebenso elementar ist wie die Erprobung innovativer Materialien und Methoden, um als Handwerksbetrieb in einer zunehmend maschinengesteuerten Moderne zu bestehen.
Mehr als 120 Teilnehmer
Rund 120 Teilnehmer hatten sich am 7. November auf Einladung der DAW SE in Ober-Ramstadt eingefunden, und was sie dort erlebten, war ein von A bis Z außergewöhnlicher Werkstofftag: Dieses Mal gab es keine neuen Produkte zu bestaunen, galt es keine ausgeklügelten Werkstoff-Kombinationen zu verstehen. Vielmehr hatte Franz Xaver Neuer, Technischer Leiter Caparol, Themen auf die Agenda gesetzt, die Mut und Weitsicht zugleich bewiesen: »Wir haben es mit einem Paradigmenwandel zu tun, der das Handwerk, wie wir es heute kennen, grundlegend verändern wird. Daraus resultiert erheblicher Gesprächsbedarf, dem Caparol mit diesem Werkstofftag ein Forum bietet«, merkte Neuer an, der den traditionsreichen Branchentreff – im Wechsel mit DAW-Innovationsmanager Uwe Michaelis – moderierte.
Produktivität erhöhen
Firmenchef Dr. Ralf Murjahn stellte die Notwendigkeit zur Rationalisierung und Effizienzsteigerung in Handwerk und Industrie in den Mittelpunkt seiner Rede: »Das ökonomische Umfeld verdunkelt sich zunehmend. Eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht, und auch vonseiten der Politik gibt es keine Maßnahmen, die Wirtschaft zu stärken und leistungsfähiger zu machen.« Die aktuelle Lage sei dadurch gekennzeichnet, dass es weder Wachstum noch Inflation gebe. »Wenn man in einem solchen Umfeld als Hersteller und Handwerk bestehen will, bleibt einem keine andere Wahl, als seine Produktivität deutlich und kontinuierlich zu erhöhen.«
Dass Caparol der richtige Partner ist, Handwerksbetriebe mit Produkten, Dienstleistungen und Schulungen zu den besten und effizientesten Unternehmen zu machen und sie auf dem Weg in die Zukunft zu begleiten, verdeutlichte der Werkstofftag in eindrucksvoller Weise.
Einig waren sich Oliver Heib, Vorsitzender Bundesverband Ausbau und Fassade, und Jan Bauer, Präsident Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz, in ihrer Beurteilung der Perspektiven, die sich aus den technologischen Neuerungen für das Stuckateur- sowie das Maler- und Lackiererhandwerk ergeben: »Veränderungen passieren. Mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen arbeitet heute in Berufen, die es vor 100 Jahren noch nicht gab. Stellen wir uns den Herausforderungen der Zukunft daher in engem gegenseitigem Austausch zwischen unseren Verbänden. Dabei wird eine wesentliche Aufgabe sein, trotz allen Fortschritts den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Weil Wertschöpfung und Wertschätzung im Handwerk untrennbar verbunden sind. Das soll auch so bleiben.«
Der 23. Caparol-Werkstofftag findet am 5. November 2020 statt.

