Caparol: Architekturpreis »Farbe – Struktur – Oberfläche 2016«
Im Rahmen des Architekturpreises »Farbe – Struktur – Oberfläche 2016« wurden sieben Bauprojekte prämiert, in denen grobes Material feinfühlig zum Einsatz kam. Seit 2004 zeichnet Caparol damit Bauten aus, die beispielhaft möglichst viele Sinne der Nutzer und Betrachter ansprechen – also neben der visuellen auch die haptische Wahrnehmung. Zugleich geht es um architektonische Konzepte, die Impulse im Sinne der Nachhaltigkeit, Vielfalt und Zukunftsfähigkeit liefern. Aus den 83 in diesem Jahr eingereichten Arbeiten kürte die Jury die Plätze eins bis drei und vier weitere für die Kategorie »Lobende Erwähnungen«.
Der erste Preis ging an die 2013 in Domat/Ems erbaute »tegia da vaut Domat« (rätoromanisch für »Waldhütte«), die als Bildungsort dient und den Werkstoff Tannenholz in unterschiedlichen Bearbeitungsformen präsentiert: strukturiert, glatt, statisch, öffnend, gewebeartig, geschlossen. Außen zeigt sich das Material als geschuppte Fassade, nach innen erzeugt es Geborgenheit und sorgt für authentische Ortsverbundenheit. Für die städtebauliche Qualität und den Umgang mit Materialien und Farben vergab die Jury den zweiten Platz an eine Wohnanlage in Wien mit 213 geförderten Wohnungen und acht Gewerbeeinheiten. Die Außenwände aus heimischer Lärche bilden einen interessanten Kontrast zu den rohen Betonelementen der Loggien und Balkone. Die Treppenhäuser sind jeweils in einem anderen Buntton aus der Palette »Le Corbusiers« gestaltet. Der dritte Preisträger ist die »Antivilla« in Potsdam, bei der die üblichen Sanierungspraktiken umgedreht wurden. Das Konzept baut das Gebäude nach innen weiter, der dabei entstandene offene Raum mit seinen betonsichtigen Flächen lässt sich mit Vorhängen zonieren.
In die Kategorie »Lobende Erwähnungen« fallen vier Einreichungen: das Konzerthaus in Blaibach, das an einen Monolithen erinnert, die Erweiterung des Sprengelmuseums in Hannover mit seiner weitgehend fensterlosen Fassade aus schwarz eingefärbtem Beton, ein Einfamilienhaus in Castasegna/Schweiz, das an seiner Rückseite in den Hang übergeht, sowie die neue Probsteikirche der Leipziger Trinitatisgemeinde mit ihrer Fassade aus rotem Porphyr.

