13.04.2017 | Wand / Fassade Seite 92-93 in Ausgabe 4/2017

Caparol: Gestatten, Vera!

Ein Riesenwandgemälde in Mannheim wurde realisiert. Die Fassade wurde zweifach mit »Amphibolin« von Caparol beschichtet.

Über 13 Stockwerke hinweg zieht sich das beeindruckende Porträt einer alten Dame, das Künstler Hendrik Beikirch an einem Wohngebäude in Mannheim aufgebracht hat. Fotos: Alexander KrziwanieEine alte Dame zieht in Mannheim derzeit alle Blicke auf sich. Seit dem Spätsommer 2016 blickt »Vera« von einem Hochhaus in der Brandenburger Straße in die Ferne. Wer von Nordosten kommend in die Stadt hineinfährt, dem fällt das eindrucksvolle Porträt unweigerlich ins Auge. Das riesige Wandgemälde zieht sich über 13 Stockwerke und ist 43 Meter hoch. Hinter dem Werk steckt Künstler Hendrik Beikirch, der sich mit seinen weltweit zu findenden, über­lebensgroßen Porträts einen Namen gemacht hat. Das Porträt von »Vera« zeichnete Beikirch auf einer Reise durch Sibirien. Im Rahmen des »Stadt.Wand.Kunst«-Projekts, das die Stadt in eine öffentliche Galerie verwandeln will, brachte er es nun nach Mannheim. Mehr als 60 Beteiligte trugen ­ihren Teil zu dem Mammutprojekt bei, das über ein halbes Jahr Vorbereitungs- und einen Monat Umsetzungszeit beanspruchte. Bevor der Künstler mit seiner Arbeit am Gebäude los-
legen konnte, waren allerdings einige Vor­arbeiten am Gebäude mit seinen 900 m² Blechfassade und 600 m² Beton­untergrund zu treffen. Der verantwortliche Malermeister Sebastian Krippl wandte sich vor Beginn der Arbeiten an Caparol. »Auch wenn es bewährte Aufbauempfehlungen gibt, ist jeder Untergrund individuell zu be­werten«, erzählt Maler- und Lackierermeister Jan Chong-Su Leonhardt. Er nahm für das Projekt eine Untergrundbewertung vor und sprach auf dieser Basis eine Aufbauempfehlung aus.

Das Team um Malermeister Sebastian Krippl reinigte den Untergrund und beschichtete die Fassade zweifach mit »Amphibolin«. Von oben seilten sich dafür Industriekletterer ab, von unten kam ein Hubsteiger zum Einsatz. Fotos: Alexander KrziwanieZu Beginn der Arbeiten reinigte Krippl gemeinsam mit einigen Mitarbeitern zunächst die Blechfassade und raute die Oberfläche an. Als wässrige Grundierung brachte er »Capacryl«-Haftprimer auf – »ein tragfähiger Untergrund für weitere Beschichtungen, mit dem wir seit Jahren sowohl innen als auch außen gute Erfahrungen machen«, erklärt Krippl. Es folgten eine Zwischen- und die Schlussbeschichtung mit »Amphibolin«, die das Team um den Malermeister teils manuell und teils über ein nebelarmes Spritzverfahren aufbrachte. »Amphibolin« ist auf Untergründen wie der Blechfassade besonders langlebig. Das Produkt ist seit vielen Jahren erprobt und hat sich in verschiedensten Einsatzszenarien – so zum Beispiel auch im Olympiastadion in Peking – bewährt.

Die Betonflächen wurden mit »CapaGrund Universal« grundiert und ebenfalls mit »Amphibolin« zwischen- und schlussbeschichtet. Insgesamt kamen bei dem Projekt etwa 120 Liter Haft­primer für die Grundierung der Blechfassade und 550 Liter »Amphibolin« für die zweifache Fassadenbeschichtung und die Arbeit des Künstlers zum Einsatz.

Die Industriekletterer malerten in einer Höhe von bis zu 43 Metern. Fotos: Alexander KrziwanieDie reine Fläche stellte den Malermeister und seine Kollegen nicht vor große Herausforderungen – wohl aber die Höhe des Gebäudes: Die unteren zwei Drittel des mächtigen Wohnblocks bearbeiteten sie von 30-Meter-Hubsteigern aus. Um das obere Gebäudedrittel kümmerten sich dagegen Industriekletterer, die sich vom Hausdach abseilten – die Koordination dieser Arbeiten lag dabei ebenfalls bei Krippl. Hochsommerliche Temperaturen von um die 35 Grad brachten die Verarbeiter zusätzlich ins Schwitzen, erinnert er sich: »Glücklicherweise befindet sich das Wandgemälde auf der nordseitig ausgerichteten Fassade, sodass wir nicht in der prallen Sonne arbeiten mussten. Trotz der Hitze hatten wir so mit ›Amphibolin‹ keine Probleme mit Ansätzen.«

Der Künstler bei der Arbeit: Das Porträt brachte Beikirch teils mit der Spraydose, teils mit Farbrolle und »Caparol Amphi­bolin« auf. Fotos: Alexander KrziwanieNun war Künstler Hendrik Beikirch an der Reihe. Er hatte zunächst am Computer simuliert, wie die Skizze auf dem Gebäude wirken würde und übertrug sie dann – teils mit der Spraydose, teils mit Farbrolle und »Amphibolin« – frei Hand und in tausendfacher Vergrößerung auf die Fassade. Caparol unterstützte ihn bei der Auswahl des richtigen Farbtons: »Es galt, einen ›Amphibolin‹-Ton zu finden, der dem Schwarz aus den verwendeten Spraydosen möglichst nahe kommt«, erklärt Leonhardt. »Um das zu erreichen, haben wir verschie­dene Rezepturen ausprobiert und Bemus­terungen vorgenommen.«

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