19.02.2023 | Boden / Zubehör Seite 52 in Ausgabe 2/2023

Carl Prinz: Digitalisierung der Logistikprozesse

Im Logistikzentrum beim Profil-Hersteller Carl Prinz in Goch summt und surrt es. Wie in einem Ameisenbau herrscht überall geschäftige Bewegung. Produzierte Ware wird eingelagert, kommissioniert, im Stagingbereich zwischengelagert, verpackt und versandfertig gemacht. Über 500000 Auftragspositionen (Picks) verlassen pro Jahr das Unternehmen in Goch. »Am Anfang des Projekts stand das Ziel, unsere Lieferprozesse noch schneller, transparenter und sicherer zu machen. Außerdem sollten die Arbeiten im Lager komplett auf Scannertechnik umgestellt werden«, erklärt Geschäftsführerin Katharina Prinz. Im Dezember 2022 war es schließlich so weit und das neue, ­erweiterte Lagerverwaltungssystem wurde in Betrieb genommen.

Mit Einführung des neuen ERP-Systems im Jahr 2019 waren die Voraussetzungen für das Projekt geschaffen, weitere zwei Jahre arbeitete das Unternehmen an der Einführung des erweiterten Lagerverwaltungssystems. Jeder Prozess wurde erfasst und im Hinblick auf die Kundenzufriedenheit analysiert. »Schnelle und vollständige Lieferungen geben unseren Kunden die notwendige Fle­xibili­tät, um auf Markterfordernisse ­reagieren zu können«, erläutert Vertriebsleiter Norbert Blach. Unmittelbar nach Erfassung des Auftrags erhält der Kunde nun per Mail seine Auf­trags­bestätigung, die er innerhalb eines ­definierten Zeitfensters kontrollieren kann. Nach Ablauf der Frist wird der Auftrag für die Kommissionierung freigegeben. Über 3500 Katalogartikel sind aus Lagervorrat lieferbar. Blach zufrieden: »Auch während der Corona-Krise hatten wir stets eine Lieferquote von über 98 Prozent.«

»Das ist im besten Sinne win-win«
Wurden die Waren früher in den einzelnen Lagerbereichen mit Papier­be­legen nacheinander kommissioniert, werden sie heute per Scanner parallel »gepickt«. Das spart Zeit. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass der Mitarbeiter auf den richtigen Artikel zugreift. Sobald alle Positionen in der sogenannten Staging­zone bereitliegen, können sie verpackt werden. Ein Mitarbeiter des Pack-Teams erhält den Auftrag automatisch zugewiesen. 
Im ERP-System sind zudem Algorithmen hinterlegt, die anhand der Sendungsdimensionen und der Empfängeradresse den optimalen Transportdienstleister bestimmen. Die fertige Sendung wird an der entsprechenden Rampe im Warenausgang bereitgestellt. Sobald die Sendung dem Spediteur oder KEP-Dienstleister übergeben wurde, erhält der Kunde per E-Mail den Lieferschein und die Tracking-ID. So ist er frühzeitig darüber informiert, welche Ware unterwegs ist und kann die Sendung online verfolgen.
»Das neue Lagerverwaltungssystem gibt uns außerdem einen perfekten Überblick über das gesamte Arbeits­volumen«, erläutert Prinz. Ein Bildschirm, das sogenannte Logistik-Dashboard, visualisiert die offenen »Picks« in den einzelnen Kommissionierzonen. So können Mitarbeiter flexibel in anderen Bereichen unterstützen und eine zügige Bearbeitung der Aufträge sicherstellen. 
Für den Kunden bedeutet das neue System Schnelligkeit und Sicherheit in der Auftragsabwicklung und bietet ­einen optimalen Überblick über die Ware, die unterwegs ist. Das erhöht die Planbarkeit im Großhandels- und Objektgeschäft. »Die Digitalisierung der Logistikprozesse wird uns riesige Schritte voranbringen«, ist sich die Geschäfts­führerin sicher, »wir schaffen Kundenzufriedenheit und senken Kosten. Das ist im besten Sinne win-win.«

Von analog zu digital: Die Waren werden per Scanner parallel »gepickt«. mehr

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