Carpet Concept: Neues Konzept für ein historisches Kloster
»Vale!« (Lebe wohl) gaben die entwerfenden Architekten dem Ensemble aus Alt und Neu mit auf den Weg – von den Kreuzgängen bis zum individuell gefärbten Teppichboden von Carpet Concept.
Ora et labora (bete und arbeite) hieß es einst bei den Benediktinern. Heute ist aus der denkmalgeschützten Abtei Michaelsberg bei Siegburg ein modernes Tagungszentrum entstanden.
Wer nach Siegburg fährt, sieht schon von weitem das Wahrzeichen der Stadt, die Abtei Michaelsberg. Wie eine Burg thront das 1096 gegründete Kloster mit seiner Kirche imposant auf dem Hügel inmitten der Stadt und bietet das Panorama aufs Rheintal. Ein geschichtsträchtiger Ort mit großer Anziehungskraft. Jetzt, seit Mai 2017, erstrahlt die Abtei Michaelsberg in neuem Glanz.
Die Architekten msm meyer schmitz-morkramer haben das Kloster zu einem Tagungszentrum ausgebaut und zeigen damit: Mit respektvoller Gestaltung lässt sich ein historisches Gebäude angemessen zu einem modernen Haus mit Wohlfühlfaktor umwandeln. Auch einen Neubau, das sogenannte Forum, hat msm meyer schmitz-morkramer optisch elegant integriert – so ist ein harmonisches Gesamtensemble entstanden.
Doch wie wandelt man eine Abtei mit fast 1000-jähriger Geschichte in ein zeitgemäßes Hotelinterieur, kann Gäste zur Erholung einladen, gleichermaßen ein lebendig-inspirierender Tagungsort sein?
Den Neubau hat msm meyer schmitz-morkramer auf dem ehemaligen Parkplatzgelände errichtet, 17 Meter unter der Erdgeschoss-Ebene der Abtei. Gute topografische Voraussetzungen, damit er nicht vertikal heraussticht. Durch seine besondere Gliederung scheint er zugehörig: Der zweigeschossige Sockel, der sich mit seinem hellgrau-sandfarbenen Naturbruchstein an der historischen Abtei-Fassade orientiert, beherbergt den neuen repräsentativen Eingang zum Katholisch-Sozialen Institut (KSI) sowie die Parkgarage. Es folgen ein gläsernes Verwaltungsgeschoss und darüber das Restaurant und die Tagungsräume. Der großzügige gläserne Pavillon auf dem Dach ist zur Lounge erweitert und gibt den Blick aufs Rheintal frei. Hier oben können Besucher in Kürze eine grüne Oase genießen: Die begehbaren Dachflächen werden mit Gartenlandschaft zum Verweilen einladen.
Interieur für optische Einheit
Ausgearbeitet wurde auch ein übergeordnetes Farb- und Materialkonzept, das msm meyer schmitz-morkramer entwickelte, um Abtei und Forum optisch miteinander zu verbinden. Dabei dominiert Naturstein auf den Böden sowie warmes Eichenholz an Fenstern, Türen, Handläufen und der gesamten Möblierung. Auf den lichten Fluren der Hoteletagen und in den Hotelzimmern war es aus akustischen Gründen notwendig, einen textilen Bodenbelag zu verlegen. Gewünscht wurde ein Farbton, der das Interieur und zugleich den Naturstein untermalt, sich aber nicht hervordrängt.
Zusammen mit der Teppichboden-Manufaktur Carpet Concept entwickelte man einen eigenen, individuellen Ton, das »Michaelsberg-Beige« in der Qualität »Eco Tec«. Einen harmonischen, Ruhe vermittelnden Farbton, der mit den Teppichboden-Spezialisten in der eigenen Weberei in Münchenbernsdorf speziell kreiert wurde.
»Farbkompetenz ist bei Carpet Concept ein zentrales Thema«, unterstreicht Thomas Trenkamp, Geschäftsführer von Carpet Concept. »Individuelle Farbauswahl und exakte Anpassung können wir durch unsere eigene Manufaktur in Münchenbernsdorf realisieren. So erhält der Teppichboden den speziellen Charakter, der für einen besonderen Ort wie den Michaelsberg nötig ist. Die akustische Ausrüstung sorgt zugleich für die nötige Ruhe im Hotelbereich.« Auch das minimalistisch gehaltene Interieur der Hotelzimmer trägt die Handschrift von msm meyer schmitz-morkramer: Neben gefertigten Eichenholz-Einbauten wie Schrank, Schreibtisch und Garderobe heben sich die Bettkopfteile mit integrierter Beleuchtung hervor. Sie sind in den Akzentfarben Senfgelb, Ochsenblutrot oder Mitternachtsblau gehalten. Sitzmöbel in der jeweiligen Kontrastfarbe werden dazu kombiniert. Diese Farbkombinationen und Materialien finden sich auch in den Seminar- und Tagungsräumen wieder.
So gelingt es den Architekten, einen roten Faden zu weben: die Verbindung zwischen Alt- und Neubau zu schaffen, das Gestern und Heute harmonisch zu verbinden.

