Clerkenwell, Design und Milliken
Im Rahmen der »Clerkenwell Design Week« lud der Teppichfliesen-Spezialist in seinen Londoner Showroom ein. Ziel ist es, auch in Deutschland einen Showroom zu etablieren.
Design an fast jeder Straßenecke: Mit dem Londoner Stadtviertel Clerkenwell verbindet man Kreativität, Kunst und Handwerk. Es ist die Heimat für ebensolche kreative Unternehmen und Architekten. Im Herzen von Clerkenwell, an der Berry Street 5, befindet sich folgerichtig der Showroom des Teppichfliesen-Spezialisten Milliken.
Im Mai 2017, als die bereits achte Ausgabe der »Clerkenwell Design Week« (siehe Info-Kasten) über die Bühne ging, lud Milliken auch deutsche Architekten in seinen Showroom ein, um über das Unternehmen und die Produkte zu informieren.
Auch OBJEKT war mit von der Partie und sprach unter anderem mit Sales Director Neil Booth und mit Dirk Cyrener, Senior Sales Manager Deutschland, über den Showroom und weitere Pläne des Unternehmens.
Der 700 m² große Showroom erstreckt sich über drei Etagen und lässt sozusagen das »Teppichfliesen-Herz« höherschlagen. Eine absolut sehenswerte Ausstellung regt die Kreativität an und weckt die Lust auf Teppichfliesen. Ein Konferenzraum bietet Platz für Meetings und Netzwerk. Und im »Basement« ist die Musterabteilung. Jährlich empfängt Milliken in dem ursprünglich viktorianischen Warenhaus über 3000 Besucher aus ganz Europa. »Der Showroom wird stark von Londoner Architekten frequentiert«, sagt Sales Director Neil Booth. »Diese kommen hier alleine oder auch mit ihren Auftraggebern hin. Aber auch große Objekteure führen hier Meetings durch. Hauptsächlich sind es englische Kunden, nichtsdestotrotz bekommen wir hier Besuch aus ganz Europa.«
Vom Van zum Showroom
Der Showroom wurde erst vor zwei Jahren runderneuert und ausgebaut, sodass nun dreimal so viel Fläche zur Verfügung steht. »Seit 16 Jahren besteht der Showroom in Clerkenwell. Ursprünglich hatten wir einen Van, mit welchem die Kollegen unterwegs waren und Muster verteilten. Wir suchten aber nach einer permanenten Lösung und einem Raum, wo wir größere Flächen zeigen und uns Kunden besuchen konnten, sodass wir auch die Marke besser präsentieren. Gerade das Thema Design bedarf mehr Fläche, um die ganze Landschaft an kreativen Spielmöglichkeiten zu sehen. Milliken-Produkte können so großflächig erlebt werden.« Dazu auch Dirk Cyrener, Senior Sales Manager Deutschland: »Milliken-Designs wirken auf der Fläche viel besser als in briefmarkengroßen Musterkarten. Selbst unterschiedliche Grautöne kann man besser darstellen. Allein das Begehen der Fläche sorgt beim Kunden für eine optimierte Wahrnehmung der Produkte in puncto Akustik und Komfort.«
Showroom-Konzept auch für andere Länder – und bald auch für Deutschland
Milliken möchte seine Präsenz und Marktdurchdringung im europäischen Markt ausbauen. So verwundert es auch nicht, dass der Teppichfliesen-Hersteller erst jüngst in Paris einen entsprechenden Showroom eröffnet hat. Durch diverse Partner in der Büromöbelindustrie unterhält man zudem in einigen weiteren Ländern wie zum Beispiel Russland oder Spanien eingerichtete »Gast«-Flächen. »Der Plan ist aber auch, in anderen europäischen Städten ›Milliken-eigene‹ Showrooms zu eröffnen«, so Neil Booth. Dabei hat das Unternehmen auf jeden Fall auch Deutschland fest im Visier. Hier tut man sich allerdings noch etwas schwer mit der Wahl des richtigen Orts. Booth: »In Frankreich ist das einfach – man nimmt Paris. Für Deutschland müssen wir noch eruieren, wo ein Showroom am meisten Sinn macht.« So stehen für Milliken natürlich die Städte Berlin, Hamburg oder München hoch im Kurs.
Milliken will weiter in Deutschland wachsen
Neil Booth und Dirk Cyrener sind sich sicher, dass der Teppichfliesenmarkt in Deutschland weiter wachsen wird. »Milliken ist auf Wachstum ausgelegt und will größer werden, und dafür wollen wir im Markt mehr Präsenz zeigen.« Dafür sind auch mehrere Millionen Euro in Maschinen, Personal und schlussendlich auch in die Kollektionen geflossen. Von schlichten bis hin zu aufwendigen Designs versetzen neue »Infinity«-Maschinen Milliken in die Lage, jedem Wunsch in Sachen Teppichfliese gerecht zu werden. »Wir sind Teppichfliesen-Spezialist«, betont Booth. »Gerade was Design, Technik und Erfahrung angeht, wissen wir, wovon wir sprechen. Wir haben keine Bahnenware, wir führen keine Kombination aus Fliese und Bahnenware oder schneiden aus der Bahnenware Fliesen heraus – wir machen ausschließlich Teppichfliesen!«
Eine Kombination strebt man allerdings schon an, wobei diese noch etwas weniger prominent kommuniziert wird – das Thema Teppichfliese und LVT. Seit bereits anderthalb Jahren hat Milliken LVTs im Programm und ist damit in England gestartet. Hier suche man laut Booth und Cyrener allerdings noch seine Position im Markt. Die Kollektion war zu Beginn zu groß, Designs mussten gerade für die Kombination mit Teppichfliesen überarbeitet und ein Lager für kurze Lieferzeiten aufgebaut werden.
Sabine Langanke
»Clerkenwell Design Week«
Die »Clerkenwell Design Week« in London ist quasi ein Schaufenster führender britischer und internationaler Marken und Firmen, die sich in diesem Londoner Viertel in einer Reihe von Showroom-Events, Ausstellungen und Sonderinstallationen präsentieren. Die Veranstaltung, die im nächsten Jahr bereits in ihre neunte Runde geht, hat sich als führendes britisches Design-Festival fest etabliert. Zu der dreitägigen Show mit ihren 300 Ausstellungsmarken kamen in diesem Jahr über 34 000 Besucher. Zum Angebot zählen neben Möbeln, Küchen und Textilien auch Bodenbeläge.

