Da geht einiges in Sachen Parkett
Etliche Neuheiten und Trends aus der Parkett-Welt: Naturfarben geben den Ton an und Fischgrät kehrt zurück!
Die Natur ruft! Und mit ihr einher gehen entsprechende Farben und Oberflächen. Wer sich im Januar auf den Leitmessen umschaute, konnte sich über viel Schönes an den Ständen der Parketthersteller erfreuen.
Nach wie vor ist die Holzart Eiche der Liebling der Massen und somit der Produzenten. In Sachen Struktur und Look wird darauf geachtet, die Ursprünglichkeit des Naturmaterials so gut wie möglich zu erhalten – der Baumstamm soll quasi zu Füßen liegen.
Hier überzeugt ter Hürne mit vielen Ausführungen mit sehr handwerklichem Ausdruck: Anmutungen von Sägeschliff, neue Interpretationen des Schiffsbodens, breite Landhausdielen (200 x 2390 mm) und rustikale Oberflächen sind die Highlights aus dem neuen Parkett-Sortiment. Und auch bei Haro gibt es Struktur pur mit dem Schiffsboden: Neben den erhabenen Ästen und der starken Strukturierung verläuft bei der Oberfläche des »retro 3D«-Bodens eine Fase um jede einzelne Lamelle.
Nach wie vor wird also gebürstet, geschroppt und gekälkt, was die Maschinentechnik hergibt. Äste und Wurmlöcher werden herausgearbeitet, natürliche Risse per Hand gekittet und anschließend wird mit Naturölen ein High-End-Finish hingelegt.
Widerstandsfähige Veredelungen
Boen bietet zum Beispiel mit der Oberflächenveredelung »Live Pure« einen Fußboden, der die Natürlichkeit von Holz bewahrt, ohne dadurch weniger widerstandsfähig, beispielsweise gegenüber Flüssigkeiten, zu sein. Ein Eichenboden mit dem »Live Pure«-Finish vermittelt den Eindruck, als sei das Holz gerade frisch gesägt worden.
»B-Protect« von Bauwerk etwa ist ein unsichtbarer mehrschichtiger Lackauftrag, der während des Produktionsprozesses aufgebracht wird. Die Zusammensetzung schließt die Oberfläche des Parketts vollständig und bewahrt so vor dem Eindringen von Schmutzpartikeln. Die Eigenschaft der aufgetragenen Substanz hat bei Tests gezeigt, dass der Einfluss der UV-Strahlung minimiert und die ursprüngliche Anmutung der Fläche über Jahre nahezu unverändert bleibt.
Laut dem Verband der Deutschen Parkettindustrie (vdp) sind in diesem Jahr Parkettböden mit gebürsteten Oberflächen besonders häufig anzutreffen. Durch die sorgfältige Bürstung der weichen Bestandteile des Holzes in Längsrichtung zur Maserung erhält die Oberfläche eine spürbare Struktur und die härteren Bereiche wie die Jahresringe und die natürliche Maserung kommen dadurch besser zur Geltung. In Verbindung mit einer geölten Rohoptik kann so beispielsweise eine klassisch-elegante Struktur realisiert werden.
Weißtöne und der sogenannte Rohholzeffekt war auch Thema bei dem Oberflächenspezialisten Naturhaus: Landhausdielen, die wirken, als seien sie unbehandelt. Das Unternehmen hat dafür spezielle Produkte entwickelt wie die neue lösemittelfreie, schnelltrocknende weiße Oberfläche. Der Naturoberflächenspezialist zeigt außerdem, wie sich der Rohholzeffekt auf Holzoberflächen einfach und ökologisch realisieren lässt.
Farben: Natur pur
Was die Farben anbelangt, so geben authentische, matte und sanfte Naturkolorits den (Farb-)Ton an. Die Palette reicht von Weiß- und Grautönen über Beige- und Cremefarben bis hin zu warmen Brauntönen – auch Zwischentöne wie etwa »Greige« sind in.
Diese Farbtrends hat etwa das Unternehmen Hamberger mit seiner Marke Haro bestens übersetzt: »Puro« ist eine eigenständige Produktserie innerhalb des Haro-Parkettsortiments, die Schiffsböden und Landhausdielen vereint. Die Farbrange: acht moderne und dezente Naturölfarben von Hell bis Dunkel und harmonisch aufeinander abgestimmt. Alle acht Farbtöne von Weiß über Grau, Beige bis zu einem sanften Braun gibt es durchgängig in zwei Designs, als Landhausdiele sowie als Schiffsboden.
Der Wunsch nach Größe
Große und lange Dielen haben in den letzten Jahren stetig an Bedeutung zugelegt. Den Wunsch nach großen Formaten greift zum Beispiel Kährs mit der neuen »Real Collection« auf. Die Eiche-Dielen im dreischichtigen Eiche-Aufbau haben eine Breite von 250 und 300 mm, die Länge der Dielen variiert zwischen 2400 und 3000 mm. Eine rundumlaufende Fase hebt das besondere Format dieser Kollektion hervor. Bei der Haro-Landhausdiele »Plaza« (Breite 240 mm, Länge 2200 mm) verbinden sich die authentische Optik und Großzügigkeit einer Schlossdiele mit den technischen Vorzügen von regulärem Mehrschichtparkett. Dank regulärer Aufbauhöhe, einfacher Verlegung mit »Top Connect« und problemloser Verlegbarkeit auch auf Fußbodenheizung ist »Plaza« technisch klassischen Schlossdielen allerdings deutlich überlegen.
Geometrie!
Neben Länge geht es aber auch um andere Formen und Abmessungen. Hier stach auf der Messe wieder Kährs hervor – mit der »Bloc Collection«: Die neueste Kollektion aus dem 2-Schicht-»Master«-Sortiment vereint streng geometrische, klassische oder verspielte Muster in einem modernen Format. »Bloc« basiert auf drei modularen Formaten. Die Dielen sind 300 mm breit und 300, 600 und 900 mm lang. Die kompatible Breite und Länge ermöglicht endlose Varianten an Verlegemustern.
Die Renaissance des Fischgrät-Parketts
Ein alter Bekannter hat sich auch wieder sehen lassen, auch wenn er etwas »zugenommen« hat: Fischgrät-Boden. Der oberbayerische Hersteller Hain Parkett stellte zwei XL-Formate im Fischgrät-Design mit 1200 x 140 x 11 mm oder 780 x 120 x 11 mm vor.
Dazu auch Michael Schmid, vdp-Vorsitzender: »Hier scheint sich eine Renaissance des klassischen Fischgrät-Parketts abzuzeichnen. Dabei können die einzelnen Elemente durchaus größer als bislang ausfallen.«
Thomas Ottaviano

