Decor-Union: Nicht nur bessere Einkaufskonditionen
Michael Heinrich, Geschäftsführer der August Ude OHG in Stendal, trat der Kooperation Decor-Union bei, weil er neben besseren Einkaufskonditionen vor allem den Austausch unter Kollegen schätzt.
Stendal, die alte Hansestadt, ist heute Kreisstadt des Landkreises Stendal und mit ca. 40000 Einwohnern die größte Stadt sowie Verkehrsknotenpunkt in der Altmark in Sachsen-Anhalt. Sie besitzt den Charme aller alten Städte, erstrahlt aber heute in neuem Glanz. Und das ist eng mit dem Großhandelsunternehmen August Ude OHG verknüpft.
Die firmeneigene Historie reicht bis zum Jahr 1901 zurück. Seit 1996 ist das Familienunternehmen, das über fünf Generationen gesund gewachsen ist, auch Spezialist für Farben und Lacke. Aber eben nicht nur. »Im Grunde sind wir drei Großhandelsunternehmen mit drei vermeintlich sehr unterschiedlichen Geschäftsfeldern: Farben, Schmierstoffe und Reinigungsmittel mit abertausenden Artikeln«, sagt Geschäftsführer Michael Heinrich. Das Sortiment reicht von eigenen hochwertigen Farben- und Lacklinien über Motorenöl und Schmierfette bis hin zu Chemikalien für die Landwirtschaft, Euter-Dippmittel für Kühe und Desinfektionsmittel – ein Kuriosum, das sich aber in Jahrzehnten zum erfolgreichen Geschäftsmodell entwickelt hat.
»Ich subsummiere das Ganze unter chemisch-technische Produkte ̶ auch wenn das nicht alles erklärt«, schmunzelt Heinrich. Die Kundenklientel umfasst Endverbraucher, Handwerker, Malerfachbetriebe ̶ die hier das Vollsortiment finden –, Autowerkstätten, Landwirte und Krankenhäuser.
Alle Zielgruppen werden sachkundig beraten – nicht selten vom Chef persönlich, der ein wandelndes Fachlexikon ist und auf jede Frage zu Produkten die richtige Antwort hat.
Begonnen hat alles mit einem Pferdegespann
Michael Heinrichs Ururgroßvater zog vor knapp 120 Jahren mit einem Pferdegespann in der Altmark über die Dörfer und versorgte die Menschen mit Riemenwachs, Lackfarben, Fetten und Reinigungspasten.
Über die Zeit wuchs das Sortiment kontinuierlich, spaltete sich weiter auf und wurde immer spezieller, sodass die einzelnen Fachbereiche immer weiter ausgebaut wurden. Schon damals gab es in der Region den geflügelten Spruch: »Egal, was du brauchst, geh zu Fett-Ude.«
Dann kam der Zweite Weltkrieg, gefolgt von der Teilung Deutschlands. Stendal wurde Teil der DDR, und freies Unternehmertum war nicht mehr gefragt. Dennoch gelang es dem Unternehmen, sich der Verstaatlichung immer wieder zu entziehen und als Partner des VEB-Kombinats Minol zu überleben.
Generationswechsel
1994 übernahm Hans-Jürgen Heinrich das väterliche Unternehmen, das damals noch mit einem Betriebshof in der Stendaler Innenstadt residierte. Die ersten wilden Nachwendejahre waren vorbei, das Auf und Ab zwischen (N)Ostalgie und Wessi-Schelte wich einer neuen Aufbruchstimmung, die auch Ude bewegte: 1996 wurden gut 2 Mio. Mark in einen Neubau im lokalen Industriegebiet auf der grünen Wiese investiert.
»Bis zu dem Zeitpunkt hatten wir wenig mit Farben zu tun, handelten in dem Segment vor allem mit Lacken. Weil der Bedarf sich abzeichnete und räumliche Kapazitäten vorhanden waren, integrierten wir einen Maler-Abholmarkt«, erklärt Michael Heinrich, der 2019 zusammen mit seinem Vater die Einzelunternehmung in eine OHG umwandelte.
2012 wurde das Malersegment weiter ausgebaut
Analog zu den beiden etablierten geschäftlichen Standbeinen blieb das Thema Farben lange ein Spielbein, bei dem Endverbraucher und Handwerker durch gezielte Nachfrage den Entwicklungsschub vorantrieben.
2012 hat man das Malersegment mit der Farben-Eigenmarke weiter ausgebaut: »Die ist unverwechselbar, von gleichbleibend hoher Qualität und: jeder Farbeimer ist ein Werbeträger für uns«, sagt Heinrich, der schon als Kind sein Taschengeld aufbesserte, indem er im elterlichen Betrieb arbeitete, mit 16 Jahren als erster und bisher einziger Lehrling im Betrieb zum Kaufmann im Groß- und Einzelhandel ausgebildet wurde und seither die Firmenscholle nicht verlassen hat.
»Angesichts der Sortimentsvielfalt, die sehr unterschiedliches fachkundiges Spezialwissen erfordert, ein Riesenvorteil. Gleichsam aber auch ein Nachteil, weil man nicht über den eigenen Tellerrand hinausschaut«, sagt Heinrich, der im Gespräch zwischen Weißgraden von Fassadenfarben, der Viskosität von Spezialölen, Ersatzfuttermitteln bei Kälber-Durchfall und den unterschiedlichen Desinfektionsmitteln für Krankenhäuser in Sekundenschnelle mit traumwandlerischer Sicherheit hin und her switcht. Fast schon genial, aber doch nicht befriedigend. »Ich war auf der Suche nach fachlichem Austausch, vor allem als Farbengroßhändler.«
Eintritt in die Decor-Union
Ein Kollege aus Magdeburg empfahl ihm die Decor-Union. »Ich habe mich ein wenig schlau gemacht und bin Mitglied geworden. Für mich persönlich und den Betrieb war das genau die richtige Entscheidung«, sagt Heinrich, der regelmäßig die Fachtagungen zum Austausch unter Kollegen besucht
»Man selbst ist ja häufig betriebsblind, da hilft die Fremdeinschätzung sachkundiger Kollegen mit dem Blick von außen, die eigene Sicht auf die Dinge zu revidieren.«
Heinrich weiß die Vorteile eines leistungsstarken Einkaufs- und Service-Verbundes zu schätzen: »Als DU-Mitglied profitieren wir von besseren Einkaufskonditionen, haben mehr Produkte zur Auswahl und können uns, gekoppelt mit bestem Service und fachmännischer Intensivberatung, vom örtlichen Wettbewerb deutlich abgrenzen.«
Über die Kooperation ist Ude bei allen interessanten Lieferanten gelistet. »Das ist ein Riesenvorteil – vor allem mit Blick auf die Zukunft. Öle und Fette, mit denen wir groß geworden sind, werden angesichts Elektromobilität und geleasten Landmaschinen, wo der Wartungsvertrag gleich inklusive ist, in der Nachfrage abnehmen. Die hochwertige Innenraumgestaltung mit Designbodenbelägen (LVT), Qualitätsfarben usw. nimmt derweil kompensatorisch zu. Weshalb wir auch mit dem Gedanken spielen, auch das Heimtex-Sortiment aufzunehmen«, sagt Heinrich, der nach zwei baulichen Erweiterungen über den nächsten Anbau nachdenkt. Diesmal keine Lagerhalle, sondern einen modernen, lichtdurchfluteten Showroom mit viel Präsentationsfläche.
Während das Malergeschäft nach wie vor ein Abholgeschäft ist, liefert Ude in einem Radius von 80 Kilometern Schmierstoffe und Reinigungsmittel mit einem eigenen Bringdienst aus.
Das Unternehmen beschäftigt aktuell neun Mitarbeiter und ist auf Expansionskurs. Wobei es nicht ganz einfach ist, gut ausgebildete Fachkräfte über alle Sortimente zu bekommen. »Aber da kann man hineinwachsen«, gibt sich Heinrich optimistisch.


