Knauf Gips: Klare Form mit Handschrift
Das Neue Rathaus in Bernau bei Berlin ist ein kubischer Bau in klarer Formensprache. Das Gebäude überrascht mit einem Putz in Besenstrichtechnik, der die gesamte Fassade bis zur Geländeoberkante durchzieht. Mit seiner dreidimensionalen Wirkung lenkt außerdem das in Sgraffito-Technik ausgeführte Stadtwappen neben dem Haupteingang die Blicke auf sich.
Mit dem Bären, dem Eichbaum und dem Adler in hell- und dunkelgrauen Flächen sowie feinen Linien hebt sich das etwa 1,75 Meter hohe Stadtwappen aus der Putzfassade des Bauwerks ab. Das Wappen wurde in den zweilagigen dunkel- und hellgrauen Oberputz »Knauf SM700 Pro« als zweifarbiges Sgraffito eingearbeitet bzw. ausgekratzt. Die historische Sgraffito-Technik war eine anspruchsvolle Aufgabe, die handwerkliches Können und Geduld erforderte und dessen Ausführung zwei Verputzer zwei Tage lang beschäftigte. Für die Gestaltung des Stadtwappens wurden zunächst die Konturen des Emblems mithilfe einer Kunststoffschablone auf die oberste, helle Putzlage aufgezeichnet. Dann wurden die Linien und Flächen mit teilweise nadelfeinen Sgraffito-Werkzeugen durch die Freiflächen der Schablone hindurch aus der ca. 3 bis 4 mm dicken oberen Putzlage herausgekratzt, sodass der darunterliegende dunklere Putz zum Vorschein kam und ein räumlicher Effekt entstand.
Besenstrich verleiht Lebendigkeit
Neben dem reliefartigen Stadtwappen fällt bei dem Neubau der Fassadenputz auf: Horizontale Linien – Riefen, unregelmäßig lang, dünn und dick, mal tiefer, mal flacher – durchziehen die Oberfläche, ausgeführt in historischer Besenstrichtechnik mit dem Alles-könner-Putz »Knauf SM700 Pro«. Der mineralische Oberputz ist nicht brennbar und sorgt dank einer speziellen Faserverstärkung für eine sehr hohe Risssicherheit. Er bildet den Abschluss des Wärmedämm-Verbundsystems »Knauf Warm-Wand Plus«, mit dem insgesamt 2320 m² Fassadenfläche mit Steinwolle gedämmt wurden. Die Strukturierung der Fassade sollte die Flächigkeit eines WDVS-Putzes auflösen und der Fassade Lebendigkeit verleihen. Bei der Besenstrichtechnik wird der noch feuchte Putz horizontal mit einem speziell präparierten Besen so aufgeraut und durchgekämmt, dass das typische Strukturbild eines Besenputzes mit gewollten Unregelmäßigkeiten entsteht.
Besenstrich bis runter an die Geländeoberkante
Die Besenstrichstruktur der Fassade geht von oben bis ganz nach unten an die Geländeoberkante. Üblicherweise ist im Sockelbereich eine Dichtschlämme für alle Putze gegen aufsteigende und direkte Feuchte vorgesehen. Die Schlämme ist jedoch glatt. So kam der Putz »Sockel-SM Pro« ins Spiel. Dieser eignet sich als Klebemörtel und mineralische Haftbrücke etwa auf mineralischer Dichtungsschlämme (MDS) und Bitumendickbeschichtung (PMBC) sowie als Oberputz. Darüber hinaus ist bei Verwendung als Armiermörtel und Oberputz – bei einer Gesamtputzdicke von 7 mm – kein zusätzlicher Feuchteschutz des Putzes erforderlich. »Im Praxistest mit unserem Anwendungstechniker stellte sich heraus, dass sich dieser Sockelputz gut in Besenstrichtechnik strukturieren lässt und in Kombination mit ›SM700 Pro‹ ansatzfrei funktioniert«, berichtet Knauf-Fachberater Hartmut Baum. Bernaus Baudezernent Jürgen Jankowiak freut sich über die Gesamtkomposition: »Ich finde es gut gelungen, auch wenn das Fassadenbild stark variiert. Man erkennt die Handschrift des Handwerkers, der Putz lebt.«


