Destatis: Wohnungsbau legte 2025 erstmals wieder zu
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 18. Februar mitgeteilt hat, erlebte der Wohnungsbau in Deutschland nach drei Jahren rückläufiger Zahlen im Jahr 2025 eine spürbare Belebung. Insgesamt wurden 238.500 Wohnungen genehmigt, was einem Plus von 10,8 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Damit endet die Phase stetiger Rückgänge, die im Vorjahr mit dem niedrigsten Stand seit 2010 ihren Tiefpunkt erreicht hatte. Die Zahlen umfassen sowohl Neubauten als auch Wohnungen, die aus Umbauten hervorgehen, und gelten als früher Indikator für die Bautätigkeit der kommenden Jahre.
Dynamik im Neubau
Mit 198.100 genehmigten Wohnungen liegt der Neubau 12,6 Prozent über dem Vorjahreswert, während Umbauten lediglich leicht zulegten. Die stärksten Impulse kamen von Ein- und Mehrfamilienhäusern: Genehmigungen für Einfamilienhäuser stiegen um 17,2 Prozent auf 44.500 Einheiten. Mehrfamilienhäuser blieben mit 128.100 bewilligten Wohnungen das Herzstück des Marktes und erreichten ein Plus von 12,1 Prozent. Zweifamilienhäuser verharrten dagegen auf niedrigem Niveau.
Auch Wohnheime trugen zum Wachstum bei und steigerten ihre Genehmigungszahlen im Vergleich zum Vorjahr um 34,2 Prozent deutlich. Weniger dynamisch zeigte sich hingegen der Bereich neuer Wohnungen in Nichtwohngebäuden, der um 10,3 Prozent zurückging.
Privatpersonen und Unternehmen treiben den Markt – öffentliche Hand bremst
Eine klare Verschiebung zeigte sich bei den Bauherrengruppen. Rund 95 Prozent aller Neubaugenehmigungen gingen auf Unternehmen und private Bauherren zurück. Unternehmen steigerten ihre Aktivität um 14,6 Prozent (108.800), Privatpersonen um 14,9 Prozent (79.200). Deutlich rückläufig war dagegen das Engagement der öffentlichen Hand, deren Genehmigungszahlen um 23,2 Prozent (auf 6900) sanken.
Rückgang im Nichtwohnungsbau setzte sich fort
Während der Wohnungsbau zulegte, blieb der Nichtwohnungsbau 2025 unter Druck. Der sogenannte umbaute Raum – ein zentraler Indikator für die Bauaktivität – sank um 5,2 Prozent auf 183,1 Mio. Kubikmeter und damit auf den niedrigsten Wert seit 2014. Besonders stark betroffen waren Warenlager-, Fabrik- und Werkstattgebäude sowie institutionelle Gebäude wie Krankenhäuser oder Pflegeheime. Nur Handelsgebäude und landwirtschaftliche Betriebsgebäude entwickelten sich gegen den Trend und verzeichneten Zuwächse.
Ausblick
Als Frühindikator liefern die Genehmigungszahlen wichtige Hinweise auf zukünftige Bauaktivitäten. Ein umfassenderes Bild entsteht jedoch erst mit den Baufertigstellungen, die das Statistische Bundesamt im Mai 2026 veröffentlichen wird. Dann wird sich zeigen, wie viele der genehmigten Projekte tatsächlich realisiert wurden und wie sich der Bauüberhang entwickelt.

