Deutsche Bauchemie: Gemeinsam durch die Krise
Rund 100 Teilnehmer waren im Juni zur 74. Jahrestagung der Deutschen Bauchemie nach Bremerhaven gekommen. Im Mittelpunkt der Rede des neuen Vorstandsvorsitzenden Andreas Collignon (Wacker Chemie AG) stand die schwierige Branchensituation vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges, der explodierenden Energiepreise, der Rohstoff- und Materia-knappheit sowie der Probleme im internationalen Fracht- und Logistikmanagement. »Als deutsche bauchemische Industrie müssen wir uns diesen Herausforderungen stellen. Die substanziellen Voraussetzungen in unseren Mitgliedsunternehmen sind gut, die Auftragslage immer noch zufriedenstellend. Prognosen über die nähere Zukunft aber bleiben letztlich spekulativ, jedes aktuelle Ereignis im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg kann sehr schnell unabsehbare Folgen haben«, so der Vorstandsvorsitzende. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) als Dachverband und die Deutsche Bauchemie leisteten Unterstützung auf verschiedensten Ebenen, damit die Branche weiterhin stabil durch die Krise komme.
Prägend für die Verbandsarbeit
Schwerpunkte der künftigen Verbandsarbeit kommen aus Brüssel, darunter das Thema »Green Deal« der EU-Kommission. Die Deutsche Bauchemie hat hierzu ein Projekt aufgesetzt und budgetiert, um mit eigenen »Success-Stories« den von der Europäischen Kommission initiierten Übergang zu einem resilienten, grüneren und digitalen Bausektor zu unterstützen. Die Revision der REACH-Verordnung und die geplante Überarbeitung der Bauproduktenverordnung beschäftigen die Verbandsgremien schon jetzt intensiv und das wird für die nächste Zeit auch so bleiben. Übergeordnetes strategisches Ziel der Deutschen Bauchemie ist dabei, die laufenden Prozesse in Brüssel kritisch, konstruktiv und im Sinne der Mitgliedsunternehmen zu begleiten und Impulse zu geben. Einen Querschnitt der gesamten Verbandsarbeit in den letzten zwölf Monaten liefert der neue, 80-seitige Jahresbericht, der als PDF auf www.deutsche-bauchemie.de zum Download bereitsteht.
Den Abschluss der Jahrestagung bildete wie immer der Vortragsteil: Dr. Christine Lemaitre, geschäftsführender Vorstand der DGNB, forderte in ihrem Vortrag »Nachhaltiges Bauen – Status und künftige Anforderungen« ein systematischeres, daten- und faktenbasiertes Vorgehen beim Klimaschutz: »Wir müssen heute das Maximale tun!« Prof. Dr. Norbert Berthold (Universität Würzburg) stellte die Frage »Der Staat expandiert, der Markt stagniert – Welche Chancen haben wir?« und betonte darin die besondere Rolle der Wähler: »Sie wollen nicht weniger Staat und mehr Markt; sie wollen das Gegenteil!« Deswegen sei ein Ende der staatlichen Expansion in unseren gesellschaftlichen Alltag nicht erkennbar.
Die 75. Jahrestagung der Deutschen Bauchemie ist für den 22. und 23. Juni 2023 in Schwangau/Allgäu geplant.
Neuwahlen am Rande der 74. Jahrestagung
Durch das Ausscheiden des bisherigen Vorstandsvorsitzenden war diese Position neu zu besetzen. In einer hierzu eigens angesetzten Sitzung wählte das Gremium Andreas Collignon zum neuen Vorsitzenden. Das Amt als zweiter stellvertretender Vorsitzender übernahm Dirk Sieverding, erster Stellvertreter bleibt wie bisher Joachim Straub. Neu in den Vorstand gewählt wurde Dr. Jörg Leuninger. Norbert Schröter, seit mehr als 32 Jahren Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauchemie, wechselt Ende dieses Jahres in den Ruhestand. Neue Hauptgeschäftsführerin ist seit 1. Juli 2022 Ina Hundhausen, unterstützt durch die Geschäftsführer Martin Glöckner und Martin Ludescher sowie die Geschäftsstellen in Frankfurt und Brüssel.

