13.08.2025 | Verbände / Institute / Organisationen Seite 26-27 in Ausgabe 5/2025

Deutsche Bauchemie: Gemeinsam in die Zukunft

Der Leitsatz »Gemeinsam Zukunft gestalten« brachte die Inhalte der 77. Jahrestagung der Deutschen Bauchemie Anfang Juni auf den Punkt. Der neue Vorstand, neue Mitgliedsunternehmen, viele zukunftsträchtige Themen in den 31 Gremien und erweiterte Chancen für die Arbeit in Europa durch die neue Vollmitgliedschaft des Verbandes bei Construction Products Europe (CPE) standen im Mittelpunkt der Tagung in Hamburg.

Vorstandsvorsitzender Andreas Collignon und Hauptgeschäftsführerin Ina Hundhausen begrüßten rund 100 Teilnehmer aus den Mitgliedsunternehmen. Deren Zahl ist seit der letzten Jahrestagung um acht gestiegen, sodass der Verband aktuell 139 Unternehmen zählt.
Zunächst standen satzungsgemäß Neuwahlen des Vorstands an. Verabschiedet wurden Collignon, der bei Wacker Chemie neue Aufgaben übernimmt, sowie Andreas Wilbrand (Sopro Bauchemie) und Joachim Straub (Sika Deutschland CH), die aus Altersgründen nicht wieder kandidierten. Neu in den Vorstand gewählt wurden dafür Sebastian Kammerer (Sopro Bauchemie), Harald Lüdtke (Soudal) und Peter Summo (Wacker Chemie), der künftig auch den Vorsitz des Vorstands übernimmt. Weitere Mitglieder des Gremiums sind Prof. Dr. Josef Felixberger (Sika Deutschland CH) als neuer stellvertretender Vorsitzender, Johann Hafner (Hermann Otto) als Schatzmeister, Dr. Dieter Köster (Köster Bauchemie), Dr. Jörg Leuninger (DAW), Ulrich Meyer (Ha-Be Betonchemie), Dr. Hubert Motzet (Ardex), Dirk Sieverding (Remmers) als stellvertretender Vorsitzender, Holger Sommer (StoCretec) und Dr. Clemens von Trott zu Solz (Triflex).

Zentrale Verbandsaufgabe
Collignon kommentierte in seinem Rechenschaftsbericht unter anderem die schwierige Konjunkturlage in Deutschland: »Die Bauchemie spürt diese Situation deutlich. Die Umsatzentwicklung schwankte je nach Produktgruppe gemäß unserer internen Statistik zwischen –8,9 Prozent und +5 Prozent.« Mit Blick auf den Regierungswechsel sagte er: »In Berlin ist angekommen, dass wir die großen Aufgaben unserer Zeit – Sicherheit, Klimaschutz, Digitalisierung – nur mit einer starken Wirtschaft stemmen können.« Bürokratieabbau und Steuererleichterungen seien zwar angekündigt, dennoch bleibe die Begleitung der Regulatorik zentrale Verbandsaufgabe, so der Vorstandsvorsitzende weiter: »Die Überarbeitung der Chemikalienverordnung REACH wurde in die aktuelle EU-Legislaturperiode verschoben. Die neue Bauproduktenverordnung und der Acquis-Prozess zur Normung beschäftigen uns ebenfalls sehr intensiv.«
Für das zu dieser Thematik durchgeführte Webinar konnte der Verband über 300 Anmeldungen verzeichnen.

Deutsche Bauchemie ist CPE-Mitglied
Als wichtiger Baustein für die künftige Arbeit der Deutschen Bauchemie auf dem Brüsseler Parkett konnte Collignon die Vollmitgliedschaft des Verbandes bei Construction Products Europe (CPE) verkünden, des europäischen Verbandes der Hersteller von Bauprodukten und wichtige Stimme bei der Umsetzung der Bauproduktenverordnung. »Der Beitritt unterstreicht das Engagement der Deutschen Bauchemie, die Interessen der Mitglieder auf europäischer Ebene bestmöglich – effizient und effektiv – zu vertreten und aktiv an der Gestaltung eines funktionierenden Binnenmarktes für Bauprodukte mitzuwirken«, erklärte Martin Ludescher, Geschäftsführer Regulatory & Government Affairs der Deutschen Bauchemie. »CPE vertritt zusätzlich auch die Herstellerinteressen bei den Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sowie bezahlbarem Wohnen. Wir freuen uns, dass wir auch in diesen Bereichen die Zusammenarbeit künftig intensivieren können.« Ludescher wird die Deutsche Bauchemie im Vorstand von CPE vertreten.

Herausforderungen bewältigen
Hauptgeschäftsführerin Ina Hundhausen präsentierte einen umfassenden Rückblick auf die Verbandsaktivitäten sowie die Arbeit in den Fachausschüssen und Arbeitskreisen im abgelaufenen Berichtsjahr. Sie dankte dabei allen in der Verbandsarbeit Aktiven für ihr Engagement, das auch auf europäischer Ebene unverzichtbar bleibe: »Die Geschäftsstelle in Frankfurt und das Büro in Brüssel arbeiten intensiv daran, die Rahmenbedingungen für die Interessenvertretung unserer Mitgliedsunternehmen kontinuierlich zu verbessern. Hier haben wir schon viel erreicht, aber auch noch echte Herausforderungen zu bewältigen.« Seit Jahresanfang ist die Deutsche Bauchemie zudem Mitglied der ECO Platform AISBL, der Dachorganisation für EPD-Programmhalterorganisationen in Europa. Ein Schwerpunkt dort wird unter anderem die Weiterbildung sein. Geplant ist etwa ein Fortbildungsseminar für Mitgliedsfirmen, speziell für Vertriebs- und Marketingmitarbeiter, zum Qualified ECO EPD Communicator.

Kernforderungen an die Politik
Im Rahmen des Vortragsprogramms warf Norbert Theihs, Geschäftsführer beim Verband der Chemischen Industrie, einen persönlich-kritischen Blick auf den Start der neuen Bundesregierung, den Koalitionsvertrag und die handelnden Personen – und formulierte die fünf Kernforderungen des Verbandes der Chemischen Industrie an die Politik. Diese lauten international konkurrenzfähige Strompreise, mehr Wettbewerbsfähigkeit der EU, Innovationen und Bürokratieabbau, Steuerentlastungen sowie Investitionen. Prof. Dr. Dietmar Stephan (TU Berlin) skizzierte die Rolle von Zement als unverzichtbares Bindemittel der Bauchemie und gab einen Ausblick auf die Zukunft des Materials. Abschließend berichtete Nils Brandt, Kapitän zur See und Leiter der Führungsakademie der Bundeswehr, von der Modernisierung des Segelschulschiffs Gorch Fock, dessen Kommandeur er in dieser Zeit war. Er erläuterte die Bedeutung von Führung auf Augenhöhe, Teamarbeit, Vertrauen und Werten – Grundsätze, die in der heutigen Zeit auch in solch herausfordernden Situationen gelten sollten.

Der neu gewählte Vorstand der Deutschen Bauchemie (von links): Dr. Diete... mehr

Zurück