DGNB: Qualitätsstandard zur Bewertung der Zirkularität von Bauwerken veröffentlicht
Mit dem veröffentlichten Qualitätsstandard für Zirkularitätsindizes von Bauwerken will die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) einen Beitrag für eine differenziertere, transparente Auseinandersetzung mit der tatsächlich realisierten Kreislaufführung sowie der Kreislauffähigkeit von Gebäuden leisten. Der neue Qualitätsstandard soll dabei sicherstellen, dass der Bewertung durch Zirkularitätskennzahlen bei konkreten Bauvorhaben ein gemeinsames Verständnis zugrunde liegt – im Zuge von Zertifizierungen oder als Element kommunaler oder übergeordneter Regelwerke.
Beitrag zur Kreislaufwirtschaft
Das rund 30 Seiten umfassende Dokument führt zunächst grundlegend in die verschiedenen Aspekte der Messbarkeit der Zirkularität von Bauaktivitäten ein. Dabei wird erklärt, welche Datengrundlagen zur Ermittlung der aggregierten Kennwerte benötigt werden. Teilindikatoren, die einen heutigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten, sind die Materialherkunft, Bau- und Abbruchabfälle sowie die Schadstoffbelastung. Mit Blick auf den zukünftigen Beitrag sind die Materialverträglichkeit, die Demontagefähigkeit, die werkstoffliche Trennbarkeit sowie das Potenzial zur Materialverwertung die relevanten Betrachtungsebenen.
Betrachtung des Gebäudelebenszyklus
Im Weiteren wird die Methodik hinter dem Qualitätsstandard für Zirkularitätsindizes von Bauwerken dezidiert erläutert. Für die DGNB ist es wichtig, dass in der Bewertung herausgestellt wird, welche Phasen des Gebäudelebenszyklus betrachtet werden: die Pre-Use-Phase mit dem heutigen Beitrag zur bereits umgesetzten Kreislaufführung sowie die Post-Use-Phase, die die potenzielle Kreislauffähigkeit am Ende der Gebäudenutzung fokussiert. Dabei umfasst der DGNB-Zirkularitätsindex die Gebäude-, Bauteil-, Produkt- und Materialebene gleichermaßen. Das Ergebnis der Bewertung ist eine Zahl zwischen 0 und 1, wobei ein Gebäude, das einen möglichst hohen Wert erzielt, als besonders zirkulär zu betrachten ist, da es sowohl zur heutigen als auch zur zukünftigen Kreislaufwirtschaft beiträgt.
»Wenn es uns gelingt, eine größere Transparenz und mehr Verlässlichkeit in die Bewertung der Zirkularität von Gebäuden zu bekommen, wird die Akzeptanz für entsprechende Lösungen weiter zunehmen«, sagt Dr. Anna Braune, Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung bei der DGNB. »Der jetzt veröffentlichte Qualitätsstandard hat das Potenzial, hierbei eine wichtige Rolle zu spielen, da er von einigen der wichtigsten Stakeholder des zirkulären Bauens in Deutschland gemeinschaftlich entwickelt wurde.«

