02.04.2023 | Verbände / Institute / Organisationen Seite 16 in Ausgabe 3/2023

DKV: Verfügbarkeit von Korkprodukten bleibt angespannt

Wie der Deutsche Korkverband (DKV) mitteilt, sei auf dem Rohstoffmarkt für Kork kurzfristig kaum Entspannung in Sicht. »Die unglückliche Gemengelage aus robuster Nach­frage auf der einen sowie Materialversorgungsproblemen der Korkindustrie auf der anderen Seite führen in Verbindung mit Inflation und Verteuerungen auf dem Energiemarkt zu geringerer Verfügbarkeit von Korkprodukten auf den Weltmärkten.« Das könne zu steigenden Ein­stands­preisen führen, fürchtet der Verband.
Die Ressourcen zur Gewinnung von Rohkork seien begrenzt. Die Korkeiche wächst fast ausschließlich rund um das Mittelmeer mit dem industriellen Schwerpunkt Portugal (2020: 46 Prozent Weltmarktanteil). 
Auch wenn die Korkeichen-Biotope grundsätzlich intakt und stabil sind, waren die Korkernten in den letzten Jahren aus vielerlei Gründen schwach, 2022 fiel sie sogar teilweise ganz aus.

Mittelfristig Marktentspannung erwartet
Kork ist aktuell ein sehr knappes Gut, welches nur ressourcenschonend einzusetzen ist. Die Kreislaufwirtschaft und das Kork- bzw. Korkenrecycling sind noch wichtigere Faktoren geworden, um der Korkmangellage zu begegnen – wie auch der Deutsche Kork-Verband immer wieder unterstreicht und sich um den Betrieb bzw. Ausbau des Korken-Sammelstellensystems bemüht. 
Die Chancen stehen gut, dass sich die Versorgungslage mittelfristig wieder verbessert – die erwartet gute Ernte in diesem Jahr kann dazu ein erster Schritt sein. »Wir sind optimistisch und erwarten, dass die aktuelle Unterversorgung der Industrie mit Rohkork bald enden könnte. Kritisch sehen wir sowohl anhaltend hohe Energiekosten sowie Inflations- und Rezessionsgefahren als auch die mutmaßlich schwindende Manpower vor Ort, die für die Korkernten bereitsteht«, sagt Edwin Lingg, DKV-Vorstand und Sprecher der Fachgruppe Boden im Verband.

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