Doege GmbH: Das Besondere bekommen
Die Maler Doege GmbH steht für außergewöhnliche Produkte, kompetente Beratung und Kundenzufriedenheit.
Eigentlich wollte er Fernseh- und Radiotechniker werden, das war als Jugendlicher sein Traumberuf. Er hat sogar die entsprechende Lehre gemacht und in diesem Beruf gearbeitet, jedoch schon bald festgestellt, dass die Arbeit nicht seinen Vorstellungen entsprach. Heute ist Armin Doege, 58, Geschäftsführer der Maler Doege GmbH in Hilden. Die Entscheidung für das elterlich geführte Familienunternehmen war für den heutigen Malermeister die richtige. »Ich brenne für meinen Beruf, und ich bereue es keinen Tag, dass ich vom Radio- und Fernsehtechniker zum Maler gewechselt habe.« Vor allem die Vielfalt der Möglichkeiten begeistert Doege noch heute. Als Malermeister steht man nicht nur an der Wand, dazu gehört natürlich auch der Boden, das Gestalten, die Technik, der Umgang mit den Materialien und die Zusammenstellung des richtigen Aufbaus. Die Liebe und Leidenschaft dafür spürt man in jeder Faser des Unternehmens.
Schwerpunkt Gestaltung in dritter Generation
Gegründet wurde die Maler Doege GmbH bereits 1924 im damaligen Neustettin (heute Szczecinek) in Pommern. Schon unter der Leitung des Großvaters von Armin Doege war der Betrieb erfolgreich und mit 20 beschäftigten Malern der größte im Ort. Mit den gut ausgebildeten Mitarbeitern war er stets »bekannt dafür, dass er sehr stark in der Gestaltung ist«, erzählt Doege. Einen Einschnitt in der Firmengeschichte bildete der Krieg, der 1944/1945 das Unternehmen zu einem Standortwechsel zwang. In Brandenburg musste die Firma ganz neu aufgebaut werden, doch auch dieser Standort sollte aus politischen Gründen nicht von Dauer sein. Im Zuge der deutschen Teilung wechselte die Maler Doege GmbH Anfang der 50er Jahre nach Hilden im Rheinland, wo sie auch heute noch zu finden ist.
Die zweite Generation ging 1959 an den Start. Der Tradition folgend, wurde auch hier großer Wert auf eine Ausbildung gelegt, die die Gestaltung mit einbezieht. Obwohl gerade in den 60er und 70er Jahren der Massenmarkt im Vordergrund stand, verlor man den Aspekt des Gestaltens nie aus den Augen. Eine Tatsache, die Armin Doege, der das Unternehmen 1982 im Alter von 23 Jahren übernahm, zugutekommt. »Wir haben Mitarbeiter mit sehr langjähriger Firmenzugehörigkeit gehabt, die ich teilweise mit übernommen habe, und der letzte aus der Zeit meiner Eltern geht Ende dieses Jahres in Rente.« Aktuell beschäftigt der Betrieb 35 Mitarbeiter, vornehmlich Verarbeiter. Zusätzlich gehört ein Innenarchitekt zum Team. Und bis heute spielt der Nachwuchs eine entscheidende Rolle. Auszubildende zu finden sei kein Problem, so Doege. Er bekomme mehr als genug Bewerbungen. Im Hause Doege ist man traditionsgemäß um eine gute Ausbildung bemüht. »Diejenigen, die wir ausbilden, sehen wir nicht als billige Arbeitskräfte, sondern wir wollen sie wirklich übernehmen.« Nichtsdestotrotz sieht auch Armin Doege einen deutlichen Wandel im Bereich der Ausbildungslage im Handwerk. Die Zahlen seien auch im Malerhandwerk rückläufig. »Die Nachwuchssorgen machen auch dem Malerhandwerk zu schaffen. Mit guten Aktionen werben unsere Verbände, auch mit Unterstützung von Handel und Industrie, um junge Leute. Leider wurde Eltern und Jugend in den vergangenen Jahren suggeriert, dass Abitur und Studium das einzig Erstrebenswerte sind. Dadurch ist nicht nur das Ansehen einer handwerklichen Ausbildung gesunken, auch hat das Abitur nicht mehr den Stellenwert wie noch vor zehn Jahren.«
Doege rund um die Welt
Seitdem Armin Doege die Geschäfte übernommen hat, hat sich viel verändert. Zu Beginn erwirtschaftete das Unternehmen 92 Prozent des Umsatzes über Aufträge von Industrieunternehmen. Mittlerweile hat sich die Situation umgekehrt. Nur noch 4 Prozent entfallen auf gewerbliche Kunden. Diese geringe Zahl resultiert daraus, dass sich die Firma auf den Innenbereich spezialisiert hat. Die Bereiche Wärmedämmung, Betonsanierung oder der Korrosionsschutz gehören nicht mehr zum Aufgabengebiet. Jetzt werden 96 Prozent des Umsatzes mit Aufträgen von Privatkunden erzielt. Dazu gehören sowohl Kunden, die »nur« eine Wand gestrichen haben wollen, als auch Premiumkunden aus ganz Europa. Wichtig ist Armin Doege dabei vor allem, dass die »kleinen« Kunden »genauso bedient werden wie die Premiumkunden, für die wir sogar auch auf Sylt, auf Mallorca, in Paris, in der Schweiz oder in Bukarest arbeiten«. Dass die Aufträge nicht nur aus Hilden und Umgebung, sondern durchaus aus ganz Europa kommen, ist nicht ungewöhnlich. In einigen Fällen sind es sogar die Tapetenhersteller, die bei Problemen der Verarbeitung exklusiver Produkte im Ausland die Maler Doege GmbH als Problemlöser ins Gespräch bringen.
122 m² Inspiration
Um dem hohen Anteil an Privatkunden gerecht zu werden, setzt der Betrieb auf hohe Qualität, Einzigartigkeit und Kundenzufriedenheit. Dafür wurde im repräsentativen Unternehmenssitz in Hilden – der »Villa Fuchsberg« – auf einer Grundfläche von 122 m² ein Beratungsstudio eingerichtet. Nicht im Industriegebiet, sondern in einer Wohngegend gelegen, spiegelt die Villa bereits von außen das Außergewöhnliche wider, das den Malerbetrieb ausmacht. Mit rund 300 Tapetenkollektionen und einer alle zwei bis drei Jahre wechselnden Ausstellung, um aktuell zu bleiben, findet man hier nahezu alles, nur nichts »Konsumiges«. Die Maler Doege GmbH möchte nicht das zeigen, was
auch ein Baumarkt zu bieten hat, sondern steht für das Besondere. »Richtig schicke Sachen, die man so von deutschen Herstellern kaum bekommt.« So können die Kunden im Beratungsstudio auf ganz außergewöhnliche Kollektionen zugreifen, wie etwa Pierre Frey, Armani oder Elitis. Von Letzterem ist der Betrieb sogar Premiumpartner. Tapeten spielen eine bedeutende Rolle. Dies hat schon Tradition. Auch wenn Tapete heute hauptsächlich für Akzentwände verarbeitet wird, so liegt der Anteil am Umsatz doch bei 25 Prozent. Eine beeindruckende Zahl, da der Umsatz vor zehn bis 15 Jahren gegen Null tendierte. Gerade in den letzten fünf Jahren haben sich die Möglichkeiten der Tapete rasant entwickelt. Dies zeigt auch ein besonderes Highlight des Beratungsstudios. Zu Beginn des Jahres wurde ein »Arte Inspiration Shop« neu installiert. Hier finden sich verschiedenste Tapeten aus unterschiedlichsten Materialien. Ob Bambus mit einem Metallfaden vernäht, Flamant- oder Hanf-Tapeten, bei denen jedes Segment von Hand geschnitten wurde, oder Drucke auf Vinyl – die Vielfalt dieser besonderen Wandkleider sucht ihresgleichen.
Trotz der großen Bedeutung der Tapete und des mit 25 Prozent hohen Umsatzanteils macht den größten Anteil noch immer die Farbe aus. Darauf folgen die Marmorputze und Wandoberflächen, danach Lackierarbeiten, Renovierungsarbeiten und zuletzt Bodenbeläge. Dabei liegt der Fokus auf LVT-Böden. Schon seit Amtico im Jahr 1986 den ersten LVT-Boden in Deutschland vorstellte, arbeitet die Maler Doege GmbH eng mit dem Unternehmen zusammen. Natürlich sind auch andere Bodenbeläge möglich. So findet sich im Beratungsstudio eine »Library« mit Mustern von Teppichböden. Die Kollektionen sind nicht wie üblich nach Qualitäten sortiert, sondern nach Farben, sodass auch vom Kunden gleich erkannt werden kann, welche Farbe in welcher Qualität verfügbar ist. Neben Parkettboden wird nach Wunsch auch Laminat verlegt.
Das Konzept geht auf
Die Beratung im Studio ist bisher von großem Erfolg gekrönt. Über 90 Prozent der Kunden, die sie in Anspruch nehmen, haben am Ende den entsprechenden Auftrag erteilt. Dieser hohe Wert ist vor allem darin begründet, dass dem Kunden fertige Lösungsvorschläge geboten werden. Vor einem Gespräch erstellt die Maler Doege GmbH ein Gestaltungskonzept und ein entsprechendes Angebot. Die Beratung führt in den meisten Fällen Armin Doege selbst durch. Unterstützt wird er dabei von Innenarchitekt Michael Burkert sowie Betriebsleiter Daniel Lemmers.
Bei diesem Erfolg wundert es nicht, dass das Beratungsstudio zu den wichtigsten Marketingmitteln gehört. Hauptsächlich zählt Armin Doege jedoch auf die Weiterempfehlungsstrategie. »Wenn man seine Arbeit einfach gut macht, den Kunden gut behandelt, nichts Negatives aufkommen lässt, dann wird man weiterempfohlen, das funktioniert bestens.« Wichtig sind ihm die Loyalität zum Kunden und die Ausrichtung, die das Unternehmen auszeichnet. Die Kunden sollen merken, dass man sich genau auf sie vorbereitet hat und sie etwas Besonderes bekommen.
»Alles wird schön«
Ein weiterer Grund für die Kundenzufriedenheit ist die »Alles wird schön!«-Kooperation, die seit 20 Jahren am Markt ist. Allerdings ist der Gedanke, für jedes Gewerk einen passenden Partner an der Hand zu haben, schon viel älter. Nachdem Armin Doege die Firma von seinem Vater übernahm, hatte er die Idee, »den Kunden einen möglichst umfassenden Service zu bieten. Sie sollten das Gefühl haben, dass sie nicht nur mit Aufträgen für Malerarbeiten zu uns kommen, sondern mit jedem Problem an uns herantreten können.« Während anfangs ein Elektriker oder ein Schreiner zur Verfügung stand, ging es hinterher um alle Gewerke.
Aktuell gibt es 16 Partnerbetriebe, von denen einige schon seit den 80er Jahren dabei sind, also weit vor der offiziellen Gründung der Kooperation. Es gibt Partner für Bereiche wie Maurer- und Putzarbeiten, Glas, Fliesen, Elektroinstallation, Gas, Wasser, Heizung, Solaranlagen, Rollläden und Parkett. Vielen Kunden gefällt dieser »Rundumdienst«, bei dem sie alles aus einer Hand bekommen.
Maler, Berater und Sachverständiger
Noch etwas länger als die Kooperation besteht, nämlich 25 Jahre, arbeitet Armin Doege neben der Geschäftsführung als Sachverständiger. Grundsätzlich ist er dabei zuständig für das Maler- und Lackiererhandwerk. Zudem ist das Thema »Schimmel« in den vergangenen sechs Jahren besonders in den Fokus gerückt. Nach einer zusätzlichen Ausbildung in diesem Bereich hat Doege die Möglichkeit, entsprechende Fälle zu untersuchen. Seitdem vergeht kaum eine Woche, ohne dass er als Gutachter auf die Schimmelproblematik angesprochen wird. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist seine Gutachtertätigkeit mittlerweile zu einem Full-Time-Job geworden.
Was die Zukunft des Betriebs angeht, so steht theoretisch schon die vierte Generation bereit. Die Grundlagen sind schon gelegt. Armin Doeges Tochter studiert Raumgestaltung und Oberflächenstrukturen, und sein Sohn unterstützt seinen Vater nach abgeschlossener Malerausbildung mittlerweile im Betrieb. Ob seine Kinder den Betrieb einmal übernehmen, sei jedoch noch ungewiss, so Armin Doege. Doch wie man an Armin Doege sieht: Selbst aus einem Radio- und Fernsehtechniker kann ein Maler mit Leib und Seele werden.
Anika Zapp

