Dr. Schutz: Altböden mit Permanentbeschichtungen sanieren und gestalten
Wie man einen Linoleumboden wieder in Schuss bringt, beschreibt Alwin Proppe von der Dr. Schutz Group in einem Praxisfall aus dem Health-Care-Bereich.
Attraktiv, enorm belastbar und zudem sehr wirtschaftlich – das waren die ersten Anforderungen des Technischen Leiters eines Krankenhauses an den Dienstleister bei der Anfrage, den Boden eines Klinikflurs wieder in Schuss zu bringen. Es lagen nicht viele Informationen vor. Die einzige verlässliche Info: Es handelt sich um einen Linoleumboden. Dieses Fallbeispiel beschreibt, wie vorzugehen ist und welche Dinge besondere Beachtung benötigen, um eine perfekte Dienstleistung abzuliefern.
Boden nicht herausreißen, sondern neu gestalten
Im vorliegenden Fall sollten zwei Krankenhausflure erneuert werden. Es handelte sich um einen ca. 15 Jahre alten Linoleumboden, der mehrfach grundgereinigt und eingepflegt wurde.
Der Technische Leiter des Krankenhauses fasste beim ersten Gespräch die Anforderungen so zusammen: »Wir brauchen eine preiswerte und trotzdem nachhaltige Sanierungslösung mit attraktiver Optik des Bodens und kurzer Stilllegungszeit. Darüber hinaus hohe Resistenz gegenüber dem Eintrag von farblosen Handdesinfektionsmitteln, Trittsicherheit, hohe Abriebfestigkeit und eine leichte Reinigungsfähigkeit.«
Besonders im Health-Care-Bereich, somit also auch in Krankenhäusern, sind nicht nur Funktion und Optik entscheidend. Egal, ob öffentliche Einrichtung oder andere gewerbliche Objekte, auch die Wirtschaftlichkeit und Dauer einer Sanierung sind entscheidend für die Wahl der Behandlungsarbeiten. Bei Quadratmeterpreisen von gut 50 bis 60 Euro bei Neuverlegung wird schnell klar, dass gerade im Bereich öffentlicher Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Krankenhäuser die Mittel in Zeiten knapper Kassen nicht vorhanden sind. Zudem ist ein Austausch oft mit viel Dreck und Staub verbunden, auch die Zeit für den Austausch ist oft nicht gegeben. Eine Krankenhausstation kann heute nicht mehr für eine Woche schließen und die Patienten langfristig auf andere Stationen verteilt werden. »PU Transparent« und »PU Design« von Dr. Schutz erfüllen all diese Kundenanforderungen.
Bei unserem Beispiel fand bei der ersten Begehung eine händische Arbeitsprobe als Grundlage zur Angebotserstellung statt. Ziel war es, zu überprüfen, ob der Belag eine Verseifungstendenz aufweist.
Verseifung heißt, dass alte Alkalienrückstände, die durch unzureichende Neutralisation nach der Reinigung entstehen, im Laufe der Zeit unmerklich das Leinenölfirnis angreifen. An einer unauffälligen Stelle wurde die Probe durchgeführt. Für die händische Prüfung wurden der Grundreiniger »R« und das PU-Sanierungshandpad von Dr. Schutz genutzt. Mit welchen Ergebnissen kann der Dienstleister rechnen?
Möglichkeit A: Der Belag verseift nicht, also verfärbt sich der Boden nicht. Das bedeutet, dass eine Grundreinigung und anschließende transparente Versiegelung möglich ist. Ist dies der Fall, müssen ebenfalls vorhandene Beschichtungsreste, insbesondere im Rand- und Sockelbereich sowie im Türzargeninnenbereich, überprüft werden. Dies ist für die Kalkulation der Grundreinigung wichtig, da der Aufwand in diesem Bereich höher anzusetzen ist. Häufig ist an solchen Stellen die manuelle Bearbeitung notwendig, da Maschinen dort nicht greifen. Dies ist sehr zeitaufwendig, aber zwingend erforderlich, damit die Haftung des Lacks in der Gesamtfläche gewährleistet wird.
Möglichkeit B: Der Boden verfärbt! Dann muss der Hinweis gegeben werden, dass nur eine kolorierte Sanierung eine optisch homogene und attraktive Lösung bietet. Eine transparente Versiegelung würde kein ansehnliches Erscheinungsbild ermöglichen, da der Boden nach der Grundreinigung aufgrund des Verseifungsprozesses »ausbluten« und verfärben könnte.
In unserem Objekt zeigte der Test, dass das Linoleum verfärbt (Bild 1), und es war klar, dass nur eine Kolorierung/Sanierung mit »PU Color« ein gutes Ergebnis erzielen konnte. Die Neugestaltung ist bei Endkunden sehr beliebt. Sie freuen sich über diese gestalterische Freiheit. Aber noch mehr freuen sie sich über bis zu 60 Prozent Kostenersparnis gegenüber einem Austausch und die sehr kurzen Stilllegungen von ein bis zwei Tagen. Die Kosten sind kalkulierbar, das fest eingebaute Mobiliar kann an seinem Platz bleiben. Die endlich wieder einfach zu reinigende Oberfläche sorgt dann für ein sehr gutes Ergebnis bei geringem Aufwand.
Nach fachlich fundierter Beratung entschied sich der Kunde für eine Sanierung mit »PU Color«, ein bewährtes System, das seit rund zehn Jahren auf dem Markt ist und durch unzählige Referenzen besticht.
Die Sanierung mit »PU Design«
Tag 1 (Freitag): Da am Wochenende in Behandlungsräumen und im restlichen Krankenhaus weniger Betrieb ist, konnte ab 13 Uhr mit den Arbeiten begonnen werden. Gut 36 Stunden standen zur Verfügung, denn Sonntag war wieder erhöhter Verkehr zu erwarten. Zuerst wurde die Fläche freigestellt. Dazu wurden Sitzgelegenheiten auf den Fluren entfernt. Danach wurde mit der Grundreinigung begonnen. Ziel der Grundreinigung ist die rückstandsfreie Entfernung aller filmbildenden Schichten. Mit dem Grundreiniger »R« im Mischungsverhältnis 1:3 wurde die Grundreinigerflotte eingelassen. (Bild 2: Vor der Grundreinigung – der Linoleumboden ist deutlich abgenutzt und weist Schäden auf.)
Tipp: Arbeitet man in Behandlungsräumen, ist mit fest installiertem Mobiliar (Behandlungsstuhl, Schränke etc.) zu rechnen. Dieses muss nicht ausgebaut werden. Dann ist darauf zu achten, dass die Flotte, gerade wegen der Einwirkzeit von 15 bis 20 Minuten, aufgrund ihrer Kapilarwirkung nicht in das Mobiliar wandert und Quellschäden verursacht. In diesen Bereichen ist es ratsam, mit einer reduzierten Flotte händisch zu arbeiten. Die freie Fläche wird dann mit einer Einscheibenmaschine und dem PU-Sanierungspad im Kreuzgang bearbeitet.
In unserem Praxisfall wurde die Schmutzflotte nach der Einwirkzeit und Bearbeitung der freien Fläche mit einem leistungsfähigen Nasssauger aufgenommen. Dies ist gerade bei Linoleum wichtig, um die Alkalien besonders auch aus der Tiefe des dann offenporigen Linoleums zu entfernen. Im nächsten Schritt erfolgte eine ausgiebige maschinelle Neutralisation. Dazu wurde ein frisches PU-Sanierungspad in Verbindung mit der Einscheibenmaschine und ausreichend Wasser genutzt. Dies ist systemrelevant, weil durch diesen zweiten »Schleifvorgang« die restlichen, im Belag verbliebenen Alkalien ausgewaschen werden und das Linoleum gleichzeitig für eine perfekte Haftungsverkrallung des PU-Siegels vorbereitet wird. Wichtig: In den Randbereichen händisch mit dem Handpad und gegebenenfalls der Hand-Gritbürste nacharbeiten, damit dort ebenfalls eine ausreichende Schleifwirkung erzielt wird.
Bei diesen Vorgängen ist es häufig unumgänglich, dass das Linoleum an der Oberfläche sehr weich wird und daher die Grundreiniger und Wasserflotte die Farbe des Linoleums annehmen. Das Wasser verfärbt sich. Ist der Boden blau, wird die Schmutzflotte auch blau, weil die farbigen Pigmente des Bodens ausgewaschen werden. Spritzer, die an die Wände und die Türen gelangen, sollten zeitnah entfernt werden, da sonst eine Verschmutzung droht und nach zu langem Warten keine rückstandsfreie Entfernung mehr möglich ist.
Häufig ist eine Streifenbildung, verursacht durch die Gummilippen des Wassersaugers, auf der Belagsoberfläche zu erkennen. Auch nach der Grundreinigung unseres Objekts war dies der Fall. Durch nebelfeuchtes Nachwischen der Fläche wurden die Spuren beseitigt.
Wegen der Grundreinigung entsteht in den Räumen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Auf den Fluren gab es aber keine Fenster, die eine Luftzirkulation zugelassen hätten. Arbeitet man in gewerblichen Räumen oder im Praxisbereich, ist damit zu rechnen, dass aus versicherungstechnischen Gründen keine Fenster über Nacht geöffnet bleiben dürfen. In diesem Fall wäre eine vollständige Trocknung des Bodens nicht möglich, denn die Feuchtigkeit ist tief in das Innere, bis zum Juteträger, des Bodens gelangt. Deswegen war hier der Einsatz mehrerer Trockengebläse zwingend erforderlich. Diese unterstützende Maßnahme sorgte für einen Luftaustausch und gewährleistete bis zum nächsten Morgen die rückstandsfreie Trocknung des Bodens.
Tag 2 (Samstag): Die grundgereinigte Fläche durfte jetzt nur noch mit Schuhüberziehern betreten werden. Zunächst wurden alle sensiblen Bereiche, zum Beispiel fest installiertes Mobiliar, Verkleidungen, Sockelleisten (je nach Aufbauart), innenliegende Fensterelemente sowie Türzargen und Übergänge zu anderen Belägen, abgeklebt. Hierzu wurden Klebebänder mit Breiten zwischen 40 und 50 mm verwendet, die eine schwache Klebkraft aufweisen, aber dennoch eine Lackunterwanderung verhindern.
Linoleum ist nach dem Entfernen der Beschichtung ein atmungsaktiver, offenporiger Boden, der eine hohe Saugkraft hat. Damit Dispersionen und PU-Siegel-Systeme nicht nur Lücken füllen, sondern einen einheitlichen Schutz auf die Oberfläche legen, ist ein Porenfüller (»Lino Primer«) auf Linoleum erforderlich. Der Primer bildet eine perfekte Haftbrücke für das anschließend aufgebrachte PU-Siegel. Nach einer Trockenzeit von etwa einer Stunde kann weitergearbeitet werden. (Bild 3: Nach der Grundreinigung und Abklebung wird das Fries mit »PU Color« lackiert.)
Als nächstes wurde »PU Color« auf den Boden aufgebracht. Für die Randbereiche wurde ein dunkleres Grau gewählt. Diese wurden zuerst abgeklebt und dann vollständig lackiert. Dazu wurde der Vernetzer »M« dem Stammlack im Verhältnis 10:1 zugegeben. Nach zehn Minuten Ruhe wurde nochmals umgerührt, und die Arbeiten konnten beginnen. »PU Color« sollte bei mindestens 15 Grad Celsius auf den anwendungsgerecht vorbereiteten Untergrund aufgebracht werden. Vor dem Auftrag von »PU Color« ist ein gründliches Aufrühren zwingend erforderlich, um eine passende und homogene Farbmischung sicherzustellen. Im Randbereich wurde mit einer Treppenrolle gearbeitet.
Da der gewählte Grauton eine hohe Deckkraft besitzt, reichte ein einmaliger Auftrag aus. Nachdem die ersten Lackierungsarbeiten im Randbereich abgeschlossen waren, wurde eine kurze Zeit wieder das Trockengebläse »TG1« eingesetzt. Der Lüfter verkürzt die Trocknungszeiten erheblich, sodass es zu enormen Lohnkosteneinsparungen kommt. Ebenfalls werden durch ihn Leerlaufzeiten auf der Baustelle vermieden. So trocknete der Randbereich umgehend und die weiteren Arbeiten konnten zügig fortgeführt werden.
Nun konnte mit der Lackierung der langen Flurbereiche gestartet werden. Dazu kam die Dr.-Schutz-Lackrolle »Aquatop« zum Einsatz. Bei der Farbauswahl für die Wegeführung entschied man sich für einen helleren Grauton. Abhängig von der Saugfähigkeit und der Farbe des Untergrundes sowie der Deckkraft der ausgewählten Farbe können zusätzliche Schichten notwendig sein. Aber auch hier war ein einmaliger Auftrag ausreichend. Durch die Unterstützung des Lüfters verdunstete das Wasser im Lack schneller, sodass der vollflächige Auftrag der transparenten Versiegelungsschicht bereits nach weiteren zwei Stunden erfolgen konnte.
In einem angrenzenden Flurbereich (nicht öffentlicher Bereich) wurde neben der Sanierung des Bodens mit »PU Color« noch ein funktionaler Hinweis für das Personal integriert. Wie im Bild 4 erkennbar, wurde nach Applikation von gelbem »PU Color« eine Folie aufgebracht, die anschließend mit transparentem PU-Siegel überlackiert wurde. Als transparentes Siegel wurde das Dr.-Schutz-PU-Siegel »Seidenmatt« (Glanzgrad 10-15) gewählt. Erneut kamen in den Randbereichen die Treppenrolle und auf der Fläche die Lackrolle »Aquatop« zum Einsatz. Nach dem ersten Auftrag konnte dank des Trockengebläses bereits nach einer Stunde weitergearbeitet werden. Nach dem zweiten Auftrag war kein weiterer Einsatz des Lüfters notwendig, denn der Lack hatte bis zum nächsten Morgen ausreichend Zeit auszuhärten. (Bild 5: Fertige Fläche nach dem Auftrag von PU-Siegel »Seidenmatt«.)
Tag 3 (Sonntag): Die Abnahme war für Montagfrüh geplant. Kurz vor der Begehung mit dem Technischen Leiter wurden die Klebebänder oberhalb der Sockelleisten entfernt.
Tipp: Das Klebeband mit einem Teppichmesser immer an der Verbindung zum Boden anschneiden.
Durch die Applikation des 2K-Siegels mit matter Optik konnten alle zuvor vorhandenen optischen Mängel des Bodens vollständig kaschiert werden, der Bodenbelag erhielt eine einheitliche und bestechende Optik und Brillanz. Hinweis: Seidenmatte oder extramatte PU-Siegel bringen Ruhe in den Belag (so werden Kellenschläge in der Untergrundbearbeitung unsichtbar) und wirken homogener.
Der Boden konnte umgehend in die Nutzung gehen, nur die 100-prozentige Beständigkeit gegen farblose Handdesinfektionsmittel kann erst nach vier bis fünf Tagen gewährleistet werden. Dies wurde mit den Verantwortlichen im Vorfeld ausgiebig besprochen. Im Anschluss konnte direkt das Mobiliar an seinen Platz zurückgestellt werden.
Alwin Proppe

