Dura und FFF: Neuheiten und Neuigkeiten
In einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten die Dura Tufting GmbH sowie die Filzfabrik Fulda über Veränderungen und Neuerungen in ihren Unternehmen. Bei Dura sind es eine neue Vertriebsstruktur und die Schließung eines Standorts, bei der Filzfabrik Fulda sind es hauptsächlich Investitionen.
Den Anfang der Pressekonferenz machte Dura-Geschäftsführer Dr. Christian Schäfer. 2016 bezeichnete er als herausforderndes Jahr in der Gruppe, bei »dem kein Stein auf dem anderen gelassen« wurde. Es wurde eine komplett neue Struktur gefunden, die zu einer Verkleinerung der Geschäftsaktivitäten geführt hat. Bereits Ende 2015 war das Unternehmen aus dem Automobilgeschäft ausgetreten und der Bereich der Einlegematten war an ein amerikanisches Unternehmen verkauft worden. Deshalb wurde auch am Standort Hessisch Oldendorf deren Produktion eingestellt und neue Wege im Bereich der Veredelung und Färberei beschritten, sodass er Ende 2016 neu aufgestellt war und nun für die eigene Unternehmensgruppe und Fremdfirmen Dienstleistungen in den Bereichen Färberei, Ausrüstung, Beschichtung und Logistik erbracht werden. Unterm Strich wird das Werk in Hessisch Oldendorf nun deutlich flexibilisierter fortgeführt, der Bereich Tufting wurde jedoch komplett eingestellt und ist in Fulda wiedererstanden.

Gleichzeitig gab es den Entschluss, die Produktion für Nadelfilzbodenbeläge in Schmallenberg zu schließen – Hauptgrund war, dass man sich mit dem Vermieter nicht auf einen langjährigen Mietvertrag einigen konnte. Zusätzlich waren massive Investitionen nötig, die aber ohne die Sicherheit eines langfristigen Mietvertrags nicht möglich waren. Ganz bewusst wurde der Bereich deshalb in die Filzfabrik Fulda eingebracht, sodass dort zukünftig die vollständige Produktion erfolgt. Damit reduziert sich die Dura ab 2017 auf die Standorte Fulda mit Produktion, Entwicklung und Vertrieb sowie Hessisch Oldendorf, der die Veredelung übernimmt und als Hauptlogistikstandort fungiert. »Diese Veränderungen haben wir zum Anlass genommen, unsere Produktionsprogramme zu überprüfen«, so Martin Schäfer. Entgegen anderslautender Verlautbarungen ist es zunächst definitiv nicht der Fall, dass die Dura keine Produkte mehr für den Wohnbereich herstellt. Rückblickend auf 2016 erklärte der Geschäftsführer: »Wir haben im letzten Jahr in Deutschland zum wiederholten Mal
zweistellige Rückgänge im Bereich der textilen Bodenbeläge gehabt, die sich hauptsächlich im Wohnbereich widerspiegeln. Wir haben aber im letzten Jahr einen deutlichen Zuwachs im Objektgeschäft verzeichnen können – das ist stabil und bei uns wachsend. Es gibt aber auch einen Bedarf und ein Angebot im Bereich des Wohnens, aber den müssen wir fokussieren.« Um dies zu erreichen wurde die neue »Dura Living« eingeführt, die neue Objektkollektion »Dura Contract« ist in Vorbereitung und wird im zweiten Quartal auf den Markt kommen. Diese wurde massiv professionalisiert, und der Fokus liegt auf »Solution dyed«. Des Weiteren wurde eine neue »TWN«-Wollkollektion auf den Markt gebracht, bei der die Marke »TWN« ganz bewusst wiederbelebt wurde. »Das ist in Deutschland einfach der selbsterklärende Name für ein Wollprodukt«, so Dr. Christian Schäfer. Und weiter: »Die Verkaufserfolge sind aktuell überraschend und wir haben bei keinem wesentlichen Marktteilnehmer eine Abfuhr bekommen, vielmehr wird sie überall ins Programm genommen.« Damit werden wohl keine riesigen Umsätze gemacht, »aber man kann sie generieren und dabei die existente Vertriebsmannschaft nutzen«. Insgesamt erschien es der Geschäftsführung sinnvoll, die Vertriebsorganisation der Textimex und der Dura zusammenzuführen, sodass die Marken seit dem 1. Januar 2017 vom gleichen Personal vertreten werden. Markus von Keitz hat die Leitung dieses gemeinsamen Vertriebs übernommen. Dr. Christian Schäfer abschließend: »Zusammen mit drei Kollektionen und einem frisch überarbeiteten Textimex-Nadelfilzprogramm sehen wir 2017 mit großem Optimismus entgegen.«
Alles aus einer Hand
Im Anschluss berichtete der Geschäftsführer der Wirth Fulda GmbH, Martin Schäfer, über die Neuerungen bei der Filzfabrik Fulda. Zunächst bestätigte er, dass die seit einigen Jahren konsequent eingeschlagene Strategie, die Fertigungsstandorte und die Aktivitäten im In- und Ausland stärker zu spezialisieren und die Kapazitäten zu konzentrieren, sich positiv ausgewirkt hat, als die Fertigungskapazitäten von Schmallenberg nach Fulda verlagert wurden. »Die Filzfabrik Fulda hat sich in den letzten Jahren sehr stark als Systemlieferant für technische Textilien in Europa etabliert. Wir bieten von der Entwicklung über die Produktion der Flächenware und die Veredelung bis hin zur Konfektion von Produkten und Dienstleistungen alles an diesem Standort – und alles aus einer Hand«, erklärt Martin Schäfer. »Es ist uns in den letzten Jahren auch gelungen, mit innovativen Produktneuheiten zu glänzen, darunter der Nadelfilzbodenbelag ›Fulda Life‹. Er ist im Objekt sehr gut einsetzbar und hat einen großen Vorteil in der Nachhaltigkeit – dadurch, dass die Konstruktion von der Deckschicht bis zum Boden aus 100 Prozent Polyester besteht und so die Recyclingfähigkeit unterstützt«, führt er aus.
Weiterhin sprach er von der Entwicklung eines neuen Werkstoffs, eines mikroporösen akustischen Absorbers, der ebenfalls komplett aus Polyester besteht und sich am Markt hervorhebt. »Die Entwicklungsleistungen der Muttergesellschaft, der Wirth Fulda GmbH, die im letzten Jahr mit dem ›Top 100 Innovator‹-Siegel für ihre Innovationskraft ausgezeichnet wurde, blieben auch nicht unbemerkt. Damit dürfen wir uns zu den Innovationsführern in Deutschland zählen«, so Martin Schäfer. In diesem Zusammenhang wurde auf der Pressekonferenz auch die neue Entwicklung »Fulda Wave« vorgestellt, eine neue Kollektion als Ergänzung der »Fulda Life«. Der Nadelfilzbodenbelag soll ab dem zweiten Halbjahr 2017 in acht Farbstellungen verfügbar sein. Sein Design leitet sich von Wellen und Strömungen ab, die von in sich verschlungenen Fasern gebildet werden. Insgesamt sind es matte Farben, die in sich gemustert und mit anderen Fulda-Qualitäten kombinierbar sind. »Unsere Kunden kommen heute aus einer Vielzahl von Branchen – aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, dem Möbelbau, der Akustik, dem Designbereich, der Bodenbelagsbranche sowie auch seit langem schon aus der Bekleidungsindustrie. Im Rahmen der strategischen Ausrichtung und Weiterentwicklung der Filzfabrik Fulda haben wir uns der Herausforderung gestellt und uns entschieden, weiterhin die gute Position der Gruppe als Marktführer für die Produktion qualitativ hochwertiger und strapazierfähiger Nadelfilz- und auch Tuftingbeläge zu forcieren und auszubauen«, hält Martin Schäfer fest.
Dazu wurde in Fulda ein Millionenbetrag investiert und die Errichtung einer modernen, vollstufigen Nadelfilzbodenbelagsfertigung in Deutschland realisiert, um künftig neben dem Geschäft mit technischen Textilien auch Industriepartnern für Objekt-Nadelfilzbodenbeläge zur Verfügung zu stehen. Im Zuge der Planung gelang es den Verantwortlichen, pünktlich bis Ende 2016 die Fertigungskapazität für diese Produkte in Fulda aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. So werden heute schon an diesem Standort gefertigte, veredelte und konfektionierte Produkte an die Kunden ausgeliefert. Die Investitionen standen unter der Maßgabe, eine technologisch angemessene, zukunftsorientierte und energieeffiziente Lösung anzustreben und damit eine optimale Fertigung zu gewährleisten. »Und das ist uns gelungen«, so Martin Schäfer. Ende 2016 lief die Produktion erfolgreich an – mit 30 neuen Arbeitsplätzen, was das Unternehmen und die Region freut. »Die Schaffung der Nadelfilzbodenbelagskapazität unterstützt auch weiterhin unsere Ziele der hohen Qualitätsstandards, des permanenten Wissensaustauschs, der Nutzung von Energien innerhalb der Gruppe sowie der geschäftlichen Stabilität im Hinblick auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens«, fügt er an. Die Filzfabrik Fulda wird wie bisher mit einem Vertriebsinnen- und -außendienst sowie einer eigenen Marke im Nadelfilzbodenbelagsbereich unter der Leitung von Joachim Stütz am Markt tätig sein. Für die Industriekunden wurde eine Organisation aufgebaut, die getrennt vom Eigengeschäft agiert. Abschließend hält Martin Schäfer fest: »Ziel ist es, nicht nur Lieferant von Produkten und Services zu sein, sondern wir wollen auch Entwicklungspartner für die Industriekunden sein und mit ihnen gemeinsam neue Produkte auf den Markt bringen.«
Daniela Emmerich

