Editorial
Die inzwischen abgewählte Bundesregierung richtete 2023 die Neubau-, Wohnungseigentums- und Sanierungsförderung auf »mehr Klimaschutz« aus und maß dabei vor allem der Sanierungsrate von Bestandsimmobilien eine tragende Rolle zu, um ihr Ziel der »Klimaneutralität« in Deutschland zu erreichen. Hiermit erschließt sich der Baubranche ein enormes Betätigungsfeld:
Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland bleibt zu Jahresbeginn – trotz einer Steigerung um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – mit 18 000 Wohnungen immer noch niedrig (Destatis, 18. Januar 2025). Gleichzeitig fehlen hierzulande aber Schätzungen zufolge über 2 Mio. Wohnungen. Gründe für die Zurückhaltung bei den deutschen Häuslebauern sind unter anderem hohe Baukosten, steigende Zinsen und bürokratische Hürden, welche die Bauprojekte durch langwierige Genehmigungsprozesse und komplexe Bauvorschriften verzögern oder teurer werden lassen. Auch der Mangel an verfügbaren Grundstücken, vor allem in den Ballungsräumen, sowie hohe Preise für Bauland hindern viele daran, ihren Traum vom Hausbau zu verwirklichen oder ihr Investment zu tätigen.
Zugleich gibt es in Deutschland aktuell etwa 19 Mio. Wohnhäuser mit über 40 Mio. Wohnungen. Etwa 50 Prozent davon werden laut Schätzungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) innerhalb der nächsten 20 Jahre vor allem wegen der mangelhaften Energieeffizienz Sanierungsbedarf aufweisen; auch wurden nach Angaben des Deutschen Bundestages 64 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland vor 1979 gebaut und sind somit mehr oder weniger sanierungsbedürftig.
An dieser Stelle kommt vermehrt die Sanierung ins Spiel, denn diese kann in Deutschland zum einen oft günstiger sein als neu zu bauen, da die Bausubstanz bereits vorhanden ist, zum anderen ist sie umweltfreundlicher, da sie vorhandene Strukturen nutzt und dadurch oftmals weniger Ressourcen verbraucht. Als weiterer Punkt stehen Bestandsbauten oft in gewachsenen Wohnvierteln sowie teils auf Grundflächen und -stücken, die in der Größe heutzutage kaum bezahlbar sind oder gar nicht mehr ausgewiesen werden.
Unser Sonderthema widmet sich in dieser Ausgabe nun dem zukunftsträchtigen Thema »Sanieren im Bestand« und präsentiert eine Auswahl an Produkten und Anwendungsbeispielen, die zeigen, wie dem steigenden Sanierungsbedarf in Deutschland begegnet werden kann.
Ihre
Sabine Langanke

