14.02.2025 | Editorial Seite 3 in Ausgabe 2/2025

Editorial

Ab 2027 dürfte es ganz dicke kommen! Denn dann wird das am 31. Januar 2025 im Bundestag beschlossene Gesetz zum EU-Emissionshandel »ETS-II« in Kraft treten und die CO₂-Preise voraussichtlich noch einmal deutlich in die Höhe treiben. Die neue Bepreisung zielt dabei insbesondere auf die Sektoren Straßen-, Luft- und Seeverkehr sowie auf Gebäude ab und wird erhebliche Auswirkungen auf die Strom-, Gas- und Benzinpreise haben. Vor allem energieintensive Sektoren wie etwa die Stahl-, Zement- und Chemieindustrie werden deutlich mehr belastet sein; aber auch kleinere Unternehmen bis hin zur Bevölkerung werden es im Klein-Klein ganz groß zu spüren bekommen. Den Rattenschwanz an Folgen, die der EU-Emissionshandel in Form von höheren Produktions- und Transportkosten haben wird, die wiederum zu steigenden Preisen etwa im Discounter und im Baumarkt, bei Lieferdiensten und Dienstleistungen führen dürfte, kann man bisher nur erahnen. 
Eine konkrete Rechnung für den zu erwartenden Preisschock – in diesem Beispiel der an der Zapfsäule – stellte Stefan Gerwes, Verkehrsleiter beim ADAC, bereits vor. So erklärte er gegenüber BILD, dass sich der CO₂-Preis bei Kraftstoffen mindestens verdoppeln könnte und prognostizierte damit eine Verteuerung um 35 bis 38 Cent pro Liter. Andere rechnen allerdings sogar mit einer Preissteigerung von bis zu einem Euro pro Liter. Wie viel bleibt da der Bevölkerung am Ende des Monats noch im Portemonnaie? Und wie konkurrenzfähig wird die deutsche Wirtschaft performen können, die schon jetzt unter vergleichsweise schlechten Standortfaktoren ächzt?
Zum Glück wussten die Aussteller und Besucher auf der »BAU« im Januar noch nichts davon, was das Parlament gegen die Stimmen von AfD und FDP bei Enthaltung von BSW und Die Linke am Rande des Wahlkampfs und der Debatten rund um den Migrations-Antrag im Bundestag bezüglich der CO₂-Bepreisung beschließen würde. Entsprechend gut war die Stimmung in München, die sogar besser war als erwartet (siehe Seite 48). Optimismus spürte man auch in Gesprächen mit den Unternehmen Dr. Schutz (siehe Seite 30) und Murexin (siehe Seite 40), die beide trotz der konjunkturellen Schwächen noch viel Potenzial auf dem deutschen Markt sehen und dieses nutzen wollen.
Wir blicken weiterhin mit Optimismus nach vorne und wünschen auch Ihnen viel Erfolg dabei!

Ihre
Sabine Langanke

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