Egger-Gruppe: Klimaschutzbekenntnis zu »Net Zero«
Das Ziel »Net Zero 2050« in die Tat umzusetzen, erfordert umfassende Maßnahmen und weitreichende Investitionen, um die klimawirksamen Treibhausgas-Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette drastisch zu reduzieren.
Der Holzwerkstoffhersteller Egger hat sich auf dem Weg dorthin Meilensteine gesteckt. Bis 2030 werden die direkten Emissionen der eigenen Werke (Scope 1) um mindestens 30 Prozent, die indirekten Emissionen aus eingekaufter Energie (Scope 2) um mindestens 40 Prozent und die indirekten vor- und nachgelagerten Emissionen (Scope 3) um mindestens 10 Prozent reduziert.
Erdgasfreie Produktion
Eine Maßnahme konnte im Werk Unterradlberg/Österreich verwirklicht werden: Nach etwa einem Jahr Bauzeit wurden dort Anfang Februar die ersten Spanplatten ohne Einsatz von Erdgas produziert. Erreicht wurde dies durch die Installation eines neuen Wärmetauschers. Dieser dient dazu, das Thermalöl für den Betrieb der Rohplattenpresse und der vier Beschichtungsanlagen zu erhitzen. Der neue Wärmetauscher wird mit Dampf aus dem bestehenden Biomassekraftwerk betrieben. Das Werk Unterradlberg verzichtet damit beim Normalbetrieb seiner Plattenproduktionsanlagen zur Gänze auf den Einsatz von Erdgas.
Am Stammsitz der Egger-Gruppe in St. Johann in Tirol/Österreich ist aktuell ein weiteres Projekt in Umsetzung. Egger investiert dort rund 80 Mio. Euro in ein neues Kraftwerk, das mit einem Dampfkessel und einer Kraft-Wärme-Koppelung aus biogenen Brennstoffen sowohl Wärme als auch Strom für die eigenen Produktionsprozesse liefern wird. Das Unternehmen reduziert auf diesem Weg den Einsatz fossiler Brennstoffe am Standort gegen null und kann außerdem die umliegenden Gemeinden mit nachhaltiger Fernwärme versorgen. Die Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks, das nach modernsten industriellen Standards errichtet wird, ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Egger wird dann mindestens 80 Prozent des eigenen Strombedarfs im Werk St. Johann in Tirol decken.
CO₂-neutral produzierter Strom für Bindemittel
In einem weiteren Schritt wandte sich Egger den Chemie-Rohstoffen zu, die in der Fertigung seiner Holzwerkstoffe benötigt werden. Einen Teil der Bindemittelbedarfe deckt Egger mit seinen eigenen Leimfabriken an den Standorten Wismar, Radauti/Rumänien und Hexham/Großbritannien. Seit 1. Januar 2024 wird in den drei Leimfabriken nur noch CO₂-neutral produzierter Strom eingesetzt; dieser stammt beispielsweise aus Wasser-, Wind- oder Solarenergie.
Egger bezieht daneben auch Bindemittel von externen Lieferanten. Der Weg zu »Net Zero« erfordert gemeinsame Lösungen sowie eine enge Zusammenarbeit mit Partnern und Lieferanten. Egger setzt also fortan für die Rohplattenproduktion Bindemittel ein, die mit CO₂-neutral produziertem Strom hergestellt werden. Diese Umstellung gilt für alle Egger-Plattenwerke in der Europäischen Union sowie Großbritannien und betrifft die Produktgruppen Span- und MDF-Platten.
Nachhaltig erfolgreich
Im Streben nach kontinuierlicher Verbesserung stellt sich der Holzwerkstoffhersteller regelmäßig den Analysen externer und renommierter ESG-Ratingagenturen. Diese haben erneut ein gutes Zeugnis ausgestellt: So konnte Egger bereits zum vierten Mal den Prime-Status im »ISS ESG Corporate Rating« erzielen und erhielt zum fünften Mal die »Eco-Vadis«-Silbermedaille.

