Ein »Leichtgewicht« ihrer Art: »Finett Dimension«, die neue Fliese von Findeisen
Die neueste Produktentwicklung aus Ettlingen ist ein modularer, strapazierfähiger und vor allem leichter Textil-Belag, dessen Nutzschicht zu 100 Prozent aus Polyamid besteht.
Erst kamen die »Flurstücke«, jetzt kommen sozusagen die »Teppichstücke«! Neuester Clou des Nadelvlies-Spezialisten Findeisen ist nämlich die neuartige Textilfliese »Finett Dimension«. Damit wird das Portfolio des Unternehmens aus Ettlingen um einen modularen und vor allem robusten Belag erweitert, der auch durch sein Gewicht punktet. Findeisen hat zwar schon seit geraumer Zeit modulare Beläge im Programm – doch »Finett Dimension« ist sicherlich ein Novum aufgrund der
Konstruktion. Hier hat Findeisen eine Nutzschicht aus 100 Prozent Polyamid entwickelt, kombiniert mit einem Textilrücken ohne Schwerbeschichtung. Das macht aus »Finett Dimension« quasi ein »Leichtgewicht«, denn: »Mit 1600 Gramm pro Quadratmeter ist die Fliese nur knapp halb so schwer wie vergleichbare Textilfliesen, dennoch formstabil und wiederaufnehmbar zu verlegen«, erläutert Findeisen-Geschäftsführer Helmut Wenzel. »Wir gehen davon aus, dass wir mit ›Dimension‹ ein Stück weit den Fliesen-Markt revolutionieren werden!«
In puncto Robustheit macht gerade der neuartige Aufbau mit 100 Prozent Polyamid in der Nutzschicht anstelle der sonst üblichen Mischung aus Polypropylen/Polyester und Polyamid den Unterschied. Das macht das Produkt so strapazierfähig wie Bahnenware. Die Neuheit ist in Zusammenarbeit mit der italienischen RadiciGroup, Hersteller von synthetischen Fasern und Kunststoffen, entstanden.
Liegt im Grunde wie von selbst
Ralf Winter, Leiter der Entwicklung und des Qualitätsmanagements bei Findeisen, beschäftigte sich zwei Jahre mit der Entwicklung. »Kunden wollen die robuste Qualität unserer Bahnenware kombiniert mit der Flexibilität einer Fliese«, so Winter zur Motivation. »Die Anforderungen an eine Fliese sind höher als an Bahnenware: Kunden kaufen ein modulares System, erwarten aber Bahnenware in Qualität und Optik.«
Die Fliese »Finett Dimension« wird lediglich fixiert, nicht verklebt; sie liegt im Grunde wie von selbst und lässt sich dadurch im Falle von Renovierung oder Rückbau leicht wieder vom Boden aufnehmen. Hier kann sich Findeisen sicherlich neuen Einsatzgebieten wie dem Laden- und Messebau öffnen, wo diese Vorzüge vollends ausgespielt werden können. »Finett Dimension« eignet sich gerade für den Einsatz auf kleineren, individuellen, verwinkelten Flächen, also dort, wo sich Bahnenware eher schwer tut.
Doch auch im Office oder auf anderen Flächen macht es die Kombinatorik aus Bahnenware und Fliese. Auch das ist neu: »Finett Dimension« und Nadelvlies-Bahnenware sind farblich fast exakt identisch – das ist laut Ralf Winter nicht selbstverständlich: »Wurden Fliesen und Bahnenware bisher miteinander kombiniert und gleiche Farbtöne gewählt, waren dennoch oft Unterschiede erkennbar. Unterschiedliche Kunststoffe nehmen Farbpigmente auch unterschiedlich auf. Fliesen, die bislang auf Polypropylen oder Polyester, und Bahnenware, die auf Polyamid basierte, zeigten also ein unterschiedliches Farbverhalten. Mit Fliesen und Bahnenware aus 100 Prozent Polyamid ist dieses Thema ab sofort vom Tisch und der Boden homogen. »Lag die Farbähnlichkeit beider Produkte bislang bei 80 Prozent, erreichen wir jetzt einen Wert von 95«, erklärt Winter, »das bietet für den gemeinsamen Einsatz auf einer Fläche ganz neue Aussichten.«
»Finett Dimension« zum Patent angemeldet
»Diese Textilfliese verschafft uns einen Vorsprung im Markt«, ist sich Findeisen-Geschäftsführer Stephan Naacke sicher, »Standardprodukte sind austauschbar, Neuentwicklungen wie diese sichern den Bestand und die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.« Naacke rechnet mit einem Anteil von 20 bis 30 Prozent, den »Finett Dimension« in fünf Jahren an der Findeisen-Produktion erreicht haben soll. »Fest verklebte Böden nehmen zugunsten modularer Systeme immer weiter ab.« Wachstumsraten seien im Objekt- und vor allem im privaten Bereich nur mit abgepassten Teppichen und modularen Produkten zu erzielen. Solche modularen Systeme schließen aber laut Naacke den Handwerker nicht aus, im Gegenteil: »Die modularen Systeme werden vom Markt gewünscht, das hat uns LVT gezeigt. Der Handwerker muss sich auf diese Veränderung einstellen. Doch LVT und Nadelvlies bedingen den Profi, was den Untergrund betrifft. Dieser muss vernünftig vorbereitet sein. Es kommen zudem immer mehr beratungsintensive Produkte wie dieses, was die Technik und die Gestaltung angeht. Das bedarf der Kompetenz des Handwerkers.«
»Finett Dimension« ist zum Patent angemeldet und wird offiziell zur »Bau 2017« im Januar in München vorgestellt.
Sabine Langanke

