02.04.2023 | Verbände / Institute / Organisationen Seite 17 in Ausgabe 3/2023

EPLF: 2022 - schwieriges Jahr für die Laminatbodenbranche

Nach mehreren erfolgreichen Jahren verzeichnete der Markt für Laminatfußböden in 2022 teils deutliche Einschnitte, was sich in den meisten Regio­nen in einem allgemein niedrigeren Absatzvolumen niederschlug. Dies resultierte im Wesentlichen aus dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der weltweiten Energiekrise und der Inflation. Im Rahmen einer Online-Pressekonferenz gab der Verband der Europäischen Laminatbodenhersteller (EPLF) nun die Absatzzahlen bekannt.

Der Gesamtabsatz des EPLF belief sich im Jahr 2022 auf rund 367 Mio. m², was einem Rückgang von 24 Prozent gegenüber 2021 entspricht. Die meisten Regionen waren von diesem Abwärtstrend betroffen, wobei Lateinamerika den Absatzrückgang mit 51 Prozent im Vergleich zu 2021 am stärksten zu spüren bekam. Der Absatz der Länder, die unter die Kategorie »Sonstige Regionen« fallen, war hingegen mit –0,35 Prozent im Vergleich zu den 3,5 Mio. verkauften Quadratmetern im Jahr 2021 weitgehend stabil.

Die Lage in West- und Osteuropa
In Westeuropa gingen die Absätze 2022 um 22 Prozent zurück (179 Mio. verkaufte Quadratmeter). Mit Ausnahme von Andorra (+5 Prozent), Zypern (+4 Prozent), Island (+10 Prozent) und Mo­naco (+24,5 Prozent) war die große Mehrheit der Länder in der Region von den internationalen Umwälzungen betroffen. Zu den Ländern, die am stärksten unter der Krise in Westeuropa litten, zählen Belgien mit einem Rückgang von 34,7 Prozent, Finnland mit –34,2 Prozent sowie die Niederlande mit –33,5 Prozent. Die Region Ost­europa war stärker betroffen als ihr westliches Pendant, da die Absätze gegenüber 2021 um 24 Prozent zurückgingen. Die Verkäufe in der Ukraine mit –55 Prozent, Mazedonien mit –48,6 Prozent und der Kosovo mit –47 Prozent litten am meisten.

Blick nach Übersee
Der Markt in Nordamerika war im Vergleich zu den anderen Regionen der Welt am wenigsten betroffen. Bei Einbrüchen von gerade einmal –2,4 Prozent wurde ein Absatz von 29 Mio. m² verzeichnet. Der kanadische Markt musste indessen mit 8 Mio. verkauften Quadratmetern im Jahr 2022 einen Absatzrückgang von 37 Prozent hinnehmen. Der lateinamerikanische Markt litt wiederum am stärksten, da sich das Absatzvolumen mit 11 Mio. verkauften Quadratmetern halbierte (–51 Prozent gegenüber 2021). Der chilenische Markt war von dieser Entwicklung am meisten betroffen (–67 Prozent).
Der Absatz des EPLF in Afrika ging mit 3,8 Mio. verkauften Quadratmetern im Jahr 2022 um 33 Prozent zurück. Asien verzeichnete ebenfalls einen Rückgang von 34 Prozent. Ähnlich gestaltete sich die Lage in Ozeanien mit einem Rückgang von 16 Prozent.
Einige Länder hoben sich wiederum vom Rest der Märkte ab. In Salvador (+235,5 Prozent), Panama (+226 Prozent), Brasilien (+117 Prozent) in Lateinamerika, Kap Verde (+655 Prozent) und Madagaskar (+23 Prozent) in Afrika sowie im Irak (+131 Prozent), in den Philippinen (+49 Prozent) und in Malaysia (+40 Prozent) in Asien gelang es den EPLF-Mitgliedern, ihre Absatzzahlen zu verbessern.

Optimismus bewahren
Trotz der Versorgungsschwierigkeiten und höheren Energiekosten, denen der Markt ausgesetzt ist, sind die Mitglieder des EPLF zuversichtlich, dass sie schon bald wieder zu ähnlichen Absatzzahlen wie im Jahr 2021 zurückkehren werden, als die Renovierfreude der Verbraucher während der Corona-Krise dazu führte, dass deutlich mehr Laminatböden gekauft wurden. Unterdessen bringen die Mitglieder weiterhin Neuerungen hervor und bieten Verbrauchern hochwertige Laminatböden, die mit Blick auf die Zukunft sowohl nachhaltig als auch erschwinglich sind. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Ruben Desmet (Unilin), Obmann Arbeitskreis Märkte + Image, fasst zusammen: »Wir bleiben positiv und werden weiter daran arbeiten, das Image von Laminat zu verbessern und die Erwartungen der Kunden an das Produkt zu erfüllen.«

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