EPLF: Abwärtstrend bei Laminatbelägen gebremst
Der Verband der Europäischen Laminatbodenhersteller e.V. (EPLF) hat auf der »Domotex« die neue Kommunikationskampagne »Laminate flooring – Made of Wood« (»Laminatfußboden – hergestellt aus Holz«) vorgestellt.
Der EPLF sieht sich im 26. Jahr seiner Geschichte weiter auf Erfolgskurs. 18 Laminatbodenhersteller, 20 Zulieferunternehmen und 10 Fördermitglieder zählt der europaweit aufgestellte Verband, der seit November 2019 seinen Sitz in Brüssel hat. Mit umgezogen von Bielefeld nach Brüssel ist der Verband der mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge e.V. (MMFA).
Ziel der neuen Kampagne ist das Aufbrechen alter Mythen. Die meisten Endverbraucher glauben, dass Laminat aus Kunststoff besteht. »Unsere Produkte bestehen zu 80 Prozent aus Holz, und Holz ist ein nachhaltiger Rohstoff«, bekräftigt Max von Tippelskirch, Präsident des EPLF und Chefstratege (CSCO) der Swiss Krono Group. »Mit Laminatfußboden können die Verbraucher etwas Gutes für die Umwelt tun und erhalten gleichzeitig ein gutes Produkt. Die Verbraucher verzichten nicht auf Qualität, sie müssen keine Kompromisse eingehen, um nachhaltig zu sein.«
Ruben Desmet, Leiter von Unilin Flooring, äußerte sich ebenfalls positiv zur neuen Kampagne. Er glaubt, dass die Branche gesamtbetrachtet wieder einen leichten Aufwärtstrend zu verzeichnen hat.
Gemeinsam mit der MMFA wurde eine Marktforschungsstudie durchgeführt. Dabei wurde das Kaufverhalten des Endverbrauchers in Deutschland, Frankreich und Polen untersucht. Neben der grundsätzlichen Meinung zu verschiedenen Böden wie Stein, Keramik, Parkett, Teppichboden und elastischem Boden wurde auch nach der Meinung zu Laminat- und LVT/MMF-Böden gefragt. Hauptgrund zur Neubeschaffung sei die Abnutzung des alten Bodens. Nachgelagert seien die Gründe Geschmackswechsel, generelle Neugestaltung der Wohnsituation oder der Neukauf einer Immobilie mit entsprechender Renovierung.
Nachhaltigkeit in Studie bewiesen
Eberhard Herrmann, Obmann des Arbeitskreises Technik und Vorstandsmitglied des EPLF, stellte die Ergebnisse des Projekts zur Nachweisbarkeit der Nachhaltigkeit vor. Diese und weitere Untersuchungen wurden im Rahmen einer Studie unter der Leitung von Dipl.-Ing. Petra Schulz durchgeführt. Sie ist Ressortleiterin für den Bereich »Oberfläche« am Institut für Holztechnologie Dresden (IHD). Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), wurden über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren belastbare Daten zur Kratzfestigkeit und Beschädigung von Laminatböden erfasst. »Solche Daten und Ergebnisse waren zuvor nicht zu finden – das war das Problem«, erläuterte Herrmann. Standardisierte Testverfahren unter Realbedingungen standen dabei im Vordergrund. Mit anschließenden Modifikationen wurden die Tests erweitert, sodass verschiedene Ergebnisse vorgelegt und das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Damit wurde das Verfahren zur Mikrokratzbeständigkeit sowie die Spezifikation, insbesondere bei lose verlegten Unterlagsmaterialien, als Standard festgesetzt.
Stabilisierung des Laminat-Marktes
Die im EPLF organisierten Hersteller konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen weltweiten Laminatabsatz von 447 Mio. m² verzeichnen. Das ist zwar immer noch etwas weniger als 2018 (454 Mio. m²), bremst aber den Abwärtstrend deutlich von 5 auf 1,5 Prozent ab.
Der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt in Zentraleuropa bleibt Deutschland mit 49,7 Mio. m² (Vj. 52 Mio. m²). Minus 5 Prozent bedeuten aber verglichen mit vorangegangenen Zeiträumen ein Abbremsen der Rückgänge.
Westeuropa verlor leicht um 2,1 Prozent (219 Mio. m² zu 225 Mio. m²), Osteuropa legte auf insgesamt 135 Mio. m² zu. Mit Russlands +11,4 Prozent (43,8 Mio. m²) und die als »Rising Star« bezeichnete Ukraine mit +32,5 Prozent (10,1 Mio. m²) gilt dieser Markt als wichtiger Zukunftsmarkt für den EPLF.
In Nordamerika zeigten die USA 2019 mit 29,7 Mio. m² (Vj. 30,7 Mio. m²) ein leichtes Minus von 3,2 Prozent. In Kanada dagegen brach der Markt um 24,7 Prozent ein, von 13,6 Mio. m² auf 10,3 Mio. m². Insgesamt und trotz des immer noch anhaltenden Rückgangs konnte die Kurve nach unten abgemildert und somit die Aussichten etwas verbessert werden.
Personelle Veränderung
Peter H. Meyer, seit 1998 Geschäftsführer des EPLF, wurde in den Ruhestand verabschiedet. An seine Stelle wird Feriel Saouli treten. Die bisherige COO der belgischen Agentur- und Unternehmensberatung Cambre bringt fast 20 Jahre Führungserfahrung von Non-Profit-Organisationen mit. Feriel Saouli spricht mehrere Sprachen und freut sich auf die neue Aufgabe. Sie würdigte die Arbeit ihres Vorgängers und ist sich ihrer Aufgabe bewusst: »Ich trete in sehr große Fußstapfen.«


