EPLF: Laminat, Absatz weltweit im Plus – in Deutschland aber rückläufig
Im Rahmen der »Domotex« verkündete der EPLF die Jahresbilanz für 2016.
Im Jahr 2016 haben die im EPLF organisierten Hersteller einen weltweiten Absatz von 476 Mio. m² Laminatfußböden aus europäischer Produktion gemeldet (2015: 452 Mio. m²), was einem Plus von 5,6 Prozent entspricht. Auffällig ist, dass der westeuropäische Markt rückläufig ist, in Nordamerika und Asien aber erneut deutliche, zweistellige Wachstumsraten registriert werden. In Osteuropa steigerten sich vor allem die relativ großen Märkte wie Russland, Polen und Rumänien beeindruckend. Der westeuropäische Absatz (einschließlich Türkei) hat 2016 in der Summe 249 Mio. m² (2015: 254 Mio. m²) erreicht. Das bedeutet ein leichtes Minus von 1,5 Prozent zum Vorjahr. Deutschland bleibt mit 63 Mio. m² (2015: 66 Mio. m²) und einem Minus von 3,6 Prozent mit Abstand der wichtigste Einzelmarkt in Zentraleuropa.
Frankreich hat sich 2016 mit 37 Mio. m² (Vj. 37 Mio. m²) stabil gehalten und belegt weiterhin den zweiten Platz in Europa. In Großbritannien setzt sich der Aufwärtstrend für die EPLF-Mitglieder fort: 2016 wurde mit 33 Mio. m² (Vj. 31 Mio. m²) ein Plus von knapp 8 Prozent verzeichnet. Damit liegt das Land nun auf dem dritten Platz vor der Türkei, wo die Verbands-Umsätze im Jahr 2016 nochmals eingebrochen sind. Hier gingen die Verkaufszahlen beim Laminat um ca. 15 Prozent auf 26 Mio. m² zurück (Vj. 31 Mio. m²). Die Niederlande behaupten mit über 19,3 Mio. m² (Vj. 19,1 Mio. m²) ihren fünften Platz. Dahinter liegt Spanien mit knapp 17 Mio. m² (Vj. 15 Mio. m²) und einem Plus von 8,7 Prozent.
In Osteuropa wurde 2016 erneut deutlich mehr EPLF-Laminat abgesetzt als im Vorjahr: Mit 126 Mio. m² (Vj. 111 Mio. m²) erreichten die europäischen Laminatbodenhersteller dort ein Plus von 13,4 Prozent. Seit 2015 weiß der Verband, dass rund 20 Mio. m² der russischen Produktion seiner Mitglieder aus verschiedenen Gründen nicht von der Statistik erfasst werden. 2016 wurden in Russland von den EPLF-Mitgliedern knapp 34 Mio. m² (Vj. 29 Mio. m²) gemeldet und damit eine Zuwachsrate von 16,7 Prozent realisiert. Polen verzeichnete 2016 mit knapp 31 Mio. m² (Vj. 28 Mio. m²) 8,6 Prozent Plus. Ähnlich positiv entwickelte sich Rumänien mit 13,6 Mio. m² (Vj. 11,1 Mio. m²). Dahinter folgen die Ukraine mit 6,2 Mio. m² (Vj. 4,7 Mio. m²) sowie Ungarn und Bulgarien mit je 5 Mio. m².
In Nordamerika hält die Erfolgsserie der europäischen Laminatböden nun schon im vierten Jahr in Folge an: 2016 konnte mit 47 Mio. m² (Vj. 39 Mio. m²) die Zuwachsrate nochmals gesteigert werden: Hier wurden 22,6 Prozent mehr verkauft als im Vorjahr. Die USA zeigen 2016 mit 29 Mio. m² (Vj. 25 Mio. m²) ein Plus von 18 Prozent, in Kanada konnte 2016 mit 18 Mio. m² (Vj. 14 Mio. m²) eine Steigerung um 30 Prozent realisiert werden.
Ähnlich gut sieht die Situation in Asien-Pazifik aus, wo die EPLF-Hersteller 2016 einen Gesamtabsatz von rund 27 Mio. m² (Vj. 17 Mio. m²) erreicht haben und damit zum Vorjahr um rund 54 Prozent im Plus liegen. Hierbei müssen allerdings auch statistische Effekte berücksichtigt werden: Durch eine Erweiterung der EPLF-Länderliste sind einige Staaten, die zuvor unter »Sonstige Länder« fielen, seit dem Erfassungsjahr 2016 nun identifiziert und Asien zugeordnet, so zum Beispiel Kasachstan (mit 2,8 Mio. m²) oder Usbekistan (mit 0,8 Mio. m²), Aserbaidschan und Kirgisien (mit je 0,7 Mio. m²). Das größte Wachstum in Asien entfiel 2016 auf den chinesischen Markt inklusive Hongkong: Dort wurden 8,6 Mio. m² abgesetzt (Vj. 5,6 Mio. m²) – ein Plus von über 53 Prozent zum Vorjahr.
Israel erreicht 2,4 Mio. m² (Vj. 2,5 Mio. m²), Saudi-Arabien 2,7 Mio. m² (Vj. 2,8 Mio. m²) und Taiwan knapp 1,6 Mio. m² (Vj. 1,5 Mio. m²). Lateinamerika bleibt 2016 mit 17 Mio. m² (Vj. 17 Mio. m²) weitgehend stabil.
Forschungsprojekt »Stuhlrollentest«
Als neues, EU-gefördertes Verbandsprojekt hat der EPLF nun die Arbeiten zum Thema »Stuhlrollentest« aufgenommen. Wiederum in Kooperation mit dem IHD soll bis zum Sommer 2019 ein Prüfverfahren mit einem adäquaten Testgerät entwickelt werden, das für lose Bodenbeläge mit verschiedenen Verriegelungsprofilen ebenso wie für verklebte Bodenbeläge anwendbar ist. Wichtig: Dabei sollen auch die Unterlagsmaterialien berücksichtigt werden. Das derzeit gültige Testverfahren für den Stuhlrollentest ist bereits seit einem halben Jahrhundert im Einsatz. Die Experten sind sich einig, dass dringend eine neue Lösung gefunden werden muss, die den aktuellen Bedingungen und Produkten gerecht wird.
Eberhard Herrmann, EPLF-Obmann Technik: »Der anhaltende Erfolg von Laminat basiert auf ständiger Innovation. Damit müssen auch die internationalen Qualitäts- und Teststandards Schritt halten. Wir gehen hier mit unserer Forschung aktiv voran, unser Anliegen ist es, zeitgemäße, praxistaugliche Lösungen zu entwickeln. Die Verbraucher sollen schließlich auch in Zukunft sicher sein, nur Produkte mit zuverlässig geprüften Eigenschaften zu erhalten.«
Engagement auf den Wachstumsmärkten
In Russland ist eine eigene Arbeitsgruppe aktiv mit dem Ziel, die Regeln und Qualitätskriterien für Laminatfußböden auf dem russischen Markt zu verbessern. Man strebt neue technische Spezifikationen für Laminatböden an, die – im Unterschied zur bestehenden GOST-Norm – ähnlich wie die CEN-Regularien implementiert werden und für die Marktteilnehmer verbindlich sein sollen. Diese Möglichkeit ist schwierig, besteht aber im Rahmen der »Eurasischen Wirtschaftsunion«. Als weiterer Schritt soll später mindestens ein russisches Testinstitut unterstützt werden, um mit dem entsprechenden Know-how und geeigneten technischen Einrichtungen die notwendigen Prüfungen zur Überwachung der Spezifikationen durchzuführen.
Dass sich dieser Einsatz für den Osteuropa-Markt auf lange Sicht lohnen kann, bestätigt der Blick auf die aktuellen Absatzzahlen: Zuwachsraten im zweistelligen Bereich machen den osteuropäischen Raum neben den Wachstumsmärkten in Nordamerika und Asien für die EPLF-Mitglieder immer interessanter. Auch die weitere Entwicklung von Ländern wie dem Iran, Ägypten oder Indien wird vom EPLF mit Interesse verfolgt. »Die Chancen und Herausforderungen auf den internationalen Bodenmärkten erfordern eine gemeinsame Qualitätsstrategie der europäischen Laminatbodenindustrie«, erklärt Max von Tippelskirch, Obmann des Arbeitskreises Märkte & Image. »Angesichts der ständigen Erweiterung des weltweiten Angebots mit der Gefahr unterschiedlicher Produktqualitäten behalten unsere Verbandsziele in den Bereichen Normung, Produktsicherheit und Markttransparenz auch in Zukunft absolute Priorität.«

