EPLF: Laminatabsatz 2024 stabiler als im Vorjahr
Trotz globaler wirtschaftlicher Veränderungen, anhaltender Inflation und steigender Materialkosten habe die Laminatbranche im vergangenen Jahr eine unglaubliche Widerstandsfähigkeit gezeigt, freute sich der EPLF-Vorstandsvorsitzende Ruben Desmet jüngst bei der alljährlichen Pressekonferenz des Verbandes. Der geringere Rückgang in 2024 gegenüber den Absätzen im Jahr 2023 würde vielmehr zeigen, dass Laminatprodukte trotz aller Herausforderungen weiterhin eine starke Position im Bausektor haben: »Wir sind optimistisch, dass die Baukonjunktur weiter anziehen wird, und erwarten, die Renovierungswelle und die Initiativen für bezahlbaren Wohnraum der EU mit Laminat unterstützen zu können – denn wir sind fest davon überzeugt, dass Laminat hierbei als langlebiges und wartungsarmes Produkt eine wichtige Schlüsselrolle spielen kann.« Um dies voranzubringen, stellte der Verband zudem sein jüngstes Manifest vor.
Der Gesamtabsatz des EPLF für das Jahr 2024 beläuft sich auf 313 459 786 m², was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 1,44 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Die Differenz zwischen 2023 und 2022 betrug –13,38 Prozent und markierte somit einen deutlich stärkeren Rückgang.
Der gleiche Trend ist beim Absatz in den Hauptregionen zu beobachten: Westeuropa (51 Prozent des gesamten Absatzes) und Osteuropa (29 Prozent des gesamten Absatzes) verzeichneten 2024 nur leichte Absatzrückgänge (–2,74 bzw. –4,97 Prozent). Eine positive Absatzentwicklung gab es hingegen in Nordamerika (+8,85 Prozent), Lateinamerika (+8,51 Prozent) und Asien (+10,53 Prozent).
Die Absatzentwicklungen im Detail
Betrachtet man die Absatzentwicklung in Westeuropa im Jahr 2024, so zeigt sich mit 160 840 928 verkauften Quadratmetern ein leichter Rückgang von 2,74 Prozent im Vergleich zu 2023. Die Türkei (+16,82 Prozent), Italien (+11,35 Prozent) und die Niederlande (+3,25 Prozent) konnten hier einen Anstieg verzeichnen. Von Absatzrückgängen waren jedoch die drei größten Märkte betroffen: Deutschland mit –2,40 Prozent (33 031 269 m²), Frankreich mit –7,38 Prozent (30 559 036 m²) und Großbritannien mit –8,87 Prozent (22 862 886 m²).
Auch in Osteuropa stabilisierten sich die Absätze. Mit einem Gesamtabsatz von 91 895 034 m² (4,97 Prozent weniger als im Jahr 2023) konnte ein Aufschwung verzeichnet werden. Obwohl sich die beiden größten Märkte der Region rückläufig entwickelten – Russland mit –14,75 Prozent (31 868 966 m²) und Polen mit einem leichten Rückgang von 0,96 Prozent bei einem Absatz von 21 176 658 m². Der drittgrößte Markt, Rumänien, steigerte seinen Absatz um 7,42 Prozent (8 977 926 m²). Auch Ungarn erholte sich von einem starken Rückgang (–39,20 Prozent im Jahr 2023), wobei der Absatz im Jahr 2024 um 5,12 Prozent stieg (4 863 049 m²).
Nordamerika ist eine der größten Erfolgsgeschichten des Jahres 2024. Im vergangenen Jahr erholte sich die Region mit einem Absatz von 23 521 002 m² (+8,85 Prozent). Kanada verzeichnete den größten Zuwachs mit 14,15 Prozent (5 574 673 m²), wobei die USA der größte Markt blieben und der Absatz dort gegenüber dem Vorjahr um 7,30 Prozent gesteigert werden konnte (17 946 329 m²). In ähnlicher Weise legte auch Lateinamerika im Jahr 2024 um 8,51 Prozent zu (8 032 281 m²). Chile setzte seinen Aufwärtstrend mit +8,83 Prozent bzw. 3 896 816 m² fort.
Die Absätze des EPLF in Afrika stiegen im Jahr 2024 um 16,95 Prozent auf 3 794 025 m², wodurch der Trend von 2023 umgekehrt wurde. Am bemerkenswertesten waren die Absätze in Ägypten (+38,83 Prozent, 1 345 748 m²) und Marokko (+15,95 Prozent, 926 072 m²). Obwohl Asien im Jahr 2024 einen Anstieg von 10,53 Prozent verzeichnete, gingen die Absätze in China und Kasachstan im Vergleich zu 2023 um 17,11 bzw. 3,26 Prozent zurück (Verkauf von 1 925 547 m² bzw. 4 058 021 m²). Taiwan legte um 74,09 Prozent zu, jedoch mit Absätzen von nur 3 094 173 m² im Jahr 2024.
Ausblick für den Laminatsektor
Der Bausektor ist aufgrund weltwirtschaftlicher Veränderungen – von hoher Inflation und steigenden Materialkosten bis hin zu geopolitischem Druck – erheblichen Schwankungen unterworfen. Die Zahlen für das Jahr 2024 zeigen jedoch, dass die Laminatbranche dem Chaos trotzen kann. Die stetige Erholung in den meisten Regionen könnte ein Zeichen für die Rückkehr zur Stabilität sein, mit langfristig positiven Prognosen.
Natürlich könnten der anhaltende Krieg in der Ukraine und mögliche Handelskriege neue Herausforderungen mit sich bringen. Trotzdem muss die Wohnungsknappheit angegangen werden – und damit auch der Neubau und die Renovierung von Häusern. Außerdem ernannte die Europäische Kommission zum ersten Mal einen Kommissar für Energie und Wohnungswesen. In Anbetracht der Pläne der EU-Exekutive für einen europäischen Initiativplan für erschwinglichen Wohnraum werden die langlebigen und erschwinglichen Laminatprodukte eine wichtige Rolle dabei spielen, die EU bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen.
Manifest zur Förderung nachhaltiger und wettbewerbsfähiger europäischer Laminatböden
Neben den Absatzzahlen für 2024 veröffentlichte der EPLF auf der Pressekonferenz sein jüngstes Manifest, das die Vision, die Prioritäten und die Verpflichtungen des Verbandes für die Zukunft der Laminatbodenindustrie darlegt. Das Manifest, das den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit, Innovationen und die Stärkung des europäischen Produktions- und Wohnungswesens legt, dient als Orientierungsrahmen, um positive Veränderungen in der Branche voranzutreiben – von der Förderung von Innovationen bis hin zur Förderung umweltbewusster Verfahren.
Zum einen verpflichten sich die EPLF-Mitglieder darin, nachhaltige Herstellungsverfahren voranzutreiben, eine zentrale Rolle von Laminat im erschwinglichen Wohnungsbau zu gewährleisten, in Forschung und Entwicklung zu investieren sowie die Herstellung in Europa, die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Unterstützung der lokalen Wirtschaft zu stärken. Zum anderen ruft der Verband politische Entscheidungsträger und Stakeholder dazu auf, die Laminatbodenbranche als europäische Erfolgsgeschichte zu unterstützen und veröffentlichte dazu drei zentrale Initiativen: So soll »Made in Europe« durch eine paneuropäische Investitionsplattform für erschwinglichen und nachhaltigen Wohnraum gefördert werden, bei der Laminatböden Teil der Lösung sind. Außerdem erwartet die Laminatbodenbranche konkrete Maßnahmen für eine zuverlässige Versorgung mit sauberem und erschwinglichem Strom, um die Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Nicht zuletzt wird die EU aufgefordert, die Wettbewerbsbedingungen durch die Harmonisierung nationaler Vorschriften zu verbessern und die Branche vor unlauterem Wettbewerb zu schützen.
Durch die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern, Branchenvertretern und Verbrauchern bekräftigen der EPLF und seine Mitglieder ihr Engagement für eine nachhaltige und kreislauforientierte Zukunft der Laminatbodenbranche sowie der europäischen Wirtschaft. Desmet erklärt dazu: »Wir sind stolz auf die einheitliche Vision und die Ambitionen, die unsere Mitglieder in diesem Manifest zum Ausdruck gebracht haben. Wir sind bereit, unsere Initiativen in den Bereichen Interessenvertretung, Forschung und Marktentwicklung im Geiste dieser Grundsätze und Ziele fortzusetzen – und im Dienste der Förderung einer widerstandsfähigen und zukunftsorientierten Laminatbodenbranche. Wir glauben, dass wir Europa grüner, nachhaltiger und kreislauffähiger machen können, wenn wir uns in der Vision einer nachhaltigen, innovativen und wettbewerbsfähigen Laminatbodenbranche einig sind – ein Laminatboden nach dem anderen.«

