01.05.2016 | Fachhandel / Kooperationen Seite 17-19 in Ausgabe 5/2016

Es läuft wieder »glatt« für die Copa – auch das Produkt-Forum »Glatte Beläge«

Großhandel und Industrie trafen sich erneut in Fulda – neben Produkten ging es aber auch um den (erzwungenen) Neu-Start der Copa.

Pflichttermin für Großhandel und Industrie ist das Produkt-Forum, das die Copa, die Großhandels-Einkaufskooperation für Bodenbeläge und Heimtextilien, jährlich veranstaltet – der Schwerpunkt wechselt alle zwei Jahre zwischen textilen und glatten Belägen. Das Produkt-Forum wird von den Lieferanten sehr geschätzt, da man auf übersichtlichem Raum und in kurzer Zeit mit den maßgeblichen Großhändlern der Branche in Kontakt kommt. Und ebenso gern wird diese Chance von den Großhändlern genutzt. Diesmal kamen 22 Copa-Mitgliedsfirmen (mit 59 Teilnehmern) und 55 Lieferanten (mit 122 Teilnehmern) in das Kongress- und Kulturzentrum in Fulda.

Dieses Mal ging es um sogenannte »glatte« Beläge, womit Laminat, Kork- und elastische Böden sowie das dazu passende Zubehör und Verlegewerkstoffe gemeint sind.

Neben den Produkten und dem Austausch standen aber auch weitere, ja schon fast »politische« Themen auf der Tagesordnung. Zum einen der Wechsel an der Copa-Führungsspitze – Josef Führes folgt auf Manfred Birkenstock –, zum anderen die endenden bzw. gekündigten Copa-Mitgliedschaften von Steffel und Jordan.

Manfred Birkenstock, noch geschäfts­führender Copa-Vorstand­, und sein Nachfolger Josef Führes (rechts), begrüßten die Teilnehmer des Forums.Nach der inneren Schockwelle: »Lasst uns arbeiten!«
Natürlich hinterlässt der (bevorstehende) Weggang zweier großer Mitglieder Lücken im Einkaufsvolumen der Kooperation. Copa-Aufsichtsratsvorsitzender Martin Geiger: »Wir waren selbst überrascht von den Ereignissen, die im letzten Dezember auf uns förmlich niederrollten. Dennoch sehen wir dies als Chance eines Neubeginns mit anderen Möglichkeiten. Wir müssen jetzt enger zusammenstehen und das Rad etwas anders erfinden. Nach wie vor sind wir für die Lieferanten eine nutzenbringende Gemeinschaft – eine Allianz der freien Großhändler!«

Sicherlich hätte für Copa-Geschäftsführer Josef Führes der Einstieg leichter sein können, betont Geiger. »Für ihn ist das eine Challenge – und er nimmt die Herausforderung an.«

Zur aktuellen Situation meint Führes selbst, dass die Gesellschafter-Struktur vor der Jahreswende sehr heterogen war. Führes: »Wir hatten zwei Große, die sehr selbstständig in ihrer Leistungsfähigkeit waren, gleichzeitig aber auch die Leistungen einer Copa-Zen­trale in dieser Form gar nicht brauchen. Jetzt haben wir einen sehr homogenen Gesellschafterkreis, was die Unternehmensstrukturen, die Größe, die Mitarbeiter und das Kundenklientel betrifft. Mit dieser gleichgelagerten Struktur entwickeln wir nun Konzepte, Maßnahmen und Ideen, an denen möglichst viele partizipieren. Und das macht Spaß! Nach der inneren Schockwelle sehen das alle positiv und sagen: Lasst uns arbeiten! Und wir sind selbstbewusst genug, es anzupacken.«

Auch Claus Hoffmann, Geschäftsführer der Copa angeschlossenen Einkaufskooperation Rigromont, bekräftigt: »Nun besteht eine Riesen-Chance, Dinge auf Augenhöhe zu entwickeln, da bringen wir gern unsere Erfahrung ein.«

Man spricht bei diesem Neustart schon von »Copa 4.0«. Bei einem Workshop am Vortag des Forums ging man mit den Mitgliedern bereits enthusiastisch an die Arbeit. Führes ist zufrieden: »Die Copa im Ganzen fängt an, miteinander zu reden und zusammenzuarbeiten – das war natürlich gegeben, aber nicht so intensiv wie jetzt.« Auf der Agenda für die Zukunft stehen natürlich wieder gemeinsame Kollektionen und Konzepte, die inhaltlich von den Copa-Gesellschaftern getragen werden. Doch auch die Frage, wie die Gesellschafter noch erfolgreicher im Markt agieren können, soll anhand neuer Dienstleistungskonzepte in Richtung Kunde und in puncto Mitarbeiterqualifikation beantwortet und in die Tat umgesetzt werden.

Die von der Copa (und somit von Manfred Birkenstock!) mitinitiierte Image­kampagne für den Teppichboden, »TEPPICH & DU«, hat in den letzten drei Jahren nicht nur finanziell erheb­liche Investitionen gefordert, sondern auch kapazitär, das sicherlich zu Lasten der Copa-Arbeit ging. Katharina Pas, bei der Copa zuständig für Marketing und gleichsam schon fast das »Gesicht« von der Kampagne (schon fast mehr als die Dame mit den bunten Strümpfen), verließ die Kooperation vor einem Monat. Nun stellt sich im Zuge dessen und der »Copa 4.0« auch die Frage, wie es mit »TEPPICH & DU« weitergeht. »Die Kampagne wird nicht sterben«, so Manfred Birkenstock. Ob diese nun unter der Copa »bleibt« oder anderweitig geführt werde, sei noch nicht abschließend diskutiert.

»Wir stellen aber sicher, dass die Kampagne weiterläuft.« Ein Nachfolger für die Copa-Tätigkeit von Katharina Pas ist inzwischen schon gefunden: Lutz Klasterka, zuletzt bei Egger im Marketing und mit »Stationen« unter anderem bei Tarkett und Witex, wird zum 1. Juli 2016 bei der ­Kooperation starten.

Sabine Langanke

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