EUDR: GD Holz fordert praxistaugliche Nachbesserungen
Die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) wurde nach massiver Kritik aus Wirtschaft und Politik verschoben und in Teilen vereinfacht. Obwohl die EU‑Kommission weitere Anpassungen prüfen soll, wurde eine grundlegende Überarbeitung ausdrücklich ausgeschlossen. Für den Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) gehen diese Schritte nicht weit genug. Geschäftsführer Thomas Goebel betont, die Verordnung müsse praktikabler werden und dürfe Unternehmen nicht mit überbordender Bürokratie belasten.
Zertifizierung als wirksames Risikoinstrument stärken
Waldzertifizierungssysteme wie FSC und PEFC sichern seit Jahrzehnten nachhaltige und legale Waldbewirtschaftung. Viele Systeme haben ihre Standards bereits an die EUDR angepasst. Der GD Holz fordert daher, dass Zertifikate offiziell als Risikominderungsmaßnahme anerkannt und EU‑weit einheitlich bewertet werden. Eine engere Zusammenarbeit zwischen EU‑Kommission und Zertifizierungssystemen soll langfristig eine vollständige EUDR‑Kompatibilität gewährleisten.
Geolokalisierungspflichten an das reale Risiko anpassen
Die Pflicht, für jede Erntefläche Geodaten zu erfassen, überfordert nach Ansicht des Verbandes viele Akteure der Lieferkette. Besonders in Regionen mit sehr geringem Entwaldungsrisiko sei diese Anforderung unverhältnismäßig. Der GD Holz fordert: Keine Geolokalisierungspflicht für Holz aus Ländern oder Regionen mit nachweislich geringem Risiko. Nutzung eines landschaftsbezogenen Ansatzes, bei dem eine ganze Region als entwaldungsfrei nachgewiesen werden kann. Wegfall der Geolokalisierungspflicht für zertifiziertes Holz, unabhängig vom Ernteland.
Rechtsklarheit bei Legalitätsanforderungen schaffen
Bislang bestehe große Unsicherheit darüber, welche Dokumente Importeure zur Legalitätsprüfung vorlegen müssen. Unterschiedliche Anforderungen der Mitgliedsstaaten sorgen zusätzlich für Unsicherheit. Der Verband fordert deshalb präzise Vorgaben der EU‑Kommission, welche Dokumente zur Legalitätsprüfung erforderlich sind und eine EU-weit einheitliche Anwendung dieser Regeln durch die Behörden. Klare und proaktive Kommunikation gegenüber Unternehmen sei Voraussetzung für eine verlässliche Umsetzung.
Einheitliche Durchsetzung in allen EU‑Staaten
Laut GD Holz entstehen durch unterschiedliche Interpretationen und Prüfstandards Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU. Der Verband verlangt verbindliche Kriterien für Behördenprüfungen und Nachweise sowie eine transparente Kommunikation der Behörden gegenüber Importeuren. Nur ein einheitliches »Level Playing Field« könne faire Marktbedingungen sichern.
Branche bleibt trotz Verschiebung in Alarmbereitschaft
Obwohl die Verschiebung der EUDR etwas Ruhe in die Thematik gebracht hat, hält der GD Holz weitere Anpassungen für dringend notwendig. Die offene Konsultation der EU‑Kommission bewertet der Verband positiv, sieht aber weiterhin erheblichen Verbesserungsbedarf, um eine praxistaugliche und umsetzbare Verordnung zu gewährleisten.

