Eurobaustoff: Anspruchsvolles, aber erfolgreiches Geschäftsjahr 2022
Unruhen und Krisen zum Trotz blickt die Eurobaustoff auf einen positiven Jahresabschluss 2022 mit einem Wachstum von rund 9 Prozent auf knapp 9,1 Milliarden Euro zentralfakturierten Umsatz zurück. »Dieser Erfolg beruht in erster Linie darauf, dass unsere Gesellschafter im Zusammenspiel mit unserem Dienstleistungscampus trotz aller Krisenszenarien und Sondereffekte ihr Geschäft in 2022 anhaltend dynamisch entwickeln konnten«, sagt Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der Eurobaustoff-Geschäftsführung. »Dabei war das vergangene Jahr zugleich von noch größeren Engpässen in der Rohstoffversorgung, erheblich höheren Energiekosten und damit verbunden deutlichen Preissteigerungen geprägt, die unser Geschäft und damit zunehmend auch die Bautätigkeit stark beeinflusst haben und weiter beeinflussen. Das gilt in ähnlicher Weise auch für unsere Ländergesellschaften in Österreich und der Schweiz, die trotz der vielschichtigen Herausforderungen einen erfolgreichen Geschäftsverlauf in 2022 verzeichnen«, führt Hartmut Möller, Geschäftsführer Gesellschafterbetreuung, Einkauf und die Ländergesellschaften in Österreich und der Schweiz, aus. »Vor diesem Hintergrund«, ergänzt Finanz-Geschäftsführer Jörg Hoffmann, »resultiert das in 2022 erzielte Wachstum weniger aus einem Mengen- oder Marktwachstum heraus, sondern ein Großteil dieser Steigerung basiert auf den überproportionalen Preisentwicklungen des vergangenen Jahres.«
Darüber hinaus war es für die Eurobaustoff auch ein gutes Jahr, weil es der Kooperation mit Sitz in Bad Nauheim und Karlsruhe gelungen ist, deutliche Zuwächse im Gesellschafterkreis zu generieren. Allein im abgelaufenen Geschäftsjahr begrüßte die Kooperation acht neue Gesellschafter in ihren Reihen. Zum 1. Januar 2023 kamen weitere sieben Unternehmen dazu. Mit den Zuwächsen gehören der Kooperation aktuell 450 Gesellschafter mit 1683 Standorten in Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Schweden und der Schweiz an. »Die erfolgreiche Gesellschafter-Akquisition zahlt neben dem Kompetenzgewinn auch auf unsere Marktpositionierung ein«, sagt Dr. Kern.
Stabilere Materialversorgung im Jahresverlauf
»Die einzelnen Warenbereiche betreffend, haben sich die Materialverfügbarkeiten in den einzelnen Sortimenten größtenteils wieder normalisiert. Auch die durch den Ukrainekrieg ausgelöste sprunghafte Preisentwicklung hat sich im Jahresverlauf beruhigt. Dabei haben sich die Preise auf einem insgesamt höheren Niveau eingependelt. Sorgen bereitet uns über 2022 hinaus die sinkende Investitionsbereitschaft sowohl im Eigenheimsektor als auch bei den Unternehmern im Nichtwohnbau. Diese Entwicklung lässt sich besonders deutlich im zweiten Halbjahr 2022 an den rückläufigen Baugenehmigungszahlen und an den Auftragseingängen im Bauhauptgewerbe ablesen. Diese bauwirtschaftlichen Strömungen spiegeln sich auch in der Entwicklung unserer Warenbereiche wider«, sagt Möller.
Im Warenbereich Holz erzielte die Eurobaustoff in Summe ein Wachstum von knapp 1 Prozent. »Hier dürfen wir mit Blick auf die bereits veröffentlichten Branchenzahlen für den Holzhandel in 2022 nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wir sind im Holzbereich traditionell besonders im konstruktiven Holzbau aktiv. Das lässt sich auch an den positiven Absatzzahlen ablesen. Auf der anderen Seite hatten wir in den Sortimenten des konstruktiven Holzbaus mit einem sehr starken Preisverfall zu kämpfen, der sich unterm Strich mit einem Minus von 11 Prozent auch an den Zahlen ablesen lässt. Optimistisch stimmt uns hier die gute Resonanz auf unser neues Holzbaukonzept, das im Jahresverlauf immer mehr an Fahrt aufgenommen hat und bei unseren Gesellschaftern sehr gut ankommt«, führt Möller aus.
Der Fachbereich Bauelemente verzeichnete in 2022 ein Umsatzplus von 8,4 Prozent. Der Warenbereich Hochbau entwickelte sich in 2022 mit einem Umsatzplus von 9,4 Prozent sehr positiv. Die Lieferfähigkeit bei Wandbaustoffen wie Ziegelsteine, Porenbeton und Kalksandstein hatte sich zum Ende des Sommers normalisiert. In den letzten Monaten des Jahres verzeichnete der Warenbereich dagegen ein rückläufiges Geschäft. Im Fachbereich Putze/WDVS/Bauchemie erreichte der Hochbau ein Plus von 9,3 Prozent.
Der Warenbereich Trockenbau/Dämmstoffe erzielte in Summe ein Umsatzplus von 14,2 Prozent in 2022. Mit Blick auf die Entwicklung im Trockenbau mit einem Plus von 7,4 Prozent lässt sich für 2022 ein leichter Marktrückgang bei Gipsplatten feststellen. Im Fachbereich Dämmstoffe, der in 2022 auf ein Umsatzplus von 20,1 Prozent kommt, hat sich die Liefersituation bei den meisten Dämmmaterialien entschärft. Die Materialverfügbarkeiten bleiben nur im EPS-Segment und im Bereich der Steinwolle ein Thema.
Im Warenbereich Fliese belief sich das Umsatzwachstum auf insgesamt 10,4 Prozent. Auch bei der Produktgruppe Fliesen war durch deutliche Preiserhöhungen und teilweise Kontingentierung von Waren ein überproportionaler Einkauf festzustellen, der in großen Teilen zu einem deutlichen Lageraufbau geführt hat. Insgesamt zeigten sich die Märkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Absatz weiterhin stabil.
Der Fachbereich Tiefbau meldet für 2022 ein Umsatzplus von 9,7 Prozent. Dabei lag der spezialisierte Tiefbau über dem Vorjahresniveau. Hochbaunahe Produktgruppen standen dagegen mit einem Umsatz- und Mengenrückgang im vergangenen Jahr unter Druck.
Im Fachbereich Galabau war die Nachfrage und Auftragslage insbesondere mit Blick auf das Objektgeschäft stabil. Ab Mitte des Jahres war jedoch eine deutliche Abschwächung des Privatkundengeschäfts festzustellen. Das Umsatzniveau liegt mit einem Plus von 4,5 Prozent preisbedingt über Vorjahr.
Der Warenbereich Einzelhandel blickt auf ein Umsatzplus von knapp 1 Prozent und auf ein Jahr mit vielen Preisveränderungen sowie gestörten Lieferketten zurück. »Ebenso lässt sich für das vierte Quartal 2022 eine starke Kaufzurückhaltung auf der Fläche bilanzieren, die nach unserer Einschätzung letztlich auf die Unsicherheit rund um die Energiekosten zurückzuführen ist«, bilanziert Möller für den Einzelhandel.
Der Technische Einkauf meldete für das vergangene Jahr mit Blick auf die Energie- und Kraftstoffpreise insbesondere für das vierte Quartal sehr hohe Preise. »Hier können wir über unseren Technischen Einkauf den Gesellschaftern verschiedene Dienstleistungen anbieten, um die Energiekosten in den Betrieben deutlich zu senken. Beispielsweise in der Umrüstung der Staplerflotten von fossilen Brennstoffen zu Elektroantrieben«, sagt Möller. Insgesamt kann der Technische Einkauf in 2022 ein Umsatzplus von 6,2 Prozent verbuchen.
Ausblick auf 2023
Im abschließenden Ausblick auf den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2023 rechnet die Eurobaustoff-Geschäftsführung insgesamt mit einer vorübergehend rückläufigen Bautätigkeit. »Das zeigt der Blick auf die Marktindikatoren und die von Hartmut Möller bereits skizzierte spürbar sinkende Investitionsbereitschaft, die die Bau-Aktivitäten in diesem Jahr entsprechend beeinflussen werden. Hinzu kommt, dass noch viele unverarbeitete Baustoffe im Markt sind. Das wird sich ebenfalls negativ auf Um- und Absätze auswirken. Auf der anderen Seite ergeben sich weiterhin genügend Chancen, um optimistisch zu bleiben und die Themen, die uns bewegen, in der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit mit unseren Gesellschaftern positiv zu entwickeln und voranzutreiben«, sagt Dr. Kern.
So geht die Geschäftsführung davon aus, dass sich die energetische Sanierung bei den ambitionierten Klimazielen der Regierung in den nächsten Jahren zum Treiber in der Baubranche entwickeln wird. Aber auch ein aktuelles Defizit von 700 000 Wohnungen in Deutschland bei gleichzeitig steigender Bevölkerungszahl lässt erwarten, dass die Bauwirtschaft auf breiter Front wieder anspringen wird, sobald sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld wieder beruhigt und Verlässlichkeit einkehrt. »Wohin die Reise in 2023 geht, wird sich auch im April auf der ›BAU‹ in München zeigen, wo wir als Eurobaustoff bereits zum achten Mal mit unserem Kommunikations-Treffpunkt für Gesellschafter, Industriepartner und Dienstleister Flagge zeigen«, so Dr. Eckard Kern abschließend.

