13.08.2025 | Fachhandel / Kooperationen Seite 14-15 in Ausgabe 5/2025

Eurobaustoff: Gesellschafterversammlung mit Signalwirkung

Die diesjährige ordentliche Gesellschafterversammlung der Eurobaustoff, die Ende Juni in Hamburg stattfand, stand erneut im Zeichen einer leistungsstarken Gemeinschaft mit Signalwirkung für die Branche. Vor Ort tauschten sich die Gesellschafter mit dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung intensiv über die aktuelle Marktlage aus und informierten sich über die Themen und Maßnahmen, mit denen sich die Kooperation befasst, um für eine wieder anziehende Konjunktur gerüstet zu sein.

Boy Meesenburg eröffnete als Vorsitzender des Aufsichtsrates die diesjährige Eurobaustoff-Gesellschafterversammlung vor den dicht besetzten Reihen im Saal des Congress Centers Hamburg. Insgesamt waren 94,99 Prozent der 439 stimmberechtigten Gesellschafterhäuser nach Hamburg gekommen oder hatten eine Vollmacht erteilt. »Wir brauchen weiterhin gute Nerven, denn die Branche ist noch nicht wieder da, wo sie gerne wieder sein würde. Aber wir sind eindeutig die leistungsstärkste Gemeinschaft in der Branche. Das hilft uns und sorgt dafür, dass wir immer wieder neue Gesellschafter in unseren Reihen begrüßen können«, führte Meesenburg aus, bevor er in seiner Verantwortung für die Region Nord auch das traditionelle Grußwort aus der Region ausrichtete. Anschließend trat Michael Hölker, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhändler (BDB), ans Rednerpult und informierte über die Lage des Baustoffhandels und der Bauwirtschaft in Deutschland.

Positive Zwischenbilanz
»Unsere Eurobaustoff-Werte sind unsere Stärke!«, betonte Dr. Eckard Kern als Vorsitzender der Geschäftsführung und zog in seinem Vortrag angesichts der aktuellen Marktentwicklungen und der Gestaltungskraft der Eurobaustoff eine positive Zwischenbilanz für die Entwicklung von Europas führender Fachhandelskooperation für Baustoffe, Holz und Fliesen. Per 31. Mai 2025 verzeichnete die Eurobaustoff beim zentral abgerechneten Einkaufsvolumen ein leichtes Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In diesem Zusammenhang beleuchtete Dr. Kern auch noch einmal die aktuelle Lage der Baubranche und sprach von einer möglichen Trendwende, die in 2026 wieder für Wachstum sorgen werde; besonders vor dem Hintergrund, dass die neue Koalition die Eigentumsquote wieder steigern und den Sozialen Wohnungsbau spürbar fördern wolle. In diesem Zusammenhang verwies Dr. Kern auch auf ein neues PR-Konzept des BDB. Der Verband will mit wechselnden Botschaften viermal im Jahr und mit Unterstützung des renommierten Forschungsinstituts Pestel und der ARGE Kiel ein Thema rund um den Wohnungsbau in den Fokus rücken. Die Eurobaustoff werde als BDB-Präsidiumsmitglied das PR-Konzept entsprechend unterstützen.
Mit Blick auf die Warenbereiche sprach der Vorsitzende der Geschäftsführung von weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die zu Volumen- und Mengenrückgängen, Preisdruck und Kostensteigerungen in der Wertschöpfungskette »Bau« geführt hätten. Dabei habe sich das »hybride« Geschäftsmodell der Eurobaustoff im Zusammenspiel mit den Gesellschafterhäusern und dem Dienstleistungscampus als wichtiger Faktor und Erfolgsgarant erwiesen – einerseits durch die Entlastung der Gesellschafterhäuser im Tagesgeschäft und andererseits durch die massive und erfolgreiche Unterstützung auf der Einkaufsseite. »Erfreulicherweise zeigen die Indikatoren in allen Warenbereichen aktuell wieder nach oben. Das deutet ebenfalls darauf hin, dass wir in diesem Jahr eine Bodenbildung erreicht haben und auf eine leichte Marktbelebung zusteuern. Angesichts der sich aufhellenden Vorzeichen erwarten wir für das Jahr 2025 insgesamt ein leichtes Anziehen unseres Geschäfts.« Auch die Zahlen für die beiden Tochtergesellschaften Eurobaustoff Österreich und Eurobaustoff Schweiz zeigen sich stabil, führte Dr. Kern weiter aus.

Personelle Verstärkung
Zudem hat die Eurobaustoff zum 1. April 2025 die Geschäftsführung beider Gesellschaften verstärkt. Für Österreich rückte Sadet Dzelili, der seit 2018 Koordinationsleiter für die Eurobaustoff in Österreich ist, in die Geschäftsführung auf. Für die Schweiz wurde Marcus Henkel ernannt. Henkel ist seit 2005 für die Kooperation tätig und hat sich als Koordinationsleiter seit 2014 erfolgreich um die Belange der Eurobaustoff Schweiz gekümmert. Dr. Kern: »Diese beiden personellen Verstärkungen in der Geschäftsführung wurden im Gesellschafterkreis gut aufgenommen. Das freut uns und hilft uns zugleich, unser europaweites Erfolgsmodell mit dem dahinterstehenden Leistungsportfolio weiter zu stärken und auszubauen.« Anschließend informierte er die Gesellschafter über den anstehenden Generationswechsel in der Besetzung des Aufsichtsrates im Jahr 2026, bevor Johannes Baier, Geschäftsführer Lueb + Wolters (Borken), für vier weitere Jahre zum Aufsichtsratsmitglied für die Region Westfalen gewählt wurde.

Übergabe der Geschäftsführung
Jörg Hoffmann übergab sein Amt als Geschäftsführer des »Geschäftsbereichs II – Finanzen« zum 1. Juli 2025 an seinen Nachfolger Holger Reviol. Hoffmann war seit 2004 für die Kooperation tätig und übernahm im Oktober 2005 die Leitung des Geschäftsbereichs II, den er seither mit dem Fokus auf nachhaltige Ergebnisse und Kontinuität erfolgreich entwickelt hat. Reviol ist seit Juli 2006 für die Kooperation als Bereichsleiter Organisation tätig und hat zuletzt sieben Fachbereiche mit rund 70 Mitarbeitern geführt. Seit 2010 ist der 54-Jährige zudem Geschäftsführer der Eurobaustoff Versicherungsmakler mit Sitz in Köln.

Gut aufgestellt
In seinem Bericht aus dem Aufsichtsrat ging Meesenburg noch einmal auf die Situation rund um den langjährigen Geschäftsführer des Geschäftsbereichs III, Hartmut Möller, ein. Möller befindet sich seit September im Krankenstand. In Folge habe die Fortführung laufender Projekte und die Bewältigung des Tagesgeschäfts oberste Priorität gehabt. »Mein besonderer Dank geht an Dr. Kern und alle Eurobaustoff-Mitarbeiter. Wir können stolz sein, dass wir die vielfältigen Aufgaben ohne Hartmut Möller bisher erfolgreich bewältigen konnten. Das zeigt, dass unsere Kooperation sehr gut aufgestellt ist und uns so schnell nichts umwirft«, so der Vorsitzende des Aufsichtsrates.
Die Suche nach einem neuen Geschäftsführer für den Geschäftsbereich III sei mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Starttermin sei der 1. Januar 2026. Ein Name wurde in Hamburg jedoch noch nicht bekanntgegeben.

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