Eurobaustoff: Im ersten Halbjahr zweistelliges Plus erzielt
Die Baubranche und damit auch der Baufachhandel in Deutschland blieben im ersten Halbjahr 2020 von den Auswirkungen der Corona-Pandemie weitgehend verschont, heißt es in einer Pressemitteilung von Eurobaustoff.
Mit einem Plus von 11,6 Prozent auf ein Einkaufsvolumen von 3,63 Milliarden Euro gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum 2019 wurde ein »hervorragendes Ergebnis für die ersten sechs Monate erreicht«, betont Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der Geschäftsführung, in Bad Nauheim und ergänzt im gleichen Atemzug: »Dieses Plus ist das Ergebnis hervorragender Vertriebsarbeit in unseren Gesellschafterhäusern. Und das bedeutet nicht nur Auftragszettel schreiben, sondern auch für genügend Manpower im Lager und Fuhrpark zu sorgen.«
Ganz anders stellte sich das Bild für Dr. Kern noch zu Beginn des Shutdowns dar: »Plötzlich fehlten Bauarbeiter auf den Baustellen, vornehmlich aus osteuropäischen Ländern, die nicht mehr ins Land kamen. Unsere Befürchtungen eines akuten Konjunktur-Zusammenbruchs erwiesen sich aber als zu pessimistisch. Schon vier Wochen später war die Nachfrage größer denn je.«
Einzelne Warenbereiche
In den einzelnen Warenbereichen war ein Anstieg im hohen ein- oder im zweistelligen Bereich zu verzeichnen. Starke Zuwächse generierten die Bereiche Fliesen mit 20,5 Prozent, Tief- und Galabau mit 17 Prozent sowie der Einzelhandel mit 15,4 Prozent.
Einen Umsatzzuwachs von 11,7 Prozent erzielte der Warenbereich Hochbau, der die Fachbereiche Bauchemie, Putze/WDVS und Rohbau-Wandbaustoffe umfasst. In den Bereichen Trockenbau und Dämmstoffe wurde ein Zuwachs von 6,1 Prozent erzielt. Der Bereich Holz und Bauelemente schloss mit einem Plus von 8,7 Prozent ab, wobei die dekorativen Holz-Sortimente mit 33 Prozent deutlich besser abschneiden konnten. Im Bereich Dach & Fassade/Baumetalle lag die Zuwachsrate bei 10,6 Prozent.
Baubranche
Deutschlands Baubranche ist gegenüber vielen anderen europäischen Ländern weiterhin in einer sehr glücklichen Lage. »Aktuell wird der Wohnungsbau bei uns nicht von der COVID-19-Pandemie beeinflusst«, bestätigt Dr. Eckard Kern. »Ein- und Zweifamilienhäuser werden weiter auf hohem Niveau gebaut. Und auch im Mehrfamilienhausbau ist noch kein Kurswechsel erkennbar. Dafür setzt das Thema Renovieren und Modernisieren neue, zusätzliche Impulse im Markt. Wer nicht in Urlaub fahren kann bzw. will, legt das Geld in den eigenen vier Wänden an.« Etwas schwieriger als in Deutschland stellte sich die Situation in Österreich und der Schweiz dar. »Hier kam es zeit- und teilweise zu Baustellen-Schließungen, Baufachhandlungen konnten nur unter Auflagen weiterarbeiten«, begründet Hartmut Möller, Geschäftsführer sowohl für den Geschäftsbereich Einkauf als auch für die Ländergesellschaften in Österreich und der Schweiz. Die weitere Entwicklung in Österreich und der Schweiz sieht daher nicht ganz so erfreulich aus wie in Deutschland.
Ausblick
Eurobaustoff insgesamt setzt seine positive Entwicklung des Einkaufsvolumens fort. »Wir können nicht abschätzen, wie das Ergebnis am 31. Dezember aussehen wird. Eine Pandemie hat keine Regeln, ist nicht berechenbar und lässt folglich auch keine seriöse Prognose zu«, relativiert Dr. Eckard Kern das Einkaufsvolumen von 3,63 Milliarden Euro. »Wichtig ist uns, dass wir ein gutes Polster aufgebaut haben, das uns beruhigt bis zum Jahresende blicken lässt.«

