12.12.2024 | Verbände / Institute / Organisationen Seite 30 in Ausgabe 1/2025

FEB: Die Talsohle scheint erreicht

Anfang November hatte der Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB) zur Jahrestagung nach München eingeladen. Rund 50 Teilnehmer, bestehend aus Vertretern der Mitglieder, Fördermitglieder, der Fachpresse sowie von Partnern, waren gekommen, um sich zu informieren und auszutauschen. FEB-Vorsitzender Volkmar Halbe gab die neuesten Absatzzahlen für die ersten drei Quartale 2024 in der DACH-Region bekannt: Die neun FEB-Mitgliedsunternehmen erzielten einen Absatz in Höhe von 35,3 Mio. m². Dies entspräche nur noch einem Rückgang von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. »Es schleift sich aus. Der Rückgang wird geringer – auch bei den einzelnen Bodenbelagsarten«, so Halbe.

Marktforscher optimistisch
Der Marktforscher Martin Langen vom Institut B+L Marktdaten referierte über die Immobilien- und Baubranche und prognostizierte: »Es wird keine zweite Inflationswelle geben. Die Zinsen gehen weiter runter und die Preise sind stabil. In Deutschland besteht ein Sparvolumen von rund 250 Milliarden Euro. Das Geld ist da, es wird nur nicht ausgegeben. Außerdem gab es in 2024 einen realen Lohnzuwachs – nur der Konsum fehlt.« Dennoch zeigten Studien, dass die Anschaffungsneigung in der Bevölkerung zunehme. Auch die Hypothekenverträge stiegen jüngst um 20 Prozent an. 90 Prozent dieser Verträge würden für 

Bestandsimmobilien abgeschlossen. Langen begründete den Optimismus mit dem Auftragsbestand der Top-Ten-Bauriesen in Deutschland: Fast alle verzeichneten in 2024 einen Zuwachs bei ihren Projekten. Problematisch bliebe jedoch der Neubau von Einfamilienhäusern. Diese werden zu »Premium-Objekten«. Seit März 2024 sieht Martin Langen eine langsame Zunahme im Gebrauchtimmobilienmarkt. »Es kommt vieles in Gang. Vor allem in 2026 und 2027 werden viele positive Effekte eintreten«, sagte Langen und erläuterte noch einmal die »Umzugskette«: Jeder Umzug löst weitere Umzüge aus, weil die frei werdenden Wohnungen immer wieder neu vermietet und renoviert werden.

Mit KI, Blockchain und virtuellen Events zum Kunden
Volkmar Halbe wagte in seinem Impulsvortrag eine Reise in die Zukunft. Er analysierte die Prognosen von mehr als zehn großen Thinktanks zur zukünftigen Customer Journey. Sein Fazit: »Der B2B-Vertrieb hat sich durch die Pandemie in eine digitale Achterbahnfahrt verwandelt. Unternehmen mussten blitzschnell auf digitale und hybride Modelle umsteigen, was zu dauerhaften Veränderungen führte. Kunden erwarten heute mehr Tempo, Daten und persönliche Ansprache. Die neuen Spielregeln sind Digitalisierung, Personalisierung, hybride Erlebnisse, Nachhaltigkeit, disruptive Technologien, Omnichannel-Strategien, Social Media, Co-Kreation, emotionale Intelligenz und datengetriebene Entscheidungen.« Was aus seiner Sicht bleibt: »Absolute Kundenorientierung als Wachstumsfaktor.«

Werksviertel München
Die Teilnehmer der FEB-Jahrestagung unternahmen einen geführten Rundgang durch das Werksviertel München. Spannende Architektur, die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft sowie eine spektakuläre Mischnutzung von Gebäuden und öffentlichem Raum machen das Werksviertel zu einem Zukunftsviertel für München. Das Areal gilt als ein Stück lebendige Stadt. Positiv wie negativ: Ein Ort, der seine Besucher inspiriert und unterhält. Vielschichtig, voller Brüche, Neugierde weckend, innovativ und zum Nachdenken anregend... genau der richtige Ort fürs Netzwerken.
Das Werksviertel ist aufgrund seiner einzigartigen Architektur international bekannt. 2023 wurde es mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet. Doch wie baut man Leben? Mit genau dieser Frage beschäftigen sich nicht nur die Planer des Werkviertels, sondern Stadtplaner, Philosophen, Politiker, Bürger, Kreative und Aktivisten auf der ganzen Welt. »Besuchen Sie das Viertel, ich kann es jedem nur empfehlen«, sagte Uwe Viebrock, Pressearbeit FEB. »Danach bekommen Sie ein Gefühl, warum das größte mobile Riesenrad der Welt neben einer Hochalm mit Hühnern, Schafen und Ziegen auf dem Dach eines fünfstöckigen Hauses steht.«

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