25.07.2022 | Verbände / Institute / Organisationen Seite 15-17 in Ausgabe 8/2022

FEB: Eine starke Gemeinschaft feiert ihr 20-jähriges Bestehen

Der Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB) feierte auf seiner Mitgliederversammlung am 9. und 10. Juni sein 20-jähriges Be-stehen. Rund 60 Teilnehmer aus Mitgliedsunternehmen und Fördermitgliedern konnte der FEB-Vorsitzende Volkmar Halbe auf der Veranstaltung in Münster willkommen heißen.

Volkmar Halbe begrüßte die Teilnehmer zur Eröffnung der Mitgliederversammlung mit den Worten: »2021 war das Jahr, wo die Gesamtmenge der produzierten Absatzmenge elastischer Bodenbeläge
in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz erstmals die Grenze von 60 Mio. m² überschritten hat.
Der Verband repräsentiert die neun führenden Hersteller elastischer Bodenbeläge in der DACH-Region. Wir haben mit unseren Fördermitgliedern insgesamt 31 relevante Unternehmen und Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, und wir können als systemübergreifende Gemeinschaft diese mit ganz viel Engagement vertreten. ›Verband heißt verbünden.‹ Diesen Satz habe ich geprägt, als ich diese Aufgabe antreten konnte. Ich glaube, wir leben diesen Leitsatz sehr intensiv, denn es gibt ganz viele Dinge, die wir gemeinsam miteinander umsetzen können, auch jenseits des alltäglichen Wettbewerbs. Und damit herzlich willkommen zur Mitgliederversammlung in Münster, herzlich willkommen zur Geburtstagsfeier.«
Auch der Anteil am Gesamtabsatz von LVT-Belägen lag zum ersten Mal über 50 Prozent und durchbrach damit die 30-Mio.-m²-Grenze. Homogene PVC-Beläge wuchsen mit 6,9 Prozent wieder deutlich. Dagegen stagnierten heterogene PVC-Beläge, mit Ausnahme der Sicherheitsbodenbeläge (+2,5 Prozent). Während der Absatz der CV-Beläge um rund 1,5 Mio. m² (–10,2 Prozent) abnahm, glichen die Designbeläge dies mit einem Plus von 2,7 Mio. m² (+9,4 Prozent) mehr als aus. Auch die Gruppe mit Bodenbelägen aus Linoleum, Kautschuk oder anderen Kunststoffen entwickelte sich moderat (+0,7 Prozent).
Die Zahlen sind also überaus erfreulich – das musste gefeiert werden!

»Ehemaligentreffen«
Auch ehemalige Verbandsmitglieder waren nach Münster gekommen, um die 20-jährige Erfolgsgeschichte zu feiern. So kamen unter anderem Andreas Kopf (ehemaliger FEB-Vorsitzender), Ivo Schintz (Gründungsmitglied und 15 Jahre Verbandsvorsitzender), Oliver Kluge (Gründungsmitglied und 18 Jahre im FEB-Vorstand) sowie Martin Thewes, der zwölf Jahre dem FEB-Vorstand angehörte. FEB-Ehrenvorsitzender Eberhard Lotz konnte leider nicht anreisen, da er seinen eigenen Geburtstag feierte.

Podiumsdiskussion
Bei einer Podiumsdiskussion mit den früheren FEB-Vorsitzenden Ivo Schintz (ehemals Tarkett) und Andreas Kopf (ehemals Debolon), dem damaligen Vorstandsmitglied Oliver Kluge (ehemals Amtico) sowie dem Vorsitzenden Volkmar Halbe, die von Jonas Leimann moderiert wurde, stellten die Teilnehmer ihre Ansichten wie folgt dar:
Ivo Schintz ist der Meinung, dass man den Fußboden als System betrachten muss. »Es ist nicht nur ein Produkt. Es fängt mit der richtigen Untergrundvorbereitung an. Hinzu kommt spachteln, kleben, reinigen und pflegen. Und ich glaube, dass auch die lange Lebensdauer ein wichtiger Nachhaltigkeitsaspekt ist.« Auch habe man aus der Vergangenheit gelernt, dass man noch schneller digital agieren und sich besser positionieren müsse. »Wir müssen es dem Kunden einfach machen, damit er die Entscheidung für eine Komplettlösung schneller und besser treffen kann«, so Schintz.
Volkmar Halbe sieht den Ansatz eher bei den Innovationen: »Es ist so viel entstanden, auch durch die modularen Bodenbeläge, und deswegen bin ich mir sicher, dass das Thema Innovation der Lösungsweg ist. Entscheidend wird sein, dass wirklich innoviert wird, und ich glaube, das ist allein kaum noch möglich. Wir benötigen Allianzen, denn Innovationen passieren auch nicht nur im Produkt. Ich glaube, dass in der gesamten Wertschöpfungskette, allen voran die Kreislaufwirtschaftssysteme, Prozesse und Datenstrukturen, noch so viel differenzierter innoviert werden kann, und das muss, so glaube ich, die Branche lernen. Wir sind gedanklich immer noch zu sehr am Produkt, aber die Schlacht der Zukunft wird nicht nur im Produkt geschlagen.« Andreas Kopf sprach die Service-Erwartungen der Verbraucher an, die immer weiter steigen. Hier wollen Kunden beispielsweise in den Urlaub fahren und währenddessen Sanierungsmaßnahmen in ihrem eigenen Zuhause durchführen lassen. Andere Zielgruppen wiederum würden sich diese Art von Service aber nicht leisten können und daher eher im DIY-Bereich ihre Produkte suchen.
Bei einer Frage aus dem Publikum ging es um die Produktionsverlagerung von China nach Europa. Hierauf antwortete Ivo Schintz: »Ich glaube, dass Europa neben der Nachhaltigkeitsagenda auch die Agenda hat, mehr lokal produzieren zu lassen. Damit kann eine bessere Versorgungslage vor Ort erreicht und der Transport nachhaltiger werden. Denn wenn mit dem ›Green Deal‹ die Gesetzgebung so organisiert wird, dass alle Baumaterialen am Ende der Lebensdauer eines Gebäudes, und das kann auch in 80 Jahren sein, zurückgenommen werden müssen, dann stellt sich ja hier die Frage: Werden die Chinesen das Material wieder zurücknehmen und nach China bringen?«
Andreas Kopf und Oliver Kluge sehen das etwas differenzierter: Da bereits jetzt in Europa und USA produziert werde, glauben sie nicht, dass die komplette chinesische Produktion verlagert werden kann.

Aktuelle Themen
Unter dem Leitsatz ›Verband heißt verbünden‹ richten sich Aktivitäten des Verbandes auf Themenfelder und Projekte, die gemeinsam besser realisiert werden können, als dies jedes einzelne Mitglied oder Fördermitglied umsetzen könnte. Natürlich immer unter Nicht-Aufgabe der marktgegebenen Rivalität und der wettbewerbsrechtlichen Regelwerke. Und die treibende Kraft dabei: der zielführende Austausch zwischen den neun Mitgliedern, den 27 Fördermitgliedern und den vier Kooperationspartnern – zusammen die führenden Hersteller elastischer Bodenbeläge und relevante Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

In den kommenden Monaten stehen beim FEB folgende Themen im Fokus:
■ Produkt- und Anwendungstechnik
■ Verbands(übergreifende) Netzwerkarbeit
■ Statistische Markt- und Branchendaten
■ Auseinandersetzung »Nachhaltigkeit«
■ Positionierungsschärfe der FEB-Produkte

Der FEB stellt seinen Mitgliedern folgende Angebote zur Verfügung: ein Monatsreporting zu den Preisindizes, das FEB-Marktdaten-Reporting sowie das Online-Format »Blitzlicht« zu aktuellen Themen.
Der Relaunch der Website ist für das 4. Quartal geplant. Als »Aktivposten« werden die Arbeitskreise »Markt und Wissen« sowie »Produkt- und Anwendungstechnik« bezeichnet.

»Technic-Explorer«
Ein besonderes Augenmerk wird auch auf den »Technic-Explorer« und die »Technischen Informationen« gelegt. In Arbeitskreisen werden hier zu relevanten Themen fortlaufend Leitfäden entwickelt.
Die »Technischen Informationen« gelten heute als Standard- und Nachschlagewerke. Diese können kostenlos auf der Website des FEB unter https://feb-ev.com/informationen/ heruntergeladen werden.
Andreas Kopf sagte hierzu während der Podiumsdiskussion, dass es einmal einen Gerichtsprozess gab, in dem ein Richter den »Technic-Explorer« des FEB herausgeholt und daraus zitiert hat und einen Handwerker mit den Worten belehrte: »Hätten Sie das so gemacht, wie es hier drin steht, dann wäre das nicht passiert.«
»Anhand dieses Beispiels kann man erkennen, dass der FEB sehr gute Arbeit leistet. Es macht einen dann schon ein bisschen stolz, wenn man sagen kann, ja, da haben wir Standards gesetzt«, freut sich der ehemalige FEB-Vorsitzende.

Sabine Langanke

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