FEB: Neue Normen für das Verschleißverhalten von PVC-Belägen
Seit Oktober 2016 weisen alle FEB-Mitglieder in neu erstellten Publikationen die Abriebfestigkeit ihrer PVC-Beläge nach den neuen Normen EN ISO 10581 und 10582 aus.
Seit 1997 wurde die Abriebfestigkeit oder Verschleißklasse homogener und heterogener PVC-Bodenbeläge gemeinsam in der europäischen Produktnorm EN 649 (Elastische Bodenbeläge – Homogene und heterogene Polyvinylchlorid-Bodenbeläge – Spezifikationen) geregelt. Diese Norm klassifizierte die Beläge in vier verschiedene Abriebklassen (T, P, M, F) und kennzeichnete dadurch das Verschleißverhalten des elastischen Bodenbelags. Das zugrundeliegende mechanische Messverfahren, der sogenannte Frick-Taber-Test nach EN 660, lieferte jedoch keine reproduzierbaren Ergebnisse und litt unter Präzisionsproblemen. Aus diesem Grund wurde eine neue Methode zur Bestimmung der Abriebfestigkeit von elastischen Bodenbelägen erarbeitet. Ziel war die Ermittlung genauer und reproduzierbarer Angaben zur Bestimmung der Abnutzung eines elastischen Bodens.
Neu erstellte Publikation des FEB
Seit Februar 2014 sind nur noch die neuen Normen EN ISO 10581/10582 zur Ausweisung der Verschleißklassen von Polyvinylchlorid-Bodenbelägen (homogen/heterogen) zugelassen. Sie ersetzten die EN 649. Davor gab es eine
Übergangsphase, in der die Nutzung beider Normen geduldet wurde. Beim Blick in die Marketingmaterialien und Bemusterungen war festzustellen, dass die Abriebklassen vieler Bodenbeläge noch mit Werten der normativ nicht mehr anwendbaren EN 649 ausgewiesen sind. Das nahmen der FEB – Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V. und seine Mitglieder nun zum Anlass, gemeinsam zu handeln: Seit dem 1. Oktober 2016 weisen alle FEB-Mitglieder in neu erstellten Publikationen die Abriebfestigkeit ihrer PVC-Beläge nach den neuen Normen EN ISO 10581 und 10582 aus.
Weil ein durchgehender, homogener Belag hinsichtlich der Beanspruchung andere Qualitätskriterien in der Zusammensetzung des Belags erfüllen muss als ein mehrschichtiger, heterogener Belag ersetzen zwei neue Normen eine alte. Deshalb wurden im September 2011 zwei neue internationale Produktnormen für elastische Bodenbeläge in Kraft gesetzt: Für homogene (Polyvinylchlorid)-Bodenbeläge gilt nun die EN ISO 10581:2011, für heterogene (Polyvinylchlorid)-Bodenbeläge ist es die EN ISO 10582:2012. Die Grundlage zur Bewertung ist für beide Normen der Massenanteil von Bindemitteln bei der Produktzusammensetzung. Dieser Anteil ist für viele qualitative Eigenschaften von elastischen Belägen maßgeblich und besteht aus Polyvinylchlorid, Harz, Weichmachern und Stabilisatoren.
Unterschiedliche Klassen
Je nach prozentualem Anteil des Bindemittelgehalts werden die homogenen Bodenbeläge in drei Typen eingeteilt, wobei der Typ I für den höchsten Gehalt an Bindemitteln von über 55 Prozent und somit für das beste Verschleißverhalten steht. Zur realistischen Bewertung von heterogenen Bodenbelägen wird – eigentlich logisch – nur die Nutzschicht hinsichtlich des Bindemittelgehalts analysiert und zwei Qualitätsstufen ausgewiesen. Auch bei den heterogenen Bodenbelägen steht Typ I für eine bessere Abriebfestigkeit.
Seit Februar 2014 – nach einer 30-monatigen Übergangsfrist – wurde die EN 649 vollständig von EN ISO 10581 und 10582 ersetzt. Es ist demnach nicht korrekt, sich noch auf die außer Kraft gesetzte Norm zu beziehen. Alle Marktpartner (Hersteller, Architekten, Planer, Bodenleger) sollten bei der Bewertung und Nutzung der Verschleißklasse elastischer Beläge nur noch mit den Typangaben der neuen Normen kommunizieren. Wird in aktuellen Ausschreibungen ein homogener PVC-Bodenbelag nach EN 649 oder eine Verschleißklasse (alter Art) gefordert, muss dieses bei der Angebotsabgabe gerügt werden, da eine solche Forderung keiner gültigen Normgrundlage entspricht.

