FEB: Zwischen Rückblick und Aufbruchstimmung
Am 28. und 29. Oktober 2025 fand die jährliche Mitgliederversammlung des Fachverbandes der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB) statt. Rund 50 Teilnehmer waren nach Berlin gekommen, um die Lage der Branche zu analysieren und Perspektiven für das kommende Jahr zu entwickeln. Die Veranstaltung stand unter dem Eindruck eines herausfordernden Marktumfelds, aber auch unter dem Zeichen vorsichtiger Zuversicht.
FEB-Vorstandsvorsitzender Volkmar Halbe eröffnete die Tagung mit einem Blick auf die konjunkturelle Entwicklung. Während der Wohnbau wieder anzieht und sich insbesondere im Objektgeschäft eine leichte Erholung abzeichnet, bleibt die Branche insgesamt von einem spürbaren Absatzrückgang betroffen. Im ersten Halbjahr 2025 sank die Absatzmenge elastischer Bodenbeläge in der DACH-Region gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent auf 22,1 Mio. m2.
Produktgruppen im Detail
Besonders betroffen waren CV-Beläge mit einem Minus von 18,1 Prozent, deren Absatz auf 4,262 Mio. m2 fiel. Auch heterogene PVC-Beläge (–4,7 Prozent) und LVT-Designbeläge (–4,6 Prozent) verloren deutlich. Lediglich die Sicherheitsbeläge konnten mit einem leichten Plus von 1,8 Prozent zulegen – ein Indiz für ihre stabile Nachfrage in öffentlichen und gewerblichen Bereichen.
Deutschland bleibt Hauptmarkt
Mit 20,05 Mio. m2 entfielen rund 91 Prozent des Absatzes auf Deutschland. Dennoch verzeichnete der deutsche Markt ein Minus von 6,7 Prozent. Österreich hingegen konnte mit einem Plus von 2,4 Prozent leicht zulegen, während die Schweiz mit einem Rückgang von 14,1 Prozent besonders stark betroffen war.
Trotz dieser Zahlen war die Stimmung auf der Tagung nicht von Resignation geprägt. Vielmehr wurde deutlich, dass die Branche auf einen Wendepunkt zusteuert. Halbe sprach von einem Befreiungsschlag, den man für das Jahr 2026 erwarte. Die steigenden Baugenehmigungen und die zunehmende Nachfrage im Objektbereich nähren die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung.
Hoffnungsschimmer nach der Talsohle
Martin Langen vom Institut B+L Marktdaten zeigte sich genau wie Halbe etwas zuversichtlicher für das kommende Jahr und lieferte zwar ein nüchternes, aber mutmachendes Bild: Nach mehreren Jahren der Krise zeige die deutsche Bauwirtschaft erste Anzeichen einer Stabilisierung. Der Marktausblick 2026 von Langen zeigt auf, dass sich die Signale für eine Trendwende im Wohnungsneubau 2026 mehren, nachdem dieser 2024 und 2025 massiv eingebrochen war. Der Rückgang bei den Absatzvolumina elastischer Bodenbeläge werde gemäß Langen langsamer und die Talsohle sei mittlerweile erreicht. Er prognostizierte, dass Zinsen weiter sinken und Preise sich stabilisieren, was den Bauträgern und Investoren zugutekomme. Die zentrale Botschaft von Martin Langen lautet, dass elastische Bodenbeläge wieder auf dem Weg nach vorne sind – was ein Lichtblick für Hersteller, Handwerker und die gesamte Bauzulieferkette wäre.
Neben wirtschaftlichen Themen bot die Tagung auch Raum für Innovation und Austausch. Neue Fördermitglieder wie Tramex aus Irland und Bostik stellten ihre Unternehmen sowie deren Produkte und Lösungen vor und stießen dabei auf reges Interesse. Die Veranstaltung selbst war geprägt von intensiven Gesprächen, fachlichem Dialog und einem offenen Netzwerkgedanken, der den FEB seit Jahren auszeichnet.
Ein besonderes Highlight war der Vortrag von Geophysiker, Ozeanograph, Filmemacher und Abenteurer Anselm Pahnke, der mit seiner Fahrradreise durch Afrika nicht nur geografische Grenzen, sondern auch mentale Horizonte erweiterte. Seine Erlebnisse boten einen inspirierenden Kontrast zur technischen sowie wirtschaftlichen Diskussion und unterstrichen die Bedeutung von Perspektivwechseln.
Die FEB-Tagung 2025 zeigte eindrucksvoll, wie eine Branche zwischen Herausforderungen und Chancen navigiert. Mit einem klaren Blick auf die Zahlen, aber auch mit dem Mut zur Veränderung und dem Willen zur Zusammenarbeit blickt der Verband optimistisch in die Zukunft.
Sabine Langanke



