FEP: Europäischer Parkettmarkt – zwischen Stagnation und vorsichtiger Hoffnung
Die europäische Parkettbranche blickt auf ein durchwachsenes erstes Halbjahr 2025 zurück. Zwar zeigen sich leichte Erholungstendenzen, doch insgesamt stagniert der Markt. Der Verband der Europäischen Parkettindustrie (FEP) analysierte die Lage bei seiner online durchgeführten Vorstandssitzung am 23. Oktober 2025 und stellte fest: Der Tiefpunkt scheint 2024 erreicht worden zu sein, doch die Unsicherheiten bleiben.
Die Branche kämpft weiterhin mit steigenden Kosten – insbesondere bei Nadelholz, Energie und Löhnen. Hinzu kommen regulatorische Herausforderungen. Die jüngsten Änderungen der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die eine zuvor angekündigte Verschiebung zurückgenommen haben, sorgen für Unruhe. Der FEP fordert gemeinsam mit anderen Verbänden eine Stop-the-Clock-Regelung, um eine realistische Umsetzung und Bewertung der Verordnung zu ermöglichen. Ziel sei es, praktikable Lösungen zu finden, ohne das Umweltziel der Entwaldungsbekämpfung zu gefährden.
Antidumping-Maßnahmen zeigen Wirkung – mit neuen Risiken
Die im Juli eingeführten endgültigen Antidumping-Maßnahmen gegen mehrschichtige Holzfußböden aus China haben zu einem Rückgang der Importe geführt. Doch chinesische Anbieter reagieren mit noch niedrigeren Preisen und es kommen neue Lieferländer hinzu. Der FEP beobachtet diese Entwicklungen aufmerksam und schließt weitere Untersuchungen durch die EU-Kommission nicht aus.
Nationale Märkte im Detail
In Österreich zeigt sich der Markt trotz kleiner Renovierungsprojekte und leichtem Aufwärtstrend insgesamt verhalten. Kroatien zeigt sich positiv, aber anspruchsvoll, mit steigenden Löhnen und Materialkosten. Frankreich leidet unter politischer Instabilität und einem Einbruch im DIY-Segment. Deutschland verzeichnet eine vorsichtige Erholung, getragen von steigenden Baugenehmigungen und einer optimistischeren Stimmung.
Italien kehrt nach einem besseren Sommer auf das Vorjahresniveau zurück, während die Niederlande nach einem starken Jahresbeginn seit August einen deutlichen Rückgang erleben. Polen sieht sich mit hohen Kosten und fehlender Perspektive konfrontiert, während Skandinavien erste Anzeichen von Wachstum zeigt – trotz geopolitischer Unsicherheiten und steuerlicher Veränderungen, insbesondere in Schweden.
In Spanien bleibt der Markt trotz politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen stabil, getragen von der Inlandsnachfrage. Die Schweiz zeigt eine nahezu stabile Entwicklung, wobei vermehrt günstige Importe aus Europa gemeldet werden.
Treffpunkt Madrid
Der FEP lädt zur 70. Generalversammlung und zum 50. Parkettkongress am 11. und 12. Juni 2026 nach Madrid. Die Veranstaltung verspricht ein wichtiger Impulsgeber für die Branche zu werden – in einer Zeit, in der Stabilität und Innovation gleichermaßen gefragt sind.

