FEP: Parkettsektor steht vor erneuter Unsicherheit
Der europäische Parkettmarkt zeigt trotz vorhandenen Investitionspotenzials erneut Anzeichen wachsender Unsicherheit. Geopolitische Spannungen und steigende Kosten belasten die vorsichtige Erholung zu Jahresbeginn.
Wie der Verband der Europäischen Parkettindustrie (FEP) mitteilte, zeigten die Parkettmärkte in Europa zu Beginn des Jahres zunächst leicht positive Signale. Moderate Zuwächse bei privaten Investitionen, Renovierungen und der Bautätigkeit deuteten auf eine vorsichtige Stabilisierung hin.
Die jüngste sogenannte Iran-Krise habe jedoch eine neue Dimension der Unsicherheit geschaffen, die diesen positiven Trend verlangsamt oder teilweise zum Stillstand gebracht hat. Steigende Energie- und Transportkosten, die in mehreren Regionen ohnehin bereits auf hohem Niveau liegen, dürften die Produktionskosten weiter erhöhen und zusätzlichen Druck auf die Ausgaben der Hersteller ausüben. Die Inflation bleibt ein großes Problem für den Sektor und wird durch weiter steigende Kosten für Rohstoffe wie Holz zusätzlich verstärkt, heißt es vom Verband. Hinzu kommen Vertriebsprobleme sowie ein zunehmender Druck auf die Margen, der sich entlang der gesamten Lieferkette bemerkbar macht.
Investitionen werden überprüft oder verschoben
Obwohl grundsätzlich Liquidität und Investitionspotenzial vorhanden ist, werden viele Projekte derzeit neu berechnet oder verschoben. Ziel ist es, steigende Kosten abzufedern, die sich negativ auf den Parkettkonsum auswirken könnten.
Gleichzeitig gibt es Faktoren, die dem Sektor begrenzte ausgleichende Impulse geben könnten. Dazu zählt ein erneutes Interesse an energieeffizienten Gebäuden. Zudem könnte eine mögliche Verlangsamung der Importe aus Asien den Wettbewerbsdruck abschwächen. Dies betrifft insbesondere chinesische Multilayer-Holzbodenbeläge, auf die sich die jüngsten Anti-Dumping-Untersuchungen der EU konzentrierten und die zuvor zu deutlich niedrigeren Preisen auf dem europäischen Markt angeboten wurden. Auch Parkettprodukte aus anderen asiatischen Ländern, die bislang keine bedeutende Rolle als Lieferanten für die EU spielten, könnten hiervon betroffen sein.
Vorsicht prägt den Ausblick
Insgesamt ist der europäische Parkettmarkt derzeit von Vorsicht, eingeschränkter Planungssicherheit und einem überwiegend verhaltenen Ausblick geprägt. Wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten überlagern die zuvor vereinzelt erkennbaren Anzeichen einer Erholung und dämpfen das Marktumfeld spürbar. Wie üblich zeigt sich jedoch ein sehr differenziertes Bild innerhalb Europas. Die Entwicklung verläuft von Land zu Land unterschiedlich und ist stark von nationalen Rahmenbedingungen, der Bautätigkeit sowie der Kostenentwicklung abhängig. Ein Überblick über die wichtigsten Märkte verdeutlicht diese Unterschiede.
Länderübersicht
In Deutschland waren zuletzt leicht positive Impulse in der Bautätigkeit zu beobachten, insbesondere im Renovierungsbereich sowie bei Investitionen in energieeffiziente Maßnahmen. Diese Entwicklung wurde jedoch durch die jüngsten geopolitischen Spannungen ab Mitte März deutlich abgeschwächt. Während geplante Neubauprojekte verstärkt überprüft oder verschoben werden, besteht weiterhin Potenzial dafür, dass notwendige Renovierungen zumindest teilweise umgesetzt werden. Trotz der aktuell eingeschränkten Marktdynamik bleibt der Ausblick für den Parkettsektor jedoch mittelfristig positiv: Ab 2028 rechnet der FEP wieder mit einem verbesserten Marktumfeld und möglichen positiven Effekten im Jahr 2029.
In Österreich zeigt sich der Parkettmarkt insgesamt stabil, gestützt von weiterhin positiven Entwicklungen bei privaten Investitionen. Die Auswirkungen der Iran-Krise waren zum Berichtszeitpunkt noch nicht absehbar, allerdings ist davon auszugehen, dass die ohnehin bereits hohen Energiekosten weiter steigen werden. Die Inflation liegt bei über 3 Prozent, zudem ziehen auch die Rohstoffpreise – insbesondere für Fichte und Eiche – weiter an.
Der Schweizer Parkettmarkt, der in den vergangenen Quartalen stagnierte, dürfte um 2 Prozent wachsen. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem neue Aufträge im Renovierungsbereich, aber auch im Neubauwohnungssektor. Die Inflation ist niedrig, ebenso die Energiekosten. Dennoch bleibt das Verbrauchervertrauen ein entscheidender Faktor, der im aktuellen Umfeld auf die Probe gestellt wird.

