Fermacell: Maßgeschneiderte Komplettlösungen aus Duisburg
Als Teil der Xella- Unternehmensgruppe bietet die Fermacell GmbH eine breite Produktpalette, die von Gipsfaser-Platten bis hin zu Estrich-Elementen und Zubehör reicht – hochwertiger Service inklusive.
Wir sind mit Fermacell in dem Marktbereich zu Hause, in dem technische Parameter wie Feuchtigkeits- und Brandschutzanforderungen oder Schnelligkeitsthemen eine Rolle spielen. Da bieten wir hochwertige technische Komplettlösungen an – vor allem für den Modernisierungsbereich«, erklärt Tobias Bennerscheidt. Der Marketingleiter der Fermacell GmbH ist seit etwa neun Jahren innerhalb der in Duisburg beheimateten Xella-Gruppe tätig und wechselte vor gut vier Jahren innerhalb der Unternehmensgruppe von Ytong (Porenbeton und Kalksandstein) zu Fermacell.
Insgesamt entwickelt, produziert und vertreibt Xella mit den weiteren Marken Hebel, Silka, Fels und Multipor Baustoffe, Trockenbau-Platten, Kalk und Kalkstein. Fermacell steht dabei als Industriegüter-Marke seit mehr als 40 Jahren für Qualitätsbaustoffe im Trockenbau. Alles begann im Jahr 1971 mit der Entwicklung von Gipsfaser-Platten, die im deutschen Markt eingeführt wurden. »Aus diesem Bereich mit ökologischem Hintergrund wurde der wesentliche Grundstein für die erfolgreiche Firmenentwicklung gelegt. Durch unser technisches Know-how haben wir dann das
Angebot kontinuierlich ausgebaut«, berichtet Bennerscheidt mit Blick auf das umfassende Produktangebot, das längst von Gipsfaser-Produkten und zementären Produkten inklusive Estrich-Elementen bis hin zu umfangreichem Zubehör reicht. »Mit Gipsfaser-Platten sowie Estrich-Elementen stehen Systeme für den hochwertigen trockenen Innenausbau von Wänden, Decken und Böden zur Verfügung. Die klassische Produktpalette wird durch die zementgebundenen Nassraum-Platten »Powerpanel H₂O« und »TE« erweitert«, sagt Bennerscheidt. Produktion und Vertrieb der Fermacell-Gipsfaser-Platten waren bis 2002 eines der Geschäftsfelder der Goslarer Fels-Gruppe. Im Anschluss an die Übernahm
e durch die Xella-Gruppe wurde der Produktname 2009 auf den Firmennamen erweitert: Seither steht die Fermacell GmbH für die Geschäftseinheit Trockenbau der Xella-Gruppe. Der einheitliche Produkt- und Firmenname soll die weitere Internationalisierung des Unternehmens unterstützen. »Denn auch im Ausland ist der Name Fermacell etabliert«, sagt Bennerscheidt. Mit der Umfirmierung wurde auch die separate Markenführung von Aestuver aufgegeben und in die Hauptunternehmensmarke Fermacell integriert. Der Produktbereich Brandschutz-Platten und Kabelkanäle läuft seither allein unter der Produktbezeichnung Fermacell Aestuver.
Kapazitäten erweitert und auf Wachstumskurs
Wie positiv sich die Fermacell GmbH bis heute entwickelt hat, lässt sich unter anderem an dem folgenden Umstand ablesen, den Bennerscheidt so formuliert: »Wir sind vor drei Jahren an unsere Kapazitätsgrenze gestoßen, weil unsere Werke zu dieser Zeit einfach nicht mehr hergaben.« Aus diesem Grund wurde entsprechend investiert und die Produktionsmöglichkeiten erhöht: Zu den bestehenden drei Gipsfaserwerken – zwei davon befinden sich in Deutschland, eines in den Niederlanden – wurde seinerzeit in ein weiteres Werk in Spanien investiert, von dem seither vor allem der französische sowie englische Markt beliefert werden. Daneben wurden auch die Kapazitäten in dem Werk für zementgebundene Platten in Calbe bei Magdeburg erhöht, um der steigenden Nachfrage gerecht werden zu können. »Unsere Geschäftsentwicklung war immer stabil, und seitdem diese Voraussetzungen geschaffen sind, befinden wir uns auch wieder auf einem starken Wachstumskurs«, sagt Bennerscheidt zufrieden.
Derzeit ist die Fermacell GmbH in allen westlichen europäischen Märkten unterwegs. Dabei hat sich das Unternehmen unter anderem in der Schweiz eine »herausragend starke« Position erarbeitet. Daneben gehören auch Polen, Tschechien, die Slowakei sowie Dubai zum Marktgebiet – »dort haben wir auch eine eigene Niederlassung«, berichtet Bennerscheidt über den Firmenstandort innerhalb des Emirates. Für die Zukunft sehe man neben dem deutschen Markt vor allem auch in Frankreich und dem vereinigten Königreich das größte Wachstumspotenzial. »Vor allem, weil dort in dem Bereich Modernisierung der Trockenestrich noch eine eher untergeordnete Rolle spielt«, erklärt Bennerscheidt. So wolle man in den beiden Ländern eine noch bessere Marktposition erreichen. Neben zementgebundenen Platten für den Außenbereich sei da vor allem der Trockenestrich ein ganz entscheidendes Produkt. »Auch weil zum Beispiel bei Terminbaustellen die Schnelligkeit ein immer größeres Thema wird. Insgesamt wollen wir aber auch versuchen, mit unseren Produkten künftig vermehrt in den Neubaubereich hineinzukommen«, stellt Bennerscheidt klar.
Innovationsfreude sorgt regelmäßig für neue Produkte
Dass dieser Wunsch durchaus Realität werden kann, beweist vor allem ein Blick auf die Innovationsfreudigkeit des Unternehmens aus Duisburg. So wurde in der Vergangenheit unter anderem der Gipsfaser-Trockenestrich praktisch erfunden und auf den Markt gebracht. »Mitte der 1990er Jahre war das«, erinnert sich der Fermacell-Marketingleiter. Seither sei der Trockenestrich mit all seinen Komponenten wie gebundene Schüttungen, Farbsystemen oder Trittschalldämmung eines der wichtigsten Segmente im Produktportfolio, das über den Handel vertrieben wird. »Da unterscheiden wir den Do-it-yourself- und den Profibereich. Grundsätzlich müssen wir auch stark beim Verarbeiter, den Architekten sowie Planern präsent sein, da unsere Produkte sehr technisch sind«, sagt Bennerscheidt. Nicht umsonst seien ein großer Teil des breit aufgestellten Außendienstes reine Planer- und Architektenberater.
Damit das Unternehmen auch weiterhin in der Erfolgsspur bleibt, wurde auch im vergangenen Jahr fleißig getüftelt – im Produkt-, aber auch in anderen Bereichen. Zu den Entwicklungs-Highlights 2015 gehört dabei ein eigenes Trockenestrich-System, das es ermöglicht, Fliesen ohne jegliche Formatbeschränkung zu verlegen. Daneben wurde mit einem interaktiven Online-Fußbodenplaner ein Tool auf den Markt gebracht, das den Nutzer von einer jeweils ausgewählten Problemstellung mithilfe von Verarbeitungsvideos und den passenden Produkten zu der besten Lösung führt. »Das ist ein spannendes Tool, was nicht nur dem Anwender hilft, sondern auch zeigt, was wir technisch drauf haben«, sagt Bennerscheidt. Der Bodenplaner ist nach einer Smartphone-App für Verarbeiter und Verkäufer im Baustoff-Fachhandel inklusive Anwendungsvideos, Schallschutz-Demonstration, Dezibel-Messer, Produktauswahl, Materialrechner und Händlersuche das zweite digitale Fermacell-Werkzeug. »Digitale Hilfsmittel sind bei unseren komplexen Produkten unglaublich wichtig für den Anwender. Deshalb wollen wir in 2016 auch noch eine entsprechende App speziell für Planer und Architekten herausbringen«, verrät Tobias Bennerscheidt.
Doch auch das Produktportfolio soll in diesem Jahr noch weiter ausgebaut werden. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich Fermacell nicht nur mit der Weiterentwicklung eines Bodensystems für den Nassraum-Bereich und mit weiteren Trockenestrich-Produkten (»Da haben wir einige Ideen«), sondern auch das Thema Beschichtungen stößt bei dem Duisburger Unternehmen auf immer größere Aufmerksamkeit. So wurde mit »Fermacell Design« unlängst die Möglichkeit zu Plattenbeschichtungen geschaffen, um so mit individuell gestalteten Flächen für Unikate zu sorgen. Bislang beschränken sich diese kreativen Möglichkeiten noch ausschließlich auf die Wandanwendung. »Das Ganze wollen wir in Zukunft aber noch weiterentwickeln«, verrät Tobias Bennerscheidt.
Niklas Frielingsdorf

