Führungsbeben: Unilin trennt sich von CEO Wim Messiaen
In Belgien sorgt die überraschende Absetzung von Wim Messiaen an der Spitze des Bodenbelagsherstellers Unilin für Aufsehen. Wie regionale Medien übereinstimmend berichten, wurde der CEO mit sofortiger Wirkung aus seinem Amt entlassen – ohne offizielle Begründung des Unternehmens.
Nach Informationen von »Made in West‑Vlaanderen« informierte Paul De Cock, Vorstandsmitglied und Sohn einer der Gründerfamilien, die Belegschaft in einem internen Schreiben über die Verabschiedung Messiaens mit sofortiger Wirkung. Zugleich kündigte er an, selbst interimistisch die Führung zu übernehmen und künftig zwischen den USA und Belgien zu pendeln, während er seine Funktion als COO des Mutterkonzerns Mohawk weiter beibehält.
Hinter den Kulissen muss sich die Lage deutlich zugespitzt haben. So sprechen Insider laut »Made in West‑Vlaanderen« von einer »explodierten Bombe« und einem »Spektakel wie in einem griechischen Drama«. Zudem soll sich Messiaen in einem »Elfenbeinturm« eingerichtet haben, was die ohnehin angespannten Beziehungen zu seinem direkten Umfeld zusätzlich belastet habe. Darüber hinaus ist in Branchenkreisen von »toxischer Führung« die Rede, wenngleich diese
Einschätzung nicht offiziell bestätigt wurde. Gleichzeitig hätten die wirtschaftlichen Ergebnisse unter Messiaen hinter den Erwartungen gelegen und den Druck auf die Unternehmensführung weiter erhöht.
»Focus & WTV« stützt die Darstellung des abrupten Abgangs. Das Unternehmen schweige zu den Ursachen, heißt es dort, und man begnüge sich mit einem knappen Dank an Messiaen für dessen Einsatz. Der Schritt kommt besonders überraschend, da Messiaen erst rund zwei Jahre im Amt war und auf Bernard Thiers folgte, der das Unternehmen als langjähriger CEO über nahezu vier Jahrzehnte maßgeblich geprägt hatte.
Die Bedeutung des Vorgangs ist nicht zu unterschätzen: Unilin beschäftigt rund 7800 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro. Ein solcher Führungswechsel an der Spitze eines bedeutenden europäischen Herstellers bleibt daher nicht ohne Auswirkungen. Umso mehr gilt Paul De Cock – aufgrund seiner familiären Bindung an das Unternehmen und seiner internationalen Managementerfahrung – als naheliegende Übergangslösung, bis ein neuer CEO gefunden ist.

