GD Holz: Fünfzig und kein bisschen leise
Für sein digitales Pressegespräch im Juni setzte der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) vier Themen auf die Agenda. Schwerpunkte waren der 50. Holzhandelstag in Bremen, die Marktlage im Holzhandel, der aktuelle Sachstand der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sowie ein Ausblick auf den »Branchentag Holz 2025« in Köln.
Die Jubiläumsveranstaltung des Holzhandelstages war diesmal mit neuem Konzept und im komprimierten Ein-Tages-Format an den Start gegangen: Dabei bekamen die 110 Gäste im Anschluss an die Mitgliederversammlung die Gelegenheit, sich an neun Round Tables über aktuelle Themen der Branche auszutauschen. Den kompakten Informationen schlossen sich lebhafte Diskussionen unter anderem zur EUDR, der Anwendung künstlicher Intelligenz im Holzhandel und den Markterwartungen an. Der Vorsitzende Maximilian Habisreutinger übernahm die Diskussionsleitung zur Initiative »Holz rettet Klima«, welche gemeinsam mit der gesamten deutschen Holzwirtschaft um die gesellschaftliche Akzeptanz und die verstärkte Nutzung des Rohstoffs Holz wirbt. Er betonte: »Wie keine andere Holzbranche steht der Handel im Austausch mit den Endkunden. Die Menschen müssen die klimaschützende Funktion unserer Produkte erkennen und verinnerlichen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass unsere Unternehmen diese Botschaft mitnehmen und unseren Kunden vermitteln.«
Verhaltene Marktaussichten
Thomas Goebel, Geschäftsführer des GD Holz, informierte weiter über die Marktlage im Holzhandel. Nachdem die Umsätze dort in den vergangenen zwei Jahren zum Teil deutlich rück-läufig waren, gibt es nunmehr eine Bodenbildung auf niedrigem Niveau. Die Umsätze in den ersten vier Monaten des Jahres 2025 sind zwar um 1,9 Prozent gestiegen, das bedeutet jedoch keinen Aufschwung, sondern zeigt nur, dass nach zwei schwachen Jahren die Umsätze nicht weiter rückläufig sind.
In den einzelnen Sortimenten gibt es allerdings Unterschiede: In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres legte die Warengruppe Hobelwaren um 9,5 Prozent zu, auch Holz im Garten entwickelte sich mit einem Plus von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positiv. Plattenwerkstoffe tendierten mit +0,7 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau, Schnitthölzer erreichten ein Plus von 1,3 Prozent. Dahingegen entwickelten sich Fußböden mit –1 Prozent und Bauelemente mit –4,9 Prozent im selben Zeitraum rückläufig. Ebenso verhielt es sich mit sonstigen Holzsortimenten und Dienstleistungen. Aus den ersten vier Monaten des Jahres 2025 lässt sich demnach keine wesentliche Besserung des Absatzes für den Holzhandel erkennen, sodass die Erwartungen der Unternehmen auch für die kommenden Monate sehr verhalten sind. Die Mehrzahl der Betriebe erwartet vielmehr einen Umsatz auf gleichem Niveau, während nur ein kleiner Anteil mit Umsatzsteigerungen und damit einem Aufschwung in den kommenden drei Monaten rechnet.
Der GD Holz fordert die Politik daher dringend auf, für Erleichterungen im Wohnungsbau zu sorgen und damit wieder mehr Neubaugenehmigungen zu erreichen. Außerdem müsse das Thema Holzbau weiter in den Vordergrund gerückt werden. Hier sieht der GD Holz mit der Brancheninitiative »Holz rettet Klima« einen sehr guten Ansatz.
Weiterhin erachtet es der Verband als wichtig, regulatorische Maßnahmen aus Brüssel und Berlin zurückzufahren, hier an erster Stelle die Überarbeitung der neuen europäischen Holzhandelsverordnung. Insbesondere Holz im Binnenmarkt müsse ohne großes Dokumentenmanagement gehandelt werden können.
Bürokratiemonster EUDR
Mit der EU-Entwaldungsverordnung EUDR, die am 29. Juni 2023 in Kraft getreten ist, ging es weiter: Der Verordnungstext sei in vielen Teilen praxisfern und die ordnungsgemäße Umsetzung bedeute für die Betriebe enorme bürokratische Hindernisse und Belastungen. Nach anhaltenden Protesten habe die EU-Kommission zwar nachgebessert, allerdings fordert der GD Holz weitere Zugeständnisse, um eine praxistaugliche Umsetzung der EUDR überhaupt zu ermöglichen.
Mit der Weitergabe von Referenznummern im Binnenmarkt bahne sich ein bürokratisches Monster an, mahnte der Verband. Denn die eindeutige Zuordnung sei nur dann möglich, wenn entsprechende Lagerverwaltungssysteme in den Firmen vorhanden sind – dies wäre aber nur bei wenigen Unternehmen der Fall. Es läge die Vermutung nahe, dass die Weitergabe von Referenznummern bloß deshalb in die EUDR aufgenommen wurde, weil einige Behörden von EU-Mitgliedsstaaten aktuell die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) nur mangelhaft umsetzen. Aus Sicht des GD Holz sei es jedoch nicht zumutbar, dass Unternehmen in einigen Ländern des Binnenmarktes aufgrund der mangelhaften Umsetzung in anderen Ländern einen erheblich höheren Dokumentationsaufwand betreiben müssen. Die EU-Kommission müsse daher auf die Rechtsdurchsetzung der EUDR in allen 27 Mitgliedsstaaten dringen, damit die Weitergabe von Referenznummern im Binnenmarkt überflüssig wird.
Aktuell wird von vielen Verbänden und auch der EU-Agrarministerkonferenz die Einführung einer Risikoklasse 0 gefordert und befürwortet. Der GD Holz unterstützt alle Maßnahmen, welche die Verordnung vereinfachen und unnötigen bürokratischen Aufwand vermeiden. Die Einführung einer Risikoklasse 0 dürfe allerdings nicht dazu führen, dass durch Hinzufügen einer weiteren Risikoklasse Parallelstrukturen und damit ein zusätzlicher Aufwand im Handel betrieben werden muss – dies gelte es unbedingt zu vermeiden.
Kongresscharakter
Das Pressegespräch schloss mit einem Ausblick auf den »Branchentag Holz 2025«, der im November wieder in Köln stattfindet. Bisher haben sich mehr als 120 Aussteller aus 13 Ländern bereits 85 Prozent der Hallenfläche als Stände gesichert. »Damit ist die diesjährige Ausgabe auf bestem Wege, an die starken Vorjahre anzuknüpfen und erneut zentrale Plattform für Austausch, Innovation und Networking im Holzhandel zu werden«, freute sich Goebel. Ein Highlight des ersten Veranstaltungstages wird die feierliche Verleihung des »Woody Award 2025« sein, der dieses Jahr zum 16. Mal vergeben wird. Ebenfalls am ersten Tag findet die Siegerehrung der Azubi Competition statt. Am zweiten Veranstaltungstag steht dann das Thema Bauwirtschaft im Fokus. Des Weiteren finden Vorträge und Diskussionen zum Schwerpunktthema Zukunft des Bauens statt. »Der nunmehr zum zweiten Mal durchgeführte Schwerpunkt am zweiten Veranstaltungstag zeigt, dass wir die Themen Messe und Netzwerk erfolgreich um den Kongresscharakter erweitern«, erklärte der Geschäftsführer. »So wird allen Gästen in Köln noch mehr geboten.«

