01.06.2022 | Verbände / Institute / Organisationen Seite 12 in Ausgabe 6-7/2022

GD Holz: Für eine klimafreundliche und unabhängige Zukunft

Ein übergreifendes Bündnis aus Verbänden der Forst- und Holzwirtschaft, darunter auch der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz), hat in einem gemeinsamen Positionspapier die Potenziale der Wald- und Holznutzung für eine klimafreundliche, unabhängige und verlässliche Zukunft hervorgehoben. Zugleich verweisen die Verbände auf die Verantwortung der Politik, mit einer Reihe an Maßnahmen den schnellen und notwendigen Wandel hin zu heimischen und nachwachsenden Ressourcen sicherzustellen und gravierenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft vorzubeugen.

Der aktuelle Russland-Ukraine-Krieg verschärfe die bestehenden Herausforderungen der menschgemachten Klimakrise und verdeutliche die Notwendigkeit einer Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft hin zu nachwachsenden Ressourcen. Mit seiner nachhaltigen Waldbewirtschaftung und einer regionalen und modernen Holzindustrie verfüge Deutschland über ein starkes Cluster, das nicht nur wirtschaftlich gut aufgestellt ist, sondern durch die Bereitstellung und Verarbeitung des nachwachsenden Rohstoffs Holz zentrale Lösungen für die Aufgaben der Zukunft bereithält. Vor diesem Hintergrund fordert das Verbändebündnis von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zur aktiven Waldbewirtschaftung und stärkeren Holzverwendung im »European Green Deal« und dem deutschen Klimaschutz-Sofortprogramm.

Waldbewirtschaftung honorieren
Bereits heute stehen die Wald- und Holznutzung für Klimaschutz und wirtschaftliche Souveränität. Das Holz speichert CO₂ im Wald und in langlebigen Holzprodukten. Dabei reduziert es die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen und importierten Erzeugnissen. Um den Beitrag von Forst und Holz nicht zu gefährden, sind Anpassungen und Weichenstellungen in Deutschland und Europa notwendig. Dazu gehören an erster Stelle eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Sie ist sowohl Voraussetzung der regionalen Holzverwendung als auch des Aufbaus und Erhalts klimastabiler Wälder. Diesen Beitrag gilt es zu würdigen, zum einen durch die Honorierung der Klimaschutzleistungen, zum anderen aber auch durch eine Erhöhung der Fördermittel zu Wiederbewaldung. Zudem sollten durch die Stärkung des Kleinprivatwaldes die Holzressourcen auf ganzer Fläche mobilisiert werden.

Holzverwendung fördern
Gleichzeitig dürfen die Bemühungen aber nicht durch Nutzungsverbote konterkariert werden. Eine Überarbeitung der EU-Biodiversitätsstrategie sowie die Abkehr von Einschränkungen in der Bewirtschaftung von Buchenwäldern sei daher dringend geboten.
Vielmehr gelte es den CO₂-Speicher in Holzprodukten zu stärken. Eine Fokussierung auf die Waldsenke, wie sie durch die EU-Verordnung zur Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) bedingt wird, sei daher abzulehnen und zu überarbeiten. Für die langfristige Nutzung bestehender Potenziale sei die Vorbildfunktion bei öffentlichen Bau- und Sanierungsvorhaben durch eine Holzbauoffensive genauso wie eine Neuausrichtung der KfW-Förderprogramme auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit von größter Bedeutung. Dabei könne die gezielte Förderung für den stofflichen Einsatz von Laubholz sowie die Stärkung einer Kreislaufwirtschaft bis hin zur energetischen Nutzung von Holz maßgeblich zur Bewältigung der bestehenden Herausforderungen beitragen, denn Holz sei in allen seinen Anwendungsbereichen eine sichere und klimafreundliche Alternative zu fossilen und energieintensiven Materialien aus fernen Ländern.

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