GD Holz: Reformansatz ohne Tiefenwirkung
Mit Spannung hatten viele mittelständische Unternehmen auf die jüngst vorgestellten Reformvorschläge der Bundesregierung geblickt. Aus Sicht des Gesamtverbandes Deutscher Holzhandel (GD Holz) bleibt das Maßnahmenpaket jedoch deutlich hinter den Erwartungen der Branche zurück. Die angekündigten Entlastungen seien nicht geeignet, die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe nachhaltig zu verbessern.
Punktuelle Entlastung statt Lösung der Ursachen
Insbesondere die zeitlich begrenzte Senkung der Energiekosten und die Einführung einer steuerfreien Mitarbeiterprämie bewertet der Verband kritisch. Diese Instrumente wirkten eher kurzfristig und bekämpften Symptome, nicht aber strukturelle Ursachen. »Angesichts stagnierender Umsätze bei gleichzeitig weiter steigenden Kosten erwarten wir deutlich mehr als punktuelle Maßnahmen, die zum Teil sogar zusätzliche Belastungen für die Betriebe bedeuten«, erklärt der GD‑Holz‑Vorsitzende Maximilian Habisreutinger. Gerade die steuerfreie Prämie stelle viele Unternehmen vor ein Problem, da sie vollständig von den Betrieben finanziert werden müsse. Für zahlreiche Holzhandelsunternehmen sei dies unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht darstellbar.
Ungeachtet kurzfristiger Entlastungsversprechen sieht der Verband grundlegenden Reformbedarf bei den Lohnnebenkosten. Diese seien in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und belasteten insbesondere arbeitsintensive mittelständische Betriebe. »Der Reformbedarf in den Sozialversicherungssystemen ist offenkundig. Hier braucht es endlich überzeugtes und überzeugendes politisches Handeln, um die Unternehmen nachhaltig zu entlasten«, so Habisreutinger.
Darüber hinaus fordert der GD Holz den Abbau sachlich nicht gerechtfertigter Kosten. Als Beispiel nennt der Verband die Rundfunkbeiträge, die Unternehmen zusätzlich entrichten müssen, obwohl diese bereits privat gezahlt werden. »Die Abschaffung dieser Doppelbelastung wäre ein einfaches und wirksames Entlastungssignal«, betont der Vorsitzende.
Bürokratie als Wachstumsbremse
Ein weiteres zentrales Hemmnis für den Holzhandel bleibt nach Einschätzung des Verbandes die hohe Bürokratiebelastung. Umfangreiche Berichts‑ und Dokumentationspflichten, die sowohl aus nationalen Regelungen als auch aus Lieferkettenanforderungen resultieren, binden personelle und finanzielle Ressourcen. Neue gesetzliche Vorgaben wie das Tariftreuegesetz verschärften diese Situation zusätzlich, da sie mit weiterem administrativem Aufwand und steigenden Kosten einhergingen, ohne in der Praxis ausreichend kompensiert werden zu können.
Erwartung an den »Frühling der Reformen«
Die Bundesregierung hat einen »Frühling der Reformen« angekündigt. Für den GD Holz ist damit die klare Erwartung verbunden, dass daraus konkrete und spürbare Verbesserungen für die Unternehmen resultieren. »Geduld und Belastungstoleranz sind bei vielen Betrieben erreicht. Die Branche braucht dringend bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch, jetzt kommt es auf deren Umsetzung an«, mahnt Habisreutinger.
Aus Sicht des Holzhandels steht damit weniger die Ankündigung weiterer Einzelmaßnahmen im Vordergrund als vielmehr der politische Wille, strukturelle Probleme konsequent anzugehen und den Mittelstand dauerhaft zu entlasten.

