GEV: Qualitätsstandard für gesundes Wohnen und Bauen
Immer mehr Verbraucher legen Wert auf schadstofffreie Böden und Wände für ihr Zuhause. Sie sind sogar bereit, mehr Geld dafür auszugeben. Auch die Zahl der Hersteller, die wohngesunde, also für das Bauen und Sanieren unbedenkliche Werkstoffe produzieren wollen, wächst kontinuierlich. Dies zeigen auch die neuesten Statistiken der Gemeinschaft emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte (GEV). Demnach nutzen derzeit 236 Hersteller das »Emicode«-Gütesiegel auf mehr als 14 000 Produkten, die somit emissionsarm oder sehr emissionsarm sind. Der Zuwachs im Jahr 2023 war so hoch wie nie zuvor. Auch die ersten Monate des laufenden Jahres zeigen ein enormes Interesse an der Lizensierung sowie der Mitgliedschaft in der Gemeinschaft, die die Kontrollen durchführt.
Vertrauen in Gütesiegel nimmt zu
Auch bei den Neuanmeldungen für die »Emicode«-Lizenz der GEV zeigen die Zahlen weiter nach oben. Allein im Jahr 2022 gab es 1542 zu verzeichnen – so viele wie noch nie. Weitere 1026 Neuanmeldungen kamen in 2023 hinzu, und das laufende Jahr verspricht einen erneuten Rekord. Das Vertrauen in das Gütesiegel ist also weiterhin steigend – und das schlägt sich sprichwörtlich auf dem Estrich nieder. So wurden allein in Deutschland bis 2023 etwa 475 Mio. m² textile und elastische Bodenbeläge mit »EC 1«-zertifizierten (sehr emissionsarmen) Grundierungen, Spachtelmassen und Klebstoffen verlegt – Rissvergussharze, Unterlagensysteme und eine Menge weiterer Produkte nicht eingerechnet. Hinzu kommen Fugen- und Flächendichtstoffe, Mörtel, Fensterabdichtungssysteme und vieles mehr. Doch damit nicht genug: Von 1999 bis 2024 wurden in Deutschland aufgrund der Einführung des »Emicode« etwa 970 000 Tonnen lösemittelfreie Bauklebstoffe und Grundierungen produziert – ein Gewinn für die Umwelt.
Mittlerweile fordert eine Vielzahl von Ausschreibungen die Verwendung von mindestens »EC 1«-gekennzeichneten Verlegewerkstoffen. Der Einsatz von »EC 1«- oder »EC 1 Plus«-zertifizierten Produkten wird inzwischen auch von LEED, DGNB oder BREEAM zum nachhaltigen Bauen gefördert. In Handwerkerkreisen gelten diese als Qualitätssiegel für maximal emissionsarme Bauprodukte.

